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Konsortium verzichtet

Keine Corona-Prognose wegen verzerrter Fallzahlen

Rückgang bei Spitalsbelag dürfte sich fortsetzen

Konsortium verzichtet auf genaue Darstellung zu Neuinfektionen
Das Corona-Konsortium verzichtet wegen zu ungenauer Fallzahlen auf eine Prognose.

Wegen des Testrückgangs orten Wissenschafter bei den gemeldeten Corona-Fallzahlen in Österreich "zunehmende Verzerrungen" zur tatsächlichen Zahl der Fälle. Die Prognose-Experten im Auftrag des Gesundheitsministeriums verzichteten daher am Mittwoch erstmals auf eine zahlenmäßige Prognose der Neuinfektionen für die kommende Woche.

Sowohl bei den gemeldeten als auch bei den tatsächlichen Infektionen dürfte sich aber der Rückgang fortsetzen, ebenso bei den Spitalszahlen.

In Salzburg etwa gehen die Experten des Landes von einer extrem hohen Dunkelziffer aus. Man rechne mit bis zu 1.500 neuen Fällen pro Tag, heißt es in einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch. Die Bevölkerung wird eindringlich zum Testen aufgefordert.

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Extrem hohe Corona-Dunkelziffer in Salzburg

Die Dunkelziffer der Corona-Neuinfektionen in Salzburg dürfte aktuell besonders hoch sein. Darüber informierte das Land heute in einer Video-Pressekonferenz. Die Bevölkerung wird aufgerufen, die …

"Situation zunehmen unsicherer"

Die Modellrechner von TU Wien, MedUni Wien und Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) gehen "davon aus, dass die Dynamik der gemeldeten Fallzahlen das gegenwärtige Infektionsgeschehen nicht repräsentativ widerspiegelt", heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Vorschau. Ähnliches hatten die Wissenschafter schon in den vergangenen Wochen betont, die Situation wird aber noch unsicherer, da die Aufhebung der Quarantäne ab Anfang August "das Testverhalten in der Prognoseperiode zusätzlich beeinflussen" kann. "Aus diesem Grund wird auf eine quantitative Darstellung der gemeldeten Fallzahlen verzichtet und stattdessen der Fokus auf eine qualitative Einschätzung ihrer Trends gelegt."

Trend dürfte aber weiter rückläufig sein

In dieser Einschätzung mit dem Verzicht auf genaue Zahlen wird betont, dass der Spitalsbelag, Abwasseranalysen, sowie die Dynamik der gemeldeten Positivtestungen querdurch alle Altersgruppen in den vergangenen Tagen rückläufig waren. Daher könne auch bei den gemeldeten Neuinfektionen von einem rückläufigen Trend ausgegangen werden.

Binnen 24 Stunden 83 Menschen weniger im Krankenhaus
15.11.2021, Sachsen, Leipzig: Ein Facharzt und eine Intensivpflegerin führen eine Bronchoskopie an einem intubierten Covid-19-Patienten auf der Intensivstation der Leipziger Uniklinik durch. ·Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen und der damit stark gestiegene Zahl behandlungsbedürftiger Covid-19-Patienten hat das Universitätsklinikum die Zahl der geplanten Operationen um über 30 Prozent verringert. Damit sollen die Kapazitäten für die Behandlung der Corona-Patienten gesichert werden. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.

Zahl der Spitalpatient:innen mit Corona geht zurück

Die Zahl der Spitalspatient:innen mit einer Corona-Infektion geht weiter zurück. Am Mittwoch lagen 1.464 Menschen mit einer SARS-CoV-2-Ansteckung im Krankenhaus. Das sind um 83 weniger als tags zuvor.

Kurzfristig würden auch "keine wesentlichen epidemiologischen Trendänderungen aufgrund des Quarantäne-Aus erwartet". Die Infektionsdynamik werde nach wie vor von saisonalen Effekten sowie von reduzierten Sozialkontakten durch die Ferienzeit gebremst.

Spitalszahlen liefern genaueres Abbild

Ein genaueres Abbild des Pandemiegeschehens in Österreich bieten wie zuletzt die Spitalszahlen. Deren Rückgang sollte sich ebenfalls fortsetzen, aber nicht "das Ausmaß des rezenten Abfalls der gemeldeten Fallzahlen" erreichen, betonten die Experten. Im Bereich der Normalpflege wird mit Ende der zweiwöchigen Prognoseperiode am 17. August österreichweit ein Belagsstand im Bereich von 777 bis 1.240 belegten Betten erwartet, mit einem Mittelwert von 981 Betten. Am gestrigen Dienstag waren es noch 1.461 Covid-Patienten auf Normalstationen. Auf den Intensivstationen dürfte die Auslastung im gleichen Zeitraum von 86 auf 50 bis 83 (Mittelwert 65) zurückgehen.

Auch in den kommenden Prognosen wird laut dem Prognosekonsortium auf eine Vorschau der gemeldeten Fallzahlen verzichtet. Die Prognose des Spitalsbelags werde zudem laufend an die aktuelle Datenlage angepasst. "Die Etablierung eines nicht- oder nur gering- invasiven Surveillance Systems, welches nicht mehr von subjektiven Faktoren wie der Testbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher abhängig ist, stellt dabei einen wesentlichen Beitrag zur künftigen Messung der Ausbreitungsdynamik sowohl als Grundlage für Prognosen als auch zum Zwecke der Einschätzung der Risikosituation dar", empfahlen die Wissenschafter.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 17.08.2022 um 11:19 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/keine-genaue-corona-prognose-fallzahlen-zunehmend-verzerrt-125153932

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