Jetzt Live
Startseite Österreich
Greenpeace-Kritik

Bald keine Kurzstrecken-Flüge mehr ab Salzburg?

Umstieg auf Nachtzüge gefordert

Flughafen Salzburg FMT-Pictures/FM
Geht es nach Greenpeace, soll es bald deutlich weniger Kurzstreckenflüge geben. (ARCHIVBILD)

Greenpeace prangert die Zahl der Kurzstreckenflüge in Europa an. Laut einem Report könnten 80 Prozent aller Kurzstreckenflüge durch Bahn-Reisen ersetzt werden. Aber auch da gäbe es Nachholbedarf.

80 Prozent der österreichischen Kurzstreckenflüge könnten durch Bahnreisen ersetzt werden. Zu diesem Schluss kommt ein Greenpeace-Report, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Für 53 Prozent aller Top-30-Kurzstreckenflüge innerhalb der EU gibt es zudem direkte Nachtzugverbindungen. "Ein absoluter Spitzenwert in Europa", hieß es in einer Aussendung. Die NGO forderte ein Verbot der leicht ersetzbaren Flüge.

 

Keine Verbote für Klimaziele

Der Staatssekretär im Verkehrsministerium Magnus Brunner (ÖVP) sprach sich allerdings umgehend gegen ein Verbot aus. "Der Klimaziele sollen nicht mit Verboten erreicht werden. Wir setzen auf Anreize und Innovation. Daher bin ich gegen das Verbot von Kurzstreckenflügen", so Brunner. 90 Prozent der innerösterreichischen Flüge seien zudem Zubringer zu Langstreckenverbindungen.

Der vom italienischen Institut OBC-Transeuropa erstellte Report analysierte die Top150-Kurzstreckenflüge in der EU sowie die Top250-Flüge in Europa. Zusätzlich wurden auch die 30 wichtigsten österreichischen Flüge betrachtet. Ausgeklammert wurden lediglich Flüge zu Inseln, die mit der Bahn nicht erreicht werden können.

 

Nachtzüge als Alternative für Flüge

Von den meistgenutzten Flugstrecken gibt es demnach bei zehn Prozent einen Zug unter vier Stunden und bei weiteren 19 Prozent einen unter sechs Stunden. "Zusammen mit den direkten Nachtzügen könnte in Europa also bereits jetzt bei fast der Hälfte aller Kurzstrecken gemütlich auf die Bahn umgestiegen werden", analysierte Greenpeace-Verkehrssprecher Herwig Schuster. In Österreich gilt dies - inklusive einigen schnellen Tagzügen und Nachtzügen mit einmaligem Umsteigen - sogar für 80 Prozent aller Kurzstreckenflüge.

Keine Kurzstreckenflüge ab Salzburg mehr

Auf Basis der verfügbaren hervorragenden Bahnverbindungen in Österreich forderte Greenpeace rasch ein Verbot aller Inlandsflüge sowie der Flugverbindungen von Wien nach Prag, Budapest und München aufgrund der schnellen Tagzüge. Darüber hinaus fordert Greenpeace die Einstellung von Verbindungen mit sehr guten Nachtzugverbindungen, darunter Wien nach Warschau, Berlin, Düsseldorf, Zürich, Venedig, Hamburg und Frankfurt. Flüge nach Frankfurt sollten auch ab Linz und Salzburg der Vergangenheit angehören. "Ein Ersatz aller Top-250-Kurzstreckenflüge in Europa durch Züge würde eine jährliche CO2-Einsparung von rund 23,5 Millionen Tonnen pro Jahr bringen. Das entspricht den jährlichen CO2-Emissionen von ganz Kroatien", sagte Schuster.

Greenpeace fordert günstigere Bahnverbindungen

Für einen Komplettausstieg aus Kurzstreckenflügen in Europa forderte Greenpeace Verbesserungen bei der Bahn. "Die Bahn muss im Vergleich zum Flugzeug deutlich billiger gemacht werden", sagte Schuster. Vor allem in Ost- und Südosteuropa müssten die Züge deutlich schneller und öfter fahren.

Brunner betonte hingegen, dass Fliegen und Nachhaltigkeit einander nicht ausschließen würden. "Pro Jahr sparen wir bereits jetzt mit Maßnahmen der Austro Control bereits 100.000 Tonnen CO2 ein, das sind umgerechnet 2.000 Mittelmeerflüge. Und wir treiben die Beimischung alternativer Treibstoffe voran", meinte der Staatssekretär. Es seien "also nicht die Kurzstreckenflüge das Problem, sondern die CO2-Emissionen. Reden wir lieber darüber, wie wir mehr alternative Treibstoffe ins Flugzeug bringen, statt Menschen aus dem Flugzeug rauszubringen".

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 22.05.2022 um 02:31 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/kurzstreckenfluege-sollen-von-bahn-abgeloest-werden-111485974

Kommentare

Mehr zum Thema