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Würmer, Heuschrecken & Co

Insekten bald auf unseren Tellern?

Experte über die Entwicklung der Proteinquelle

20180115_PD10668.HR.jpg APA/Helmut Fohringer/Archiv
Insekten landen immer häufiger auf den Tellern.

Insekten stehen weltweit bei etwa zwei Milliarden Menschen auf dem Speiseplan. In Österreich begegnet man dem Thema oft noch mit Skepsis. Gerade in letzter Zeit aber steigt das Interesse an Heuschrecken oder Würmern durch ein stärker ausgeprägtes Umweltbewusstsein, wie Simon Hagleitner von der Firma "Zirp" im Gespräch mit SALZBURG24 erklärt.

Die Wiener Firma "Zirp" hat schon vor zweieinhalb Jahren damit begonnen, den Menschen Insekten bei Kochkursen näherzubringen. Würmer, Heuschrecken & Co bietet die Firma mittlerweile in Form von Mehl, Nudeln, oder Riegel in großen Handelsketten an und hat damit in Österreich die Rolle des Marktführers übernommen.

Insekten auf dem Teller: "Das Interesse ist enorm"

Während in Salzburg Insekten noch kaum als Nahrungsmittel wahrgenommen werden, ist die Bundeshauptstadt hier voraus: "Das Interesse ist enorm. Auch wenn das Thema natürlich polarisiert, stellen wir schon fest, dass die Menschen aufgeschlossen und interessiert sind", gibt Simon Hagleitner von "Zirp" Einblick. Bei zahlreichen Veranstaltungen wollen die Wiener den Menschen die neue Proteinquelle näherbringen und zeigen bei Kochkursen, wie die Tiere zubereitet werden können.

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Gepostet von ZIRP Insects am Freitag, 20. Dezember 2019

So schmecken Insekten

Doch wie schmecken Insekten eigentlich? Als "relativ neutral, dezent nussig und knusprig" beschreibt Hagleitner die kleinen Tierchen. Wichtig sei es deshalb, die Blockade im Kopf abzubauen. "Wenn die Leute Insekten probiert haben, sind sie positiv überrascht und es gibt kaum jemanden, der sich davor ekelt", weiß Hagleitner. Wichtig sei es deshalb, einfach mal über den eigenen Schatten zu springen.

Um den Zugang zum Insektenprotein einfach zu gestalten, wird "Zirp" in Zukunft vermehrt auf Convenience-Produkte setzen. So sind die Tiere nicht zu erkennen und die Produkte sind bereits entsprechend gewürzt und abgeschmeckt.

Umweltgedanke besonders wichtig

Doch woher kommt das Interesse an Insekten als Lebensmittel, ist es der Umweltgedanke oder der gesundheitliche Aspekt? "Beides, würde ich sagen. In erster Linie geht es uns um eine gesunde Proteinquelle für den Menschen. Zudem ist uns aber auch der ökologische Aspekt sehr wichtig, wenn man etwa die Aufzucht von Insekten mit der klassischen Viehzucht vergleicht", so der Insekten-Experte. Die Firma hat sich deshalb für den Slogan "Good for you, good for the Planet" entschieden.

 

Aufzucht ohne Tierleid?

Bei der Aufzucht von Insekten kann das Tierleid großteils minimiert werden. Nach der Zucht werden die Tiere einfach eingefroren: "Das ist genau das, was mit Insekten in der kalten Jahreszeit in der freien Wildbahn passiert. Insekten haben zudem ein weit geringer ausgebildetes Bewusstsein als Säugetiere. Als Schwarmtiere ist Massentierhaltung für sie auch deutlich artgerechter", sagt Hagleitner. Wichtig sei es dennoch, sich bewusst zu sein, dass es sich um Tiere handelt. "Man darf sie also nicht wie Reiskörner behandeln."

Globaler Appetit auf Insekten steigt

Insekten als Nahrungsmittel scheinen also – abgesehen von der äußeren Erscheinung – auf den aktuell vorherrschenden Zeitgeist wie zugeschnitten. "Zirp" erwartet sich in den nächsten Jahren ein stetiges Wachstum, wobei der "Big Bang zwar noch nicht passiert ist, der wird aber früher oder später kommen", gibt sich Hagleitner optimistisch. Berechnungen zufolge betrug im Jahr 2018 der weltweite Marktwert von Insekten noch 406 Millionen US-Dollar, schon 2023 soll dieser auf 1,2 Milliarden US-Dollar steigen. Insekten auf dem Speiseplan scheinen also vorprogrammiert.

(Quelle: SALZBURG24)

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