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Lehrkraftmangel

Quereinstieg in Lehrerberuf soll leichter werden

Mehr Geld für Sommerschule

Verkündungen nach dem Ministerrat
Vizekanzler Werner Kogler (links) sowie Bildungsminister Martin Polaschek (rechts) am Mittwoch während des Pressefoyers nach einer Sitzung des Ministerrates im Bundeskanzleramt in Wien.

Die Regeln für den Quereinstieg in den Lehrerberuf sollen erleichtert werden. Das ist das Ziel einer Dienstrechtsnovelle, die am Mittwoch den Ministerrat passiert hat. Unter anderem wird es einfacher, überhaupt umsteigen zu können.

Gleichzeitig wurde die Bezahlung der Lehrenden in der Sommerschule geklärt. Ausbezahlt wird mehr als bisher, dazu gibt es eine Freizeit-Option. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) betonte im Pressefoyer nach der Regierungssitzung, dass die heutigen Beschlüsse dazu beitragen sollten, den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber attraktiver zu machen, gebe es doch auch hier den ein oder anderen Mangel etwa durch Pensionierungswellen.

In einigen Regionen und Fächern wird es erneut eng.
++ ARCHIVBILD/THEMENBILD ++ Illustration zum Thema "Lehrer / Lehrerbedarf": Der vor allem durch Pensionierungen entstehende Bedarf an Lehrern erreicht 2019 seinen Höhepunkt. Knapp 3.900 Planstellen (von knapp 110.000) müssen heuer nachbesetzt werden. Im Bild das Schild "Lehrerzimmer", aufgenommen am 17. September 2012, in einer Schule in Würzburg. (ARCHIVBILD VOM 17.9.2012)

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Polaschek spricht von wichtigem Meilenstein

Für Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) handelt es sich um einen wichtigen Meilenstein, den Quereinstieg zu erleichtern. Der war zwar bisher schon möglich, nun soll es aber einfacher werden, etwa indem die Eingangsvoraussetzungen präzisiert werden. So wird nicht wie bisher ein facheinschlägiges Studium, sondern ein fachverwandtes Studium für eine Anstellung ausreichen. So können etwa Absolventen eines Diplomstudiums Chemie auch in Physik und Mathematik eingesetzt werden - nun jedoch nicht mehr nur im schlechter bezahlten Sondervertrag. War bisher etwa zwar ein Mathematik-Studium geeignet für einen Umstieg, war das bei anderen technischen Studien mit hohem Mathematik-Anteil nicht entsprechend der Fall.

Drei Jahre Berufspraxis nach Studienabschluss

Die erforderliche Berufspraxis nach Studienabschluss wird auf drei Jahre vereinheitlicht. Der Umstieg kommt ohne befristete Verträge und ohne Abschläge im Gehalt aus. Vorgelagert ist neu ein Assessment vor der eigentlichen Bewerbung. Damit soll sichergestellt werden, dass die grundlegende pädagogische Eignung für den Lehrberuf gegeben ist. Dieses Assessment - bestehend aus Online- und Präsenzelementen - wird von einer neu geschaffenen Zertifizierungskommission durchgeführt.

Finanzielle Abgeltung für Sommerschule

Was die Sommerschule angeht, sollen Lehramtsstudenten künftig eine finanzielle Abgeltung von 30 Euro pro Stunde erhalten. Weiter werden Praxis-Punkte (ECTS) für das Studium angerechnet. Lehrer können wählen, ob sie 50 Euro pro Stunde oder Abschlagsstunden im folgenden Schuljahr in Anspruch nehmen. Die Schulleitungen erhalten gestaffelt - je nach Anzahl der zu betreuenden Gruppen - eine Abgeltung. Diese Regeln gelten schon im heurigen Jahr. Die Sommerschule findet immer in den letzten beiden Ferienwochen statt.

Rund 37.500 Schüler sollen dabei an rund 1.000 Standorten unterrichtet werden, erklärte Polaschek. Personal sei ausreichend vorhanden. Ziel ist es dabei, Lernrückstände aufzuholen. Für ukrainische Schüler wird vertiefender Förderunterricht mit Schwerpunkt Sprachförderung angeboten. Kogler hob insgesamt hervor, dass von der Sommerschule vor allem jene profitierten, deren Eltern weniger Geld hätten und sich dadurch keine Nachhilfe leisten könnten.

Neuerungen bei Einstieg in Lehrberuf

Eine weitere Neuerung gibt es in der Novelle bezüglich des Einstiegs in den Lehrerberuf. Um das Ziel einer möglichst geringen Belastung der neu eintretenden Lehrpersonen im ersten Dienstjahr zu verfolgen, sollen diese sich auf die Festigung ihrer Lehrtätigkeit konzentrieren können und daher nur in den ihrer Ausbildung entsprechenden Unterrichtsstunden eingesetzt werden. Nach Möglichkeit sollen sie auch zu keinen zusätzlichen Aufgaben wie Klassenvorstandstätigkeiten herangezogen werden.

(Quelle: APA)

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