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Liederbuch-Affäre

FPÖ ringt um Distanzierung

Wolfgang Zanger und die steirische FPÖ ringen in der Liederbuch-Affäre um Distanzierung. Während der Abgeordnete zunächst via Facebook mitteilte, sich deswegen "niemals" zu schämen, schickte die FPÖ Donnerstagfrüh eine Aussendung: Zanger lehne "jede Form des Rassismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus entschieden ab", hieß es darin.

Zanger selbst hatte sich noch Mittwochabend auf Facebook kämpferisch gezeigt: "Zur Abwechslung darf ich mal wieder herhalten als Feind Nummer 1. Aber entgegen aller Erwartungen stehe ich dazu: 'Ja, ich habe dieses Buch vor Jahren als Geschenk erhalten.' Und 'Nein, ich habe dieses 444 Seiten NICHT in einer Abendlektüre genossen.' ... Aber das sind Lieder, die meine Eltern gesungen haben. Dafür werde ich mich NIEMALS schämen und auch nicht rechtfertigen!!!"

Zur Abwechslung darf ich mal wieder herhalten als Feind Nummer 1. Aber entgegen aller Erwartungen stehe ich dazu: "Ja,...

Gepostet von Wolfgang Zanger am Mittwoch, 30. Oktober 2019

Zanger: Liederbuch sei Geschenk gewesen

In der "Kleinen Zeitung" (Donnerstagausgabe) sagt der Abgeordnete, er habe das Liederbuch 2005 von einem älteren Mitglied seiner Verbindung geschenkt bekommen. "Seither liegt es bei mir daheim, verstaubt, ungelesen und nicht gebraucht", so Zanger. Er werde sich davon nicht distanzieren, weil er es nicht geschrieben habe. Weggeben wolle er das Buch aber auch nicht, "weil mir die Person, die es mir damals gegeben hat, etwas wert ist".

FPÖ Steiermark distanziert sich

Die FPÖ Steiermark dagegen – die in knapp drei Wochen bei der Landtagswahl um eine Regierungsbeteiligung kämpft – distanzierte sich deutlich von dem Buch: "Die in den Medien publizierten Passagen sind widerlich und werden von den Freiheitlichen kategorisch abgelehnt. Dass ein solches Schriftstück drei Wochen vor der Wahl auftaucht, hat System und dient nur einem Zweck: Der FPÖ zu schaden und sie in ein schiefes Licht zu rücken."

Die FPÖ Steiermark könne weder für Liederbücher, mit deren Verfassung sie überhaupt nichts zu tun hat, "noch für das Wirken von eigenständigen Vereinen zur Rechenschaft gezogen werden". Man wolle im Übrigen gegen Verleumdungen jeglicher Art rechtlich vorgehen.

Zanger: Weder Urheber, noch inhaltliche Nähe

Donnerstagvormittag folgte dann eine weitere Aussendung der FPÖ, in der auch Zanger betonte, "jede Form von Rassismus, Nationalsozialismus und Antisemitismus" abzulehnen. Er sei weder Urheber, noch habe er sonst zu den darin abgedruckten Texten eine inhaltliche Nähe. "Die ganze Angelegenheit hat mit der FPÖ nichts zu tun. Ein Geschenk, das ich vor vielen Jahren erhalten habe, macht weder mich noch die FPÖ inhaltlich dafür verantwortlich", so Zanger.

Vilimsky sieht "Schmutzkübel-Inszenierung"

"Quasi wie bestellt erfolgte nach der letzten Niederösterreich-Wahl nun auch in der Steiermark mit einer mehr als nebulosen Liederbuch-Geschichte eine Schmutzkübel-Inszenierung gegen die FPÖ knapp vor der Wahl", erklärte Generalsekretär Harald Vilimsky am Donnerstag per Aussendung.

"Dieses Manöver ist mehr als durchsichtig, plump und nur darauf ausgerichtet, der FPÖ einen politischen Schaden zuzufügen", erklärte Vilimsky in einer Reaktion. Darin teilte er auch mit, dass die FPÖ die in Medien zitierten Passagen des Liederbuchs verurteile und deren Inhalte kategorisch ablehne.

(Quelle: APA)

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