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Lotte Tobisch ist tot

"Legende": Reaktionen aus Politik & Kultur

Lotte Tobisch APA/GEORG HOCHMUTH
Lotte Tobisch am 21. März 2016 im Rahmen eines Fototermins mit der APA in Wien. Die Opernballorganisatorin, Schauspielerin und Autorin ist am Samstag, 19. Oktober 2019, im Alter von 93 Jahren verstorben.

"Mit dem Tod von Lotte Tobisch ist Österreich um eine Institution ärmer geworden. Als legendäre Organisatorin des Wiener Opernballs war sie weithin bewundert und geachtet.", so Bundespräsident Alexander Van der Bellen angesichts des Ablebens der am Samstag im Alter von 93 Jahren verstorbenen Opernball-Lady, Schauspielerin und Autorin. Die Reaktionen.

"Ihr dynamisches und offenes Wesen, ihre klare aber verbindliche Art verschafften ihr Anerkennung und Respekt. Auch soziales Engagement bis ins hohe Alter zeichnete diese besondere Persönlichkeit aus. Wir alle, die wir Lotte Tobisch kannten und schätzten, werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren", so Van der Bellen in einer Aussendung.

Auch Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein würdigte die Verstorbene: "Mit Lotte Tobisch verliert Österreich nicht nur eine hervorragende Schauspielerin und Künstlerin, sondern eine Ausnahmepersönlichkeit, die sich mit ihrem kulturellen, gesellschaftlichen und sozialen Engagement um Österreich besonders verdient gemacht hat. Wir trauern um einen überaus liebenswerten Menschen und eine große Österreicherin".

Mit Tobisch "hat uns eine große Botschafterin der österreichischen Kultur verlassen", so auch Kulturminister Alexander Schallenberg. Für den Minister hat die Grand-Dame des Opernballs "maßgeblich dazu beigetragen, Österreichs Renommee als Kunst- und Kulturnation vor allem in der schweren Nachkriegszeit mit aufzubauen. Sie wird eine Lücke hinterlassen, die nicht geschlossen werden kann."

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) strich u.a. ihr kulturelles, gesellschaftliches und soziales Engagement um Österreich hervor: "Wir trauern um einen überaus liebenswerten Menschen und eine große Österreicherin."

Lotte Tobisch werde "mit ihrem unübertroffenen Charme und ihrer großen Offenheit sehr fehlen", so der Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, Christian Kircher, angesichts des Ablebens der prägenden Kultur-Persönlichkeit. Staatsoperndirektor Dominique Meyer würdigte sie als "eine blitzgescheite, belesene, noble, große Persönlichkeit", die "nie um eine klare Wortmeldung verlegen war".

Neben ihrer Zeit als Opernball-Chefin sei mit Tobisch auch "eine großartige Schauspielerin und Künstlerin von uns gegangen", heißt es seitens des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig. "Mit ihren zahlreichen Engagements im Burg- und Volkstheater sowie dem Theater in der Josefstadt und ihren Filmrollen beeindruckte sie über viele Jahrzehnte. Bis zuletzt engagierte sich Tobisch auch für Kulturschaffende. Ihr soziales Engagement zeichnete sie im besonderen aus", so Ludwig.

Für die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) war Tobisch "nicht nur Grand Dame der österreichischen Kultur-Szene. Sie war zugleich eine unglaublich engagierte, schillernde und weltoffene Persönlichkeit. Ihre direkte und unkomplizierte Art haben mich immer fasziniert. Genauso wie ihr Engagement als Präsidentin des Vereins 'Künstler helfen Künstlern' in Baden".

Als "großartige und kluge Frau mit so viel Esprit, Witz und Geist" würdigte auch die NEOS-Vorsitzende Beate Meinl-Reisinger die Verstorbene. "Lotte Tobisch begeisterte nicht nur über ein halbes Jahrhundert ihr Publikum auf der Bühne und auf der Leinwand, sie war auch immer ein politischer Mensch", so die Chefin der NEOS. Tobisch, die 2017 und bei der jüngsten Nationalratswahl im Unterstützungskomitee der Partei aufschien, "war nicht nur eine große Europäerin, sondern hat sich bis zuletzt auch für Generationengerechtigkeit, Toleranz und Weltoffenheit eingesetzt."

Die amtierende Opernball-Organisatorin Maria Großbauer trauert ebenfalls um ihre Vorgängerin Lotte Tobisch: "Lotte Tobisch war über viele Jahrzehnte eine wichtige Persönlichkeit des Wiener Kulturlebens", so Großbauer. Die Titulierung "Grand Dame" wäre "jedenfalls sehr zutreffend" gewesen.

"Lotte Tobisch war zwar lange vor mir als Opernballorganisatorin für die Wiener Staatsoper tätig - von 1981 bis 1996 - aber viele Neuerungen und Umgestaltungen aus ihrer Ära gibt es bis heute. In ihrer Zeit als Organisatorin des berühmtesten Wiener Balles hat sie beispielsweise das Casino im Schwindfoyer eröffnet (1982), die Bühnenlogen bauen lassen (1986) und die Diskothek im zweiten Souterrain eingeführt (1993). Auch in den von mir gestalteten Bällen war sie immer wieder als Ehrengast bei uns", sagte Großbauer.
 

(Quelle: APA)

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