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Malaria

Bisher keine Infizierung durch Blutspende bekannt

Noch ist nicht bewiesen, dass eine Blutkonserve in Kärnten mit Malaria-Erregern kontaminiert und dadurch für den Tod einer 86-Jährigen verantwortlich gewesen ist. Würde sich dieser Verdacht bestätigen, wäre es der erste Fall, bei dem in Österreich eine Malaria-Infizierung durch Blutkonserven erfolgt ist, hieß es am Mittwoch vom Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK).

Laut Christof Jungbauer, medizinischer Leiter des Blutspendedienstes Wien, Niederösterreich und Burgenland des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), habe es zwar schon in Nicht-Malaria-Endemiegebieten sporadisch Übertragungen von Malaria durch Blut gegeben. Das sei aber "eine große Seltenheit".

Malaria durch Parasiten ausgelöst

Eine Testung auf Malaria "ist nicht so einfach wie auf andere Infektionserreger", sagte der Experte. Ausgelöst wird Malaria durch Plasmodien, das sind einzellige Parasiten. Bei der Verdachtsdiagnose Malaria kann sich der mikroskopische Plasmodien-Nachweis schwierig gestalten und auch die Antigenbestimmung mittels Schnelltest lässt oft keine eindeutige Diagnosestellung zu.

Bei einer Blutspende wird in der Blutspendezentrale die sogenannte Rückstellungsprobe - der zurückbehaltene Rest des Spenderbluts - verwahrt. Bei solchen Verdachtsfällen wird diese dann "an das zuständige und geeignetste Referenzzentrum geschickt", erläuterte Jungbauer den routinemäßigen Vorgang. "Dieses - also eine unabhängige Stelle - legt dann fest, welche die geeignetste Art und Weise ist, um den Fall zu bestätigen oder zu widerlegen", sagte der Experte

Spenderblut wird nicht auf Malaria getestet

Spenderblut wird in Österreich nicht auf Malaria untersucht. Personen, die zuvor in Malaria-Gebieten waren, werden aber von der Blutspende gesperrt. Spender werden immer zu einer Vielzahl an Infektionsrisiken befragt und ihr Blut auf mehr als 15 Parameter getestet.

"Eine Übertragung mit Infektionserregern ist ein ganz, ganz seltenes Ereignis", sagte Jungbauer. Das Risiko einer Ansteckung durch eine Bluttransfusion liegt bei eins zu einer bis zehn Millionen. Bei HIV ist es etwa eins zu 4,3 Millionen. "Wir haben ein unglaublich hohes Sicherheitsniveau, es ist aber kein Nullrisiko", betonte Jungbauer.

Das Blutsicherheitsgesetz schreibt vor, welche Analysen Blutspenden durchlaufen müssen. Die wichtigsten Infektionskrankheiten, wie HIV, werden mittels verschiedener Tests (immunologische und molekularbiologische) untersucht, um das diagnostische Fenster, in der Antikörper bzw. Erreger noch nicht nachgewiesen werden können, möglichst klein zu halten.

Blutspender müssen bestimmte Kriterien erfüllen

Die Blutspender-Verordnung bestimmt, welche Voraussetzungen Spender erfüllen müssen. Jeder durchläuft laut Rotem Kreuz folgende Tests: Spenderfragebogen, Messung von Hämoglobin, Blutdruckmessung, Temperaturmessung, Feststellung von Körpergewicht bzw. Body-Mass-Index. Der Fragebogen ist ein "wichtiger Sicherheitsfaktor", hier sei das Rote Kreuz "auf die wahrheitsgemäße Beantwortung" angewiesen, sagte Jungbauer.

Abgefragt wird hier unter anderem, ob der Spender in den vergangenen sechs Monaten im Ausland war. Personen, die in diesem halben Jahr vor der Blutspende in Malaria-Gebieten waren, sind unabhängig davon, ob sie Krankheitssymptome hatten, von der Blutspende gesperrt. Personen, die in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen sind oder sich mehr als sechs Monate durchgehend dort aufgehalten haben, dürfen prinzipiell nicht spenden. Diese sogenannten Rückstellungen von Spendern nach derartigen Aufenthalten "funktioniert sehr gut", sagte Jungbauer.

Bei der Bluttestung gibt es zwei große Gruppen. Die erste "in Bezug auf die Verträglichkeit der Transfusion" und die zweite "bezieht sich auf Infektionssicherheit", erläuterte Jungabuer. Jedes Spenderblut wird auf folgende Parameter getestet: Bestimmung von Blutgruppe, Rhesus- und Kellfaktor sowie etwaige Antikörper; immunologische Tests (HIV-Antigen und Antikörper, Hepatitis B-Antigen, Hepatitis C-Antikörper, Syphilis-Antikörper, Neopterin-Test) sowie molekularbiologische Tests/ Pool-PCR (HIV, Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Parvo B19). Die PCR-Routine-Testung auf HIV sowie Hepatitis B und C wurde mit dem Blutsicherheitsgesetz 1999 eingeführt. Saisonal werden Blutspenden außerdem von Juni bis Ende November auf das West-Nil-Virus getestet.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 26.06.2019 um 04:22 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/malaria-bisher-keine-infizierung-durch-blutspende-bekannt-67553110

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