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15 Messerstiche

20 Jahre Haft für Mann in Graz

Frau in Wald gelockt und niedergestochen

Gericht, SB APA/BARBARA GINDL
Das Gericht befand den Mann in Graz für schuldig. (SYMBOLBILD)

Ein 38-Jähriger ist am Montag von einem Geschworenensenat wegen Mordversuchs und versuchter schwerer Nötigung für schuldig befunden worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Mann soll im Juni in der Südsteiermark bei Gralla seine Frau in einen Wald gelockt und durch 15 Messerstiche verletzt haben.

Der Iraker lebte schon länger in Deutschland, seine Ehefrau und zwei Kinder waren in der Heimat geblieben. 2015 kam die Frau nach, doch der Angeklagte hatte schon bald eine neue Gefährtin.

Richterin: "Eklat vorprogrammiert"

Mit ihr bekam er auch zwei Kinder, wovon die Ehefrau nichts wissen durfte. "Da war der Eklat schon vorprogrammiert", bemerkte Richterin Michaela Lapanje. "Er hatte Angst, dass sein Doppelleben auffliegt, daher schmiedete er den Mordplan", war Staatsanwalt Marjan Wieland überzeugt. Er erzählte, dass der Beschuldigte mit der Familie im Juni nach Kroatien auf Urlaub fuhr und auf dem Rückweg im steirischen Gralla seine Frau in einen Wald lockte.

Frau niedergestochen: Passanten rufen Rettung

Dort soll er ihr 15 Stiche in Hals, Oberkörper und Beine versetzt haben. Als er merkte, dass sie nur leicht verletzt war, "wollte er ihr den Hals umdrehen", meinte der Ankläger. Doch auch das misslang, also kehrte das Paar zum Auto zurück. Zuvor soll der Mann noch gedroht haben, wenn sie reden würde, würde er dafür sorgen, dass Freunde sie töten würden. Mehrere Personen waren in der Nähe und riefen die Rettung.

"Ich wollte sie nicht verletzen", betonte der 38-Jährige. "Warum tun Sie es dann?", fragte die Richterin. "Ich weiß nicht, wie das passiert ist, ich wollte nur meine Töchter schützen", rechtfertigte sich der Angeklagte. "Die waren im Auto, die waren nicht in Gefahr", antwortete die Richterin. "Ich habe das Messer nur gezückt, damit sie Angst bekommt und sich mir nicht nähert", lautete eine der Erklärungen des Mannes.

Angeklagter: "Habe Messer nur gehalten"

Über die Tat selbst waren ihm kaum Angaben zu entlocken, so sehr es die Richterin auch versuchte. "Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man nicht dabei war", wehrte der Angeklagte die Fragen ab. "Wir sind aneinandergeraten, dann habe ich festgestellt, dass ihr Blut über meinen Körper rinnt", erzählte er. "Dass er auf seine Frau eingestochen habe, wollte er so nicht bestätigen. "Was haben Sie gedacht, was passiert, wenn Sie auf eine Frau 15 Mal einstechen?", fragte der beisitzende Richter. "Ich verstehe die Frage nicht", kam die Antwort. "Ich habe das Messer nur gehalten, das können keine tiefen Wunden sein", beteuerte der Beschuldigte.

Haftstrafe nicht rechtskräftig

Die Geschworenen befanden, dass es sich bei der Tat um einen versuchten Mord gehandelt hatte. Dazu kam noch versuchte schwere Nötigung wegen der Aufforderung an die Ehefrau, niemandem zu sagen, was wirklich passiert sei. Der 38-Jährige wurde zu einer Haftstrafe von 20 Jahren verurteilt, weder Staatsanwalt noch Verteidigung gaben eine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 15.04.2021 um 02:11 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/mann-in-graz-wegen-mordversuchs-zu-20-jahren-haft-verurteilt-80775691

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