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Präsidentschaftswahlkampf

Marco Pogo und Rosenkranz sammeln Unterschriften

FPÖ-Kandidat will sich aus innerparteilichen Turbulenzen raushalten

FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz und Bierpartei-Gründer Dominik Wlazny haben am Dienstag - dem Starttag für das Unterschriften-Sammeln - mit öffentlichen Auftritten um Unterstützung für ihre Bundespräsidenten-Kandidatur geworben. 6.000 Wahlberechtigte müssen Kandidaturwillige bis 2. September für sich gewinnen, um am 9. Oktober am Stimmzettel zu stehen.

Rosenkranz sah in einer Pressekonferenz kein Problem darin, diese erste Hürde zu nehmen - und bemühte sich, die innerparteilichen Turbulenzen rund um den Parteiausschluss und Suizidversuch des früheren Abgeordneten Hans-Jörg Jenewein vom Tisch zu wischen. Er werde sich im Wahlkampf "nicht in innerparteiliche Dinge einmischen", betonte er. "Es wird keine Auswirkungen haben und Herbert Kickl sitzt fest im Sattel", meinte er auf eine entsprechende Journalistenfrage. Auch was die Tonaufnahme interner Gespräche betrifft, hielt sich Rosenkranz zurück: Er kenne die Motivation der Betroffenen nicht, "ich würde eine menschliche Irreleitung in irgendeiner Form sehen, die ich auch einem Parteifreund nachsehen könnte", aber das sei alles Spekulation. Ihm liege das persönliche Schicksal Jeneweins am Herzen, die "parteipolitischen Dimensionen" überlasse er aber dem Generalsekretär.

Turbulenzen innerhalb der FPÖ

Innerhalb der Freiheitlichen rumort es, weil bei dem früheren Abgeordneten und FPÖ-Mitarbeiter Hans-Jörg Jenewein der Entwurf einer Anzeige gegen die Wiener FPÖ gefunden wurde, wo man deshalb recht erzürnt ist. Jenewein ist daraufhin aus der Partei ausgetreten, am Wochenende wurde ein Suizidversuch des Vertrauten von Bundesparteichef Herbert Kickl bekannt.

PK FPÖ PRÄSENTATION DES NEUEN FPÖ GENERALSEKRETARIATES SVAZEK =.jpg APA/ROBERT JAEGER

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Marco Pogo bittet um Unterschriften

Der "Turbobier"-Sänger Dominik Wlazny (alias "Marco Pogo") warb am Dienstag in der Wiener Mariahilfer Straße um Unterstützungserklärungen - und offerierte, eher unerwartet, den Passanten Wasserflaschen, um die "Gegner zu verwirren". Für Wlazny geht es bei seiner Hofburg-Bewerbung darum, "Politik neu zu denken". Die Ereignisse der letzten Jahre hätten diesen "rebellischen Ansatz" in ihm reifen lassen: "Leute brauchen in Zeiten von Krisen mehr Zuversicht und Vertrauen." Auch in Linz, Graz und Innsbruck werden sich Freiwillige auf Werbeständen der Bierpartei in den nächsten Wochen um Unterschriften für ihn bemühen.

6.000 Unterstützungserklärungen notwendig

Die 6.000 erforderlichen Unterstützungserklärungen dürften Van der Bellen und Rosenkranz leicht zusammenbringen. Auch Wlazny sollte es schaffen können - hatte seine Bierpartei bei der Wien-Wahl 2020 doch schon mehr als 13.000 Wähler. Auch der Chef der maßnahmen- und impfkritischen MFG, Michael Brunner, kann nach dem Wahlerfolg 2021 in Oberösterreich (mit mehr als 50.000 Stimmen) und den teils recht guten Ergebnissen bei den Tiroler Kommunalwahl im Februar 2022 davon ausgehen, am 9. Oktober am Stimmzettel zu stehen. Ex-FPÖ- bzw. BZÖ-Politiker Gerald Grosz hofft auf seine Follower in den sozialen Medien.

Hürde für kleinere Initiativen schwer

Wesentlich schwieriger ist die erste Hürde am Weg in die Hofburg für öffentlich weniger bekannte Einzelkämpfer oder Bewerber kleinerer Initiativen, die über sich nicht auf ein Netzwerk stützen können. 15 davon werben aktuell über die sozialen Medien und Webseiten um Unterschriften. Sie müssen - wie alle anderen auch - ihre Unterstützer dazu bewegen, aufs Gemeindeamt oder den Magistrat zu gehen und die Unterschrift dort beglaubigen zu lassen - und die Unterstützungserklärungen dann dem sogenannten Zustellungsbevollmächtigten zukommen zu lassen.

Unterstützen kann eine Kandidatur jeder Österreicher, der am heutigen "Stichtag" stimmberechtigt ist - aber jeweils nur für einen Bewerber. Zeit für das Unterschriftensammeln ist bis 2. September, 17 Uhr. Dann müssen die Unterstützungserklärungen bei der Bundeswahlbehörde eingereicht sein, zusammen mit dem Kostenbeitrag von 3.600 Euro.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 29.09.2022 um 03:36 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/marco-pogo-und-rosenkranz-sammeln-unterschriften-125419870

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