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Corona-Maßnahmen

Reaktionen auf neuerliche Maskenpflicht

Opposition mit Kritik an Kurz-Regierung

Die SPÖ begrüßt die Wiedereinführung der Mund-Nasen-Schutzmasken in Supermärkten, Bank- und Postfilialen, bemängelt aber ein fehlendes Gesamtkonzept der Bundesregierung. Für die FPÖ ist das verpflichtende Maskentragen beim Lebensmitteleinkauf "reine Schikane", wie Klubobmann Herbert Kickl per Presseaussendung wissen ließ. Die NEOS vermissen bei der Bundesregierung "evidenzbasierte Maßnahmen".

Für SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher sind die Österreicher "noch immer mit einem Fleckerlteppich und Stückwerk an verschiedenen Regeln konfrontiert". Dass die Regierung die von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner eingeforderte Ausweitung der Maskenpflicht umsetze, sei zu begrüßen, aber es mache überhaupt keinen Sinn, wenn auf eine ähnliche Situation in Oberösterreich anders reagiert wird als in Vorarlberg, meinte Kucher in einer Aussendung.

Kucher plädierte für zentrale Vorgaben als Grundlage für lokale Entscheidungen in den Bundesländern. Außerdem sei ein schnelleres und umfassenderes Vorgehen bei den Testungen sowie eine rasche Rückverfolgung aller - auch asymptomatischer - Kontaktpersonen erforderlich. Dazu bräuchte es nach Ansicht der SPÖ eine zentrale Krisenkoordination.

Maskenpflicht für FPÖ "reine Schikane"

Außer Symbolik habe die Maske "wirklich keinerlei Effekt", sondern sei "reine Schikane, mit der man der Öffentlichkeit eine Art von Tätigkeit vorgaukeln, die Menschen aber vor allem in Angst versetzen könne", gab FPÖ-Klubobmann Kickl zu bedenken. Wichtiger wäre es, wenn die Regierung sich mit der Reparatur des Schadens beschäftige, den sie "mit übersteigerten, wirren und teilweise völlig widersprüchlichen Maßnahmen" angerichtet habe. Sämtliche Versprechungen bezüglich Wirtschaft und Arbeitsmarkt seien nicht eingelöst worden, behauptete Kickl. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Arbeitslose würden "von einer außer Rand und Band geratenen Bürokratie drangsaliert".

NEOS orten Inszenierung der Regierung

Bei der Regierung heiße es offensichtlich "Inszenierung statt evidenzbasierter Maßnahmen", stellte NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker zur bundesweiten Maskenpflicht fest. Diese sei verwirrend und widerspreche jeder wissenschaftlichen Evidenz und den angekündigten Plänen, regionale Maßnahmen setzen zu wollen. "Jetzt bekommen ganze Bezirke ohne einen einzigen Covid-19-Fall neue Vorschriften. Beim viel beschworenen Ampel-System, regionalen Maßnahmen oder einer bundesweiten, koordinierten Teststrategie geht aber nichts weiter", konstatierte Loacker.

Die Bürger könnten - was das Maskentragen betrifft - grundsätzlich "eigenverantwortlich entscheiden, wann sie in geschlossenen Räumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, Mund-Nasen-Schutz tragen". Auch NEOS verlangten schnellere und unbürokratischere Testungen. Nur so könne man Cluster und Hotspots rasch identifizieren und regional reagieren.

Ärztekammer über Rückkehr der MNS-Masken erfreut

Die Österreichische Ärztekammer (ÖAK) hat die Entscheidung der Bundesregierung ausdrücklich begrüßt. Diese Maßnahme wäre in Anbetracht der Sorglosigkeit vieler Menschen und der damit verbundenen stetig steigenden Zahl an Infizierten "schon längst notwendig gewesen", betonte Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres.

"Wir haben schon vor einigen Tagen darauf hingewiesen, dass wir wahrscheinlich nicht umhinkommen werden, wieder mehr gesetzliche Vorgaben zu setzen. Es ist gut und richtig, an die Eigenverantwortung der Menschen zu appellieren. Wenn das aber nichts nützt, muss es zu Anordnungen kommen, schon allein zum Schutz jener, die schon bisher einen Nasen-Mund-Schutz in geschlossenen Räumen getragen und damit ihre Mitmenschen geschützt haben", meinte Szekeres in einer Presseaussendung. Gerade in Supermärkten und ähnlichen Geschäften sei es oft sehr schwierig, einen entsprechenden Abstand zu den anderen Kunden einzuhalten. Zu rasch habe man sich nach den ersten Lockerungen an die wiedererlangte Freiheit gewöhnt. Die nun erfolgte Verschärfung der Maskenpflicht in geschlossenen Räumen sei "die einzig richtige Antwort der Regierung auf die zunehmende Sorglosigkeit der Menschen und zudem eine vergleichsweise niederschwellige, aber umso effektivere Maßnahme im Kampf gegen Covid-19", hielt Szekeres fest.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 21.04.2021 um 06:12 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/maskenpflicht-sorgt-fuer-gemischte-reaktionen-90473704

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