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Liquidation unumgänglich

Mattersburg-Bank am Ende

Bankenaufsicht dreht den Betrieb ab

Die Spareinlagen sind sicher
An einen Fortbestand der Mattersburg Bank sei nicht zu denken.

In Österreich hat die Bankenaufsicht wieder eine kleine Bank zugedreht. Die Commerzialbank Mattersburg muss ihren Betrieb einstellen. Die Finanzmarktaufsicht hat der "Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG" per Bescheid die Fortführung des Geschäftsbetriebes gänzlich untersagt. Für Landeshauptmann Doskozil ist eine Liquidation unumgänglich. Die Einlagen der Kleinanleger sind indes gesichert.

Der Regierungskommissär ist der Wirtschaftsprüfer Bernhard Mechtler. Der Bescheid, der in der Nacht auf Mittwoch bekannt gegeben wurde, wurde sofort wirksam. Die Bank hatte einst als Raiffeisenbank Schattendorf firmiert und sich Mitte der 90er Jahre aus dem Raiffeisensektor verabschiedet. Der Chef der kleinen Regionalbank, Martin Pucher, ist auch Clubchef des SV Mattersburg.

Doskozil: "Bank ist zu liquidieren"

"An einen Fortbestand ist in keinster Weise zu denken. Die Bank ist zu liquidieren", betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Das Land richtet nun Hotlines für Betroffene ein. Viele Unternehmen und Privatpersonen würden durch den Bilanzskandal "höchstwahrscheinlich am Ende des Tages sehr viel Geld verlieren", sagte Doskozil.

Sowohl in der Landesregierung als auch in der Wirtschaft Burgenland (WiBuG) werde eine Hotline eingerichtet, die Privatpersonen beziehungsweise Unternehmen zur Verfügung stehen wird. Zudem werde ein Jurist engagiert, der kostenlose Rechtsberatung bieten werde. Das Land selbst ist laut Doskozil nicht betroffen. Es habe keine Geschäftsbeziehung zur Commerzialbank gegeben. Die Energie Burgenland habe allerdings rund 5 Millionen Euro dort veranlagt. "Ich gehe davon aus, dass das Geld weg ist", sagte Doskozil.

"Dramatische" Lage bei Mattersburg Bank

Die Höhe des Schadens sei derzeit noch nicht absehbar. Die Finanzmarktaufsicht habe ihm jedoch mitgeteilt, dass die Lage "dramatisch" sei, so der Landeshauptmann.

Bei der Commerzialbank Mattersburg ging es nach Unregelmäßigkeiten, die jetzt bei einer Vorort-Prüfung der Bankprüfer offenkundig geworden sind, dann ganz schnell. Vorstandschef Pucher hat nach einer ersten Befragung am Dienstag per sofort seinen Job zurückgelegt. Es soll auch eine Selbstanzeige geben. Die Aufseher haben die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Verdacht lautet dem Vernehmen nach auf Basis des bisherigen Kenntnisstands auf Bilanzfälschung und Untreue.

Sparanlagen gesichert

Kleinere Kunden der kleinen Bank (Bilanzsumme: rund 800 Mio. Euro) müssen sich indes um ihre gesicherten Spareinlagen keine Sorgen machen, ein FMA-Sprecher verwies am Mittwoch darauf, dass Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Person (auch für Kleinunternehmen) gesichert sind. Der Bank wurden in der Nacht auf Mittwoch die Geschäfte zur Gänze untersagt.

Mehr als 400 Millionen Euro an gedeckten Einlagen liegen in der von einem Bilanzskandal erschütterten Mattersburger Commerzialbank. Wie die Finanzmarktaufsicht Mittwochvormittag mitteilte, ist der Einlagensicherungsfall durch Zahlungsstopp der FMA (Untersagung der Fortführung des Geschäftsbetriebs) ausgelöst worden. In der Bank sind selbst damit keine weiteren Einzahlungen oder Abhebungen oder Überweisungen möglich.

Betroffene Einleger können sich auch telefonisch oder per e-mail an die Einlagensicherung wenden: Telefon: +43 (1) 533 98 03-0, via Mail.

(Quelle: APA)

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