Jetzt Live
Startseite Österreich
Lösung für Salzburg?

Diese Abgabe-Modelle gibt es

Autobahn, Maut, SB APA
Transitrouten durch Österreich seien deshalb attraktiv für die Speditionsfirmen, weil der Diesel und die Maut im Länder-Vergleich bei uns so günstig sei. (SYMBOLBILD)

Von der Lkw-Maut zur kilometerabhängigen Maut bis City-Maut oder Korridormaut – was für Modelle gibt es und welche Auswirkungen können sie möglicherweise auf den Verkehr haben?

In Österreich gilt die Gebührenpflicht für alle Kraftfahrzeuge auf Autobahnen und Schnellstraßen, deren höchstes zulässiges Gesamtgewicht 3,5 Tonnen übersteigt. Damit fallen nicht nur Lkw und Autobusse, sondern auch Wohnmobile und sonstige Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht unter die Mautpflicht. Für diese Fahrzeuge fällt andererseits die Vignettenpflicht und die Straßenbenutzungsabgabe weg. Außerdem wurde gleichzeitig die Kraftfahrzeugsteuer auf das Niveau von 2000 reduziert.

Hohe Straßenabnutzung durch Lkw

Auf Österreichs Landesstraßen und durch Ortschaften ist die Fahrt bekanntlich kostenfrei. Wenn es nach dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) geht, dann dürften Lastwagen, Sattelzüge und Co. die Autobahnen überhaupt nicht verlassen: "Auf Landes- und Gemeindestraßen stellen wir aufgrund des vielfach hohen Gewichts der Lkw eine sehr starke Abnutzung und damit einhergehend einen hohen Erhaltungsaufwand mit sich", erklärt VCÖ-Experte Markus Gansterer. Hinzu komme die gesundheitliche Belastung für Anrainerinnen und Anrainer. Durch eine Maut könne man den Verkehr nicht nur reduzieren, die Einnahmen könnten auch in den Verkehr reinvestiert werden. 

Die Transitrouten durch Österreich seien deshalb attraktiv für die Speditionsfirmen, weil der Diesel und die Maut im Länder-Vergleich bei uns so günstig sei. "Der Umweg durch Österreich zahlt sich deshalb aus", weiß Gansterer.

Maut-Einnahmen auf Schiene investieren?

In den letzten Jahren wurde auf EU-Ebene auch immer wieder über eine einheitliche Maut diskutiert. Das scheiterte aber an einzelnen Mitgliedstaaten. "Eine einheitliche EU-Maut ist in naher Zukunft nicht absehbar", schätzt Gansterer die Situation ein. Um mehr Waren über die Schienen zu transportieren, müssten laut VCÖ technische und bürokratische Hürden für Bahntransporte innerhalb der EU abgebaut werden und mehr Fördermittel freigegeben werden. Darüber hinaus wirbt der Verkehrsclub für Angleichung der Mineralölsteuer von Diesel auf das Benzin-Niveau.

Eine Möglichkeit Gelder zu lukrieren, damit der Güterverkehr auf der Bahn gefördert wird, sieht Salzburgs SPÖ-Verkehrssprecherin Sabine Klausner derweil in der Einführung einer flächendeckenden Lkw-Maut. "Erst wenn Kostenwahrheit herrscht und die Einnahmen aus einer solchen Maut dem Güterverkehr auf der Schiene zugeführt werden, bringen wir den Verkehr von der Straße weg."

Wirtschaftskammer gegen Maut

Die Wirtschaftskammer warnt hingegen vor einer flächendeckenden Lkw-Maut in Österreich. Eine Ausdehnung der Maut auf alle Straßen würde dem Standort Österreich schaden und hätte sogar einen negativen ökologischen Effekt, weil Frächter diese umgehen würden. Am Beispiel der Schweiz würde man sehen, dass der Verkehr nicht auf die Schiene verlagert wird, sondern die Frächter anstelle von Lkw mehr kleine Transporter auf die Straße schicken. In Österreich zählen Laster bis 3,5 Tonnen als Pkw. Besonders stark betroffen von einer kilometerabhängigen Lkw-Maut wäre der regionale Zulieferverkehr, befürchtet die Wirtschaftskammer.

City-Maut und Korridormaut

Ein weiteres Maut-Modell ist die sogenannte City-Maut oder Innenstadt-Maut. In Wien wurde diese Idee schon öfter diskutiert, Realität ist es aber noch nicht geworden. Fahrten in die Stadt und kurze Strecken sollen durch feste Sperren und Einfahrten verhindert werden. Bei Missachtung drohen Strafen. Den innerstädtischen Lieferverkehr dürfte es jedoch nicht reduzieren.

Auf länderübergreifende Ebene prescht derweil Tirol vor. Seit langem wird dort ein Angleichen der Mauttarife auf der Strecke München bis italienisches Verona diskutiert – die sogenannte Korridormaut. Österreich will die Nutzung der Strecke insgesamt teurer und damit unattraktiver machen. Im Gegenzug wurden Maßnahmen für den Brenner vereinbart, etwa mehr Schwerlasten mit der Bahn zu transportieren und den Lkw-Verkehr besser zu steuern.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 13.04.2021 um 01:26 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/maut-auf-oesterreichs-strassen-diese-modelle-gibt-es-79042414

Kommentare

Mehr zum Thema