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Mehrfachbelastung

Pandemie trifft vor allem Frauen

Viele fürchten Armut im Alter

symb_gleichberechtigung Pixabay
Die Pandemie verstärkt Ungleichheit zwischen Mann und Frau. (SYMBOLBILD)

Vor allem Frauen sind von den negativen Auswirkungen der Pandemie betroffen. Zu den Mehrfachbelastungen durch Betreuungs- und Pflegearbeiten kommt der coronabedingte Abbau von Arbeitsplätzen vor allem in jenen Branchen, wo vermehrt Frauen arbeiten. Viele fürchten um ihre Pension.

In Österreich hat sich die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt nicht verbessert. Im Gegenteil: Im "Women in Work"-Ranking der Wirtschaftsberatung PwC belegte Österreich 2020 unter 33 OECD-Ländern weiterhin Platz 24. Damit liegen wir im hinteren Drittel. Corona hat es für viele noch schwerer gemacht. Und für 2021 gibt es weiter keinen Anlass zu Optimismus.

Die Beteiligung von Frauen am österreichischen Arbeitsmarkt liegt aktuell bei 56 Prozent (Männer: 66 Prozent). Island, Schweden und Neuseeland führten den aktuellen Women-in-Work-Index an. Insgesamt ortet PwC besorgniserregende Rückschläge: In 17 der 24 OECD-Länder, die im Coronajahr einen Gesamtanstieg der Arbeitslosigkeit vermelden mussten, waren Frauen am stärksten betroffen.

Als Folge der Covid-19-Pandemie könnte der Fortschritt für Frauen in der Arbeitswelt bis Ende 2021 wieder auf dem Niveau von 2017 liegen. Das schätzen die PwC-Experten, die mit ihrem Index regelmäßig die wirtschaftliche Teilnahme von Frauen im OECD-Raum messen.

Weltweit Rückschritte bei Gleichstellung

Weltweit zeigte sich nach 2020 jedenfalls, dass die negativen Folgen von Corona und die damit verbundenen Maßnahmen unverhältnismäßig stark von Frauen zu spüren sind, schrieben die Berater am Donnerstag anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentages. "Neun Jahre lang haben die OECD-Länder kontinuierlich Fortschritte bei der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen gemacht. Durch die Corona-Pandemie droht sich dieser Trend nun umzukehren." Erst für 2022 wird bei PwC eine Erholung prognostiziert. Um aber die coronabedingten Nachteile rückgängig zu machen, müssten - selbst bis 2030 - doppelt so schnelle Fortschritte bei der Gleichstellung gemacht werden wie in der Vergangenheit, haben die Berater ausgerechnet.

Frauen bangen um ihre Pension

Die Pandemie-Folgen beträfen alle. Jedoch sei zu beobachten, dass dadurch mehr Frauen aus dem Berufsleben ausscheiden als Männer, und deutlich schneller. Frauen tragen die größere Last an unbezahlter Kinderbetreuung, Pflege- und Hausarbeit, was sich während der Pandemie nochmals verstärkte. Obendrein sind in Österreich jene Branchen, in denen vermehrt Frauen arbeiten - wie Beherbergungsbetriebe, Gastronomie und Einzelhandel - am stärksten betroffen und erlebten einen noch nie da gewesenen Arbeitsplatzabbau.

Zum diesjährigen Frauentag wurden am Donnerstag weitere Studien und Umfragen veröffentlicht, die auf die schwierigere Lage von Frauen in Gesellschaft und Arbeitswelt hinwiesen. Die Allianz stellt fest, dass die Vorsorge-Schere zwischen Männern und Frauen in Österreich immer größer wird. Die Pensionslücke bedrohe vor allem Single-Frauen. Nicht einmal jede fünfte Frau glaube an ausreichende staatliche Pension. Ein Viertel der in Österreich lebenden Frauen rechnet aktuell mit einer massiven finanziellen Verschlechterung in der Pension, aber nur 15 Prozent der heimischen Männer. 59 Prozent der in Österreich lebenden Frauen haben zumindest "ein bisschen Angst vor Altersarmut" und damit 5 Prozentpunkte mehr als die Männer.

(Quelle: APA)

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