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Meinungscheck

Ist die Pressefreiheit gefährdet?

ORF-Journalist Armin Wolf muss sich regelmäßig gegen harsche Angriffe von Seiten der FPÖ verteidigen, "Reporter ohne Grenzen" stuft Österreich bei der Pressefreiheit herab und die deutschen Nachbarn äußern Besorgnis: Seht ihr die Pressefreiheit in Österreich in Gefahr? Stimmt ab im Meinungscheck!

Die FPÖ-Angriffe auf den ORF sind weiter Topthema in deutschen Medien. "Was wir in Österreich gerade erleben, ist ein kühl kalkulierter Frontalangriff einer Regierungspartei auf die Pressefreiheit und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt. Und deshalb muss Armin Wolf die Solidarität aller Demokraten gelten, auch aus Deutschland", hieß es im Kommentar der ARD-"Tagesthemen" am Mittwoch. Und weiter:  "Ja, die Pressefreiheit ist in Gefahr, aber auch deshalb, weil immer mehr Journalisten sich aus Angst vor solchen Hass- und Hetzkampagnen nicht mehr trauen, klar Position zu beziehen", übte Restle auch Kritik am eigenen Berufsstand. "Andere glauben, es gehöre zur Ausgewogenheit, dass auch den Feinden der Freiheit mehr und mehr Sendefläche eingeräumt werden muss. Nein, das muss es nicht."

 

Kanzler und Präsident nehmen Stellung

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat sich, wie auch viele Oppositionspolitiker, zu dem Thema zu Wort gemeldet. Anlässlich des Internationale Tages der Pressefreiheit am Freitag warnte das Staatsoberhaupt vor einer Einschüchterung von Journalisten oder vor Versuchen politischer Zensur.

"Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, darüber brauchen wir nicht lange diskutieren", sagt auch Bundeskanzler Sebastian Kurz. Das hätten alle Politiker zu akzeptieren. Gleichzeitig müssten aber auch die Medien möglichst objektiv berichten, vor allem die öffentlichrechtlichen. Er persönlich stelle sich gerne kritischen Interviews. "Drohungen gegenüber Journalisten haben absolut keinen Platz, das ist selbstverständlich", so Kurz in Anspielung auf FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky.

Pressefreiheit: Absturz Österreichs

Der Absturz von Österreich auf der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" (ROG) wird von der Journalistenorganisation mit der Politik der FPÖ-ÖVP-Koalition in Zusammenhang gebracht. Österreich ist von Platz 11 auf Platz 16 abgerutscht und hat seine Einstufung als Land mit guter Pressesituation verloren. Der starke Abstieg habe eindeutig mit der Regierungsbeteiligung der FPÖ zu tun, erklärte Fritz Hausjell, Medienforscher an der Universität Wien und Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 20.07.2019 um 05:21 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/meinungscheck-ist-die-pressefreiheit-gefaehrdet-69652201

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