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Soll es einen Grünen Corona-Pass geben?

Chance für Reisefreiheit?

Aufgrund der Covid-Krise leben wir mit zahlreichen Einschränkungen. Diese betreffen auch die Reisefreiheit. Ein Corona-Pass könnte das jetzt ändern. Wie steht ihr zu diesem Vorschlag? Stimmt ab!

Für viel Aufsehen sorgt die Idee, einen Grünen Corona-Pass einzuführen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) spricht sich dafür aus und sieht das Dokument als Nachweis für jene, die bereits gegen Corona geimpft sind, getestet, wieder genesen oder immun sind.

 

Erleichtert Corona-Pass Reisen?

Beim heutigen EU-Gipfel hofft Kurz auf die Unterstützung, um eine Lösung auf europäischer Ebene zu finden.  Der Corona-Pass soll vor allem das Reisen wieder möglich machen. "Wir brauchen innerhalb der Europäischen Union die Reisefreiheit wieder zurück", erklärte Kurz vor Journalisten.

EU-Chefs beraten wie bereits im Jänner virtuell
European Council President Charles Michel (up) is seen on a monitor as he chairs a video conference meeting of the members of the European Council focused on the Covid-19 (novel coronavirus) pandemic, in Brussels, on January 21, 2021. - The EU leaders will discuss coordination on the response to the Covid-19 pandemic, including the large-scale roll-out of vaccines and the deployment of all available instruments to limit the spread of the virus. (Photo by Olivier HOSLET / POOL / AFP)

EU-Gipfel ringt um Grenzkontrollen

Der virtuelle EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs mit Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wird sich am Donnerstag (ab 15 Uhr) um die Koordinierung in der Coronavirus-Pandemie drehen. Für Aufregung …

 

Anschober reagiert zurückhaltend

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erklärte sich am Mittwochabend auf "Puls24" pro europäischen Impfpass. Die Frage - der Pass als "Türöffner für eine Ungleichbehandlung in der Gesellschaft, so wie es in Israel der Fall ist" -, sei eine "hochpolitische, ethische Frage" und eine "spannende Diskussion", die zu führen sei. Anschober ergänzte, "ob wir das wollen, hängt auch davon ab, wie groß der Anteil der Geimpften tatsächlich ist". 

 

SPÖ-Hacker spricht von "Tabubruch"

Ähnlich zurückhaltend äußerte sich auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner zur Frage nach möglichen Freiheiten für Geimpfte. "Wenn ich jetzt hören, dass vier Prozent der Bevölkerung geimpft sind, (...) wir alle wollen uns impfen lassen. Solange nur vier Prozent die Möglichkeit dazu haben, weil die Organisation so schleppend ist und es die Impfstoffe noch nicht gibt, dann stellt sich die Diskussion nicht", erklärte sie im "Puls24"-Interview. Denn das wäre eine Schlechterstellung jener, die sich zwar impfen wollen, aber es nicht konnten. Außerdem müssten die wissenschaftlichen Daten eindeutig belegen, dass ein Geimpfter das Virus nicht weitergebe. Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sagte in "Puls 24" man müsse eine "tiefgreifende Diskussion" führen, ob es Einschränkungen für Nicht-Geimpfte geben dürfe, weil es viele ansteckende Krankheiten gebe, bei denen "nie jemand auf die Idee kommen" würde, so etwas zu tun. "Es ist ein echter Tabubruch", sagte Hacker.

FPÖ kritisiert Pläne aufs Schärfste

Von der FPÖ hagelt es indes Kritik: "Testzwang, Impfzwang, Kennzeichnungszwang. ÖVP-Kanzler Kurz kommt aus dem Träumen der Volksüberwachung nicht mehr heraus", teilte die FPÖ-EU-Sprecherin Petra Steger am Mittwochabend in einer Aussendung mit. Als "geradezu grotesk" wertete die Nationalratsabgeordnete die Argumentation von Kurz, dass er so zu einem Maximum an Freiheit gelangen wolle, zumal es sich um eine "Corona-Vollüberwachung" handle.

 

Ob es Erleichterungen für Corona-Geimpfte geben wird, werde laut Gesundheitsminister Anschober frühestens im April entschieden. Wie die anderen EU-Länder auf den Vorschlag des Corona-Passes reagieren, wird sich wohl schon im Laufe des virtuellen Gipfels herauskristallisieren. 

(Quelle: SALZBURG24)

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