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Unsichtbare Gefahr

Verstecktes Mikroplastik in Kosmetik

Wie kann man den Kauf von Kunststoff vermeiden?

Kosmetik, SB Pixabay/CC0
Zahlreiche Kosmetikartikel enthalten Mikroplastik. (SYMBOLBILD)

„Die ungeschminkte Wahrheit ist, dass wir uns regelmäßig Plastik auf das Gesicht schmieren“, betont Lisa Panhuber, Konsumentenexpertin bei Greenpeace Österreich. Eine Studie zeigt, dass zahlreiche Kosmetikartikel Mikroplastik enthalten. Um den Kunststoff zu vermeiden, sollte bereits beim Einkauf auf mehrere Dinge geachtet werden.

Hast du dir schon jemals Plastik ins Gesicht geschmiert? Diese Frage werden wohl viele mit einem klaren Nein beantworten, weil es nicht bewusst geschehen ist. Doch die Wahrheit sieht leider anders aus, denn viele alltägliche Produkte, wie Kosmetikartikel, enthalten bereits Plastik. Da diese Kunststoffteilchen jedoch nicht nur in fester Form vorkommen, sondern auch halbfest und flüssig, sind diese nicht deutlich als Plastik zu erkennen.

 

Was ist Mikroplastik?

Unter dem Begriff Mikroplastik versteht man verschieden geformte Kunststoffteilchen, welche kleiner als fünf Millimeter sind. Diese Größe ist für das menschliche Auge schwer bis kaum noch sichtbar. Im Fachjargon spricht man auch von primärem und sekundärem Mikroplastik. Das primäre Mikroplastik wird gezielt für den industriellen Zweck hergestellt und findet sich vermehrt in Kosmetikartikel wieder. Hingegen entsteht das sekundäre Mikroplastik aus dem Zerfall von größeren Kunststoffprodukten, beispielsweise Plastiktüten.

Diese Produkte enthalten vermehrt Mikroplastik

Bei einer groß angelegten Online-Recherche hat Greenpeace 664 Kosmetikartikel auf Mikroplastik geprüft. Das Ergebnis zeigt, dass drei Viertel der Artikel mit Plastik belastet sind. Vor allem im Augen Make-up konnte der höchste Kunststoffwert nachgewiesen werden. Gefolgt wird das Produkt vom Lippenstift, Lipgloss, Make-up, Highlighter und Puder. Aber auch abwaschbare Kosmetikartikel, wie Shampoo, Duschgel und Peeling enthalten Mikroplastik. Diese werden direkt nach der Verwendung wieder abgewaschen und gelangen in das Abwasser und somit in die Umwelt.

Auswirkungen auf den Konsumenten

Ob und wie sich Mikroplastik auf den Konsumenten auswirkt, wurde bisher noch nicht umfassend untersucht. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES berichtet jedoch, dass eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Mikroplastik in Kosmetikartikel aufgrund der geringen Aufnahme nicht zu erwarten sei.

Mikroplastik in Kosmetikartikeln erkennen

Wie bei allen anderen Produkten auch, stehen die Inhaltsstoffe des jeweiligen Kosmetikproduktes auf der Rückseite. Um Mikroplastik zu vermeiden, sollten Artikel mit Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyamid (PA) oder Polyehtylenterephtalat (PET) nicht in den Einkaufwagen landen. „Viele Hersteller schreiben auf die Verpackung, dass ihre Kosmetik frei von Mikroplastik ist. Was sie dabei unerwähnt lassen ist, dass viele ihrer Produkte sehr wohl flüssiges oder halbflüssiges Plastik enthalten”, sagt Lisa Panhuber, Konsumentenexpertin bei Greenpeace Österreich. Deshalb sollte auf weitere Inhaltsstoffe geachtete werden:

  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)
  • Polyacrylate (PAK)
  • Polyethylene glycol (PEG)
  • Polymethylmethacrylate (PMMA)
  • Polyquaternium (PQ)
  • Polystyrene (PS)
  • Polyurethane (PUR)
  • Teflon (EFP, PFEP)

Naturkosmetik frei von Plastik

Um wirklich nichts zu übersehen, hat Greenpeace eine Checkliste an Inhaltsstoffen erstellt, an denen man Mikroplastik erkennt. Außerdem bieten Smartphone-Apps wie „Code Check“ oder „ToxFox“ Hilfe beim Einkaufen. Doch der einfachste Weg Plastik zu vermeiden, ist der Griff zu Naturkosmetik. Diese ist frei von allen Kunststoffen.

PDF: Checkliste Inhaltsstoffe

 

Wann kommt das Plastikverbot in Österreich?

Umwelt- und Konsumentenschützer fordern seit Jahren ein endgültiges Verbot von Plastik in Konsumprodukten wie Kosmetik und Reinigungsmittel. Bis jetzt wartet man vergeblich auf Fortschritte. Deshalb erhöht die Umweltorganisation Greenpeace den Druck auf die österreichische Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne). Panhuber fordert: „Umweltministerin Gewessler muss sich für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt einsetzen und ein starkes Verbot von Plastik in Kosmetik vorantreiben. Dabei reicht es nicht nur auf Mikroplastik zu verzichten. Das Verbot muss auch Plastik in flüssiger, halbfester oder löslicher Form sowie biologisch abbaubare Kunststoffe umfassen.“ Derzeit wird auf EU-Ebene über dieses Plastikverbot diskutiert.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 18.04.2021 um 10:43 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/mikroplastik-in-kosmetik-erkennen-und-vermeiden-101420626

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