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"Mit Regeln und Konzepten"

Kocher spricht sich für Nachtgastro-Öffnung aus

Keine Bedenken, wenn Lage so bleibt

symb_kocher, Martin Kocher APA/HANS PUNZ
Arbeitsminister Martin Kocher sprach sich für die Öffnung der Nachtgastronomie aus. (ARCHIVBILD)

Nach den verwirrenden Aussagen rund um die Nachtgastronomie sprach sich Arbeitsminister Martin Kocher für deren Öffnung aus.

Sowohl Arbeitsminister Martin Kocher, als auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) haben sich am Donnerstag in Innsbruck für das Öffnen der Nachtgastronomie ausgesprochen. Ab 1. Juli sollte es nach derzeitigem Stand möglich sein, Discos und Nachtclubs zu öffnen, zwar mit der 3-G-Regel und gewissen Sicherheitsmaßnahmen, aber auch mit Tanzen, erklärten die beiden.

"Nachtgastro soll aufsperren"

"Wenn sich die Lage so weiter entwickelt, soll auch die Nachtgastro wieder aufgehen", sagte Platter. Kocher schloss sich dem gleich an und meinte: "Ich sehe das ähnlich." Mit gewissen Regeln und Sicherheitskonzepten sollte ein Öffnen ab 1. Juli möglich sein, meinte der Minister. Platter ortete indes auch bei den Vereinen noch eine große Zurückhaltung, was das Organisieren von Veranstaltungen und Festen betrifft.

Köstinger kündigte Öffnung an

Erst am Mittwoch hatte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) angekündigt, dass ab Juli die Nachtgastronomie wieder normal öffnen darf. Kurz darauf schränkte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) aber wieder etwas ein und meinte, dass die klassischen Aktivitäten in Clubs und Discos - wie Tanzen und Trinken an der Bar - weiterhin nicht erlaubt sein werden. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hat sich dann am Donnerstag ebenfalls für die Öffnung der Nachtgastronomie ausgesprochen.

Freude über sinkende Arbeitslosenzahlen

Indes freuten sich Platter und Kocher beim ersten offiziellen Arbeitsbesuch des Ministers in Tirol über die sinkenden Arbeitslosenzahlen in Tirol. Seit den Öffnungsschritten am 19. Mai sei die Zahl der Arbeitslosen bis dato um rund 10.000 gesunken. Alleine seit Juni gebe es 3.500 Arbeitslose in Tirol weniger. "Man sieht was die Öffnungen ausmachen", sagte Platter.

"Die Probleme werden etwas weniger und die Lage ist etwas besser als erwartet", erklärte Kocher. Tirol habe eine schwierige Situation hinter sich, profitiere jetzt von den Öffnungen aber besonders stark. Trotzdem gebe es derzeit im Bundesland noch 4.000 Arbeitslose mehr als zur selben Zeit im Jahr 2019 und es werde auch noch etwas dauern, bis man wieder auf dieses Niveau zurückkommt, bremste der Minister die Erwartungen ein wenig.

(Quelle: APA)

Verwirrung um Nachtgastro-Öffnung

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(SYMBOLBILD)

Ab Juli wird es weitere Öffnungs-Maßnahmen geben. Die Nachtgastronomie soll nach über einem Jahr wieder öffnen. Darüber herrscht allerdings noch Verwirrung. Die Sperrstunde um Mitternacht wird abgeschafft.

Angesichts der sinkenden Infektionszahlen hält die türkis-grüne Bundesregierung an ihrem Öffnungsplan fest. Mit 1. Juli fallen fast alle Einschränkungen unter Einhaltung der 3-G-Regel. Einzig das Nachleben bleibt noch eingeschränkt. Zwar wird es ab 1. Juli keine Sperrstunde mehr geben, die klassischen Aktivitäten in Clubs und Discos sind aber weiterhin nicht erlaubt: Tanzen und Trinken an der Bar sind weiterhin nicht möglich, nur die Konsumation an Tischen ist erlaubt.

Mückstein korrigiert Köstinger

Das erklärte der zuständige Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) nach dem Ministerrat im Gespräch mit der APA. Er korrigierte damit die Aussagen von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), wonach ab Juli auch die Nachtgastro normal öffnen darf. "Aus unserer Sicht macht es sehr viel Sinn, hier Schritt für Schritt vorzugehen", sagte Köstinger im Pressefoyer nach dem Ministerrat zur Frage der Sperrstunde. "Das ist auch der Grund, warum wir morgen die Sperrstunde auf 24 Uhr verlängern und damit aber auch in Aussicht stellen können - und davon gehen wir wirklich aus, weil die Infektionslage sich sehr positiv gestaltet - mit Anfang Juli, wo natürlich auch die Anzahl der Geimpften schon wieder eine viel höhere sein wird, auch den Bereich der Nachtgastronomie öffnen zu können - im Sinne des Fallens der Sperrstunde."

Tanzen und trinken an der Bar nicht erlaubt

Laut dem zuständigen Gesundheitsminister Mückstein stellt sich die Sache anders dar: "Die Nachtgastronomie ist ein Bereich, der noch relativ ungeschützt ist. Weil viele Erwachsene noch ungeimpft sind." Tanzen und Trinken an der Bar sind weiterhin nicht möglich, nur die Konsumation an Tischen ist erlaubt. So werde das in der Verordnung für die Öffnungen ab 1. Juli geregelt sein.

Für das Flex am Donaukanal bedeute das etwa, dass man dort Tische aufstellen könne und auf diesen konsumieren dürfe, aber keine Disco im klassischen Sinne veranstalten könne, erklärte Mückstein. Er bekräftigte aber das Vorhaben der Regierung, dass die klassische Nachtgastro noch im Sommer geöffnet werde. "Das wird jedenfalls im Sommer stattfinden." Details werde man bis Ende Juni entscheiden

Öffnungen ab morgen

Die bereits für den morgigen Donnerstag (10. Juni) anvisierten weiteren Öffnungen kommen wie angekündigt, sagte Mückstein. Denn die Infektionszahlen seien weiter stark rückläufig und beim Impfen gehe es "schnell voran". "Mit diesen positiven Entwicklungen steht den Öffnungsschritten nichts mehr im Weg." Geplant sind zahlreiche Lockerungen: Statt zwei Metern gilt wieder die Ein-Meter-Abstandsregel, die Sperrstunde wird von bisher 22.00 Uhr auf Mitternacht verlegt, außerdem dürfen in der Gastronomie bis zu 16 Personen outdoor bzw. acht Personen indoor (jeweils plus Kinder) zusammenkommen (statt bisher zehn bzw. vier). Im Handel und in Freizeitbetrieben dürfen wieder mehr Kunden eingelassen werden. Kulturveranstaltungen können stärker ausgelastet werden (75 statt 50 Prozent). In Outdoor-Bereichen fällt die Maske komplett. Lockerungen gibt es auch beim Reisen, so ist etwa die sogenannte "Pre Travel Clearance" nur noch bei der Einreise aus Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete notwendig.

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