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NEOS fordern Gewalt-Ambulanzen in allen Bundesländern

Gewaltambulanzen sollen Anlaufstelle für alle Betroffenen sein
Gewaltambulanzen sollen Anlaufstellen für alle Betroffenen sein. (Symbolbild)

Angesichts der Häufung von Frauenmorden in den letzten Wochen fordern die NEOS als Teil ihres Gewaltschutz-Pakets Gewalt-Ambulanzen in allen Bundesländern als spezialisierte Anlaufstelle für betroffene Frauen und Männer. Eine derartige Ambulanz solle sicherstellen, dass Opfer von sexualisierter Gewalt rund um die Uhr (auch an Feiertagen) Unterstützung bekommen.

Untersuchungen würden dort gemeinsam von Rechtsmedizinern und klinischen Gynäkologen oder Urologen durchgeführt. "Verletzungen werden hier schnellstmöglich untersucht und gerichtsfest dokumentiert. Beweise und Spuren werden gesichert. Dadurch kommt es zu kürzeren Verfahren, mehr Rechtssicherheit und erhöht die Chance einer Verurteilung, wenn sich das Opfer zur Anzeige entschließt", erläutern die NEOS gegenüber er APA.

NEOS erarbeiten Gewaltschutz-Paket

Vor Ort solle es auch ein Beratungsangebot geben. Opfer können so an entsprechende Opferschutz- oder Gewaltschutz-Einrichtungen vermittelt werden. Ein entsprechendes Projekt, das es in Graz gab, sei, nachdem die Leiterin nach Deutschland gegangen sei, wieder eingestampft. Seitdem gebe es keine solche Einrichtung in Österreich, kritisieren die Pinken.

Gewalt-Ambulanzen sind Teil des von den NEOS erarbeiteten Gewaltschutz-Paketes. Sie fordern zudem die Einrichtung einer nationalen Koordinationsstelle für Gewaltschutz, die Stärkung der Täterarbeit, verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings für Gefährder, eine gezielte Ausbildung und Sensibilisierung der Justiz, spezielle Schulungen für Menschen, die in ihrer Arbeit mit Gewaltopfern Kontakt haben und die Einführung des Tatbestands psychischer Gewalt.

Für Fremde fordern sie die Wiedereinführung des Integrationsjahres, Zugang zu Lehre und Ausbildung für Asylwerber, schnellere Asylverfahren, konsequente Rückführung und leichtere Aberkennung des Asylstatus nach schweren Straftaten.

"Prävention und Hilfe für betroffene Frauen"

"Die Häufung der Frauenmorde in letzter Zeit ist erschütternd und bedrückend. Wir sehen auch einen Anstieg von Gewalttaten durch Fremde. Das darf weder politisch instrumentalisiert, noch ausgeblendet werden: Es muss hier um Prävention und Hilfe für betroffene Frauen gehen", sagte dazu Parteichefin Beate Meinl-Reisinger.

"Wir NEOS scheuen uns weder davor, Probleme beim Namen zu nennen, noch werden wir diese für unsere Gesellschaft zentrale Themen jemals parteipolitisch missbrauchen. Wir bringen deshalb ein Antragspaket ein, zu Opferschutz, Prävention, Integration und klare Konsequenzen für Täter", so Meinl-Reisinger.

Vorwurf an Regierung: Missbrauch für politische Zwecke

Sie warf der Regierung Kurz-Strache Untätigkeit und Missbrauch des Themas vor. "Das Thema ist viel zu wichtig, um es bei Lippenbekenntnissen oder Einzelmaßnahmen wie einer neuen Notrufnummer zu belassen: Oder noch schlimmer, um es für die persönliche, politische Agenda zu missbrauchen."

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.12.2019 um 05:53 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/neos-fordern-gewalt-ambulanzen-in-allen-bundeslaendern-65455372

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