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Missbrauch in Neustift

Pädagoge der Ski-Hauptschule angeklagt

Neustift APA/EXPA/JAKOB GRUBER
Die Ermittlungen in Neustift wegen sexuellen Missbrauchs haben zu einer Anklage geführt (Archivbild).

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat in der Causa rund um Missbrauchsvorwürfe an der Skihauptschule Neustift in Tirol Anklage gegen einen Pädagogen erhoben. Der Mann soll von Anfang 1996 bis Frühsommer 1998 eine damals Elf- bis 13-Jährige im Zuge von Massagen intensiv im Brust- und Genitalbereich betastet haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Das Ermittlungsverfahren gegen einen ehemaligen Heimleiter wurde indes eingestellt. Allfällige Vorfälle in den 70er-Jahren wären jedenfalls verjährt und jüngere, strafrechtlich relevante Vorfälle konnten nicht festgestellt werden, hieß es.

Anklage: Sexueller Missbrauch

Der 59-jährige Pädagoge werde sich demnach wegen des Verbrechens der "Unzucht mit Unmündigen" (heute "sexueller Missbrauch von Unmündigen") und des Vergehens des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses verantworten müssen, teilte die Staatsanwaltschaft Innsbruck am Dienstag mit.

Schülerin leidet bis heute

Die Schülerin wurde laut einem medizinischen Gutachten psychisch so beeinträchtigt, dass sie noch heute medizinischer Behandlung bedarf. Aufgrund dieser schweren gesundheitlichen Schädigung seien die Taten noch nicht verjährt und mit höherer Strafe bedroht. Dem Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die Verhandlung wird am 12. März stattfinden.

Keine Vertuschung in Neustift

Obwohl sich in den 1990er-Jahren weitere Schüler über unangemessenes und als unangenehm empfundenes Verhalten dieses Lehrers beschwert haben, konnten keine weiteren strafrechtlich relevanten Vorfälle festgestellt werden. Bereits damals seien die Beschwerden an höhere Stellen weitergeleitet worden und hatten zur Intervention durch ein Kinderschutzzentrum geführt. Dass Vorfälle vertuscht worden wären oder damalige Akten verschwunden seien, konnte laut Staatsanwaltschaft nicht festgestellt werden.

Keine Anklagen in Stams

Auch bezüglich des Vorwurfs möglicher Straftaten durch und gegen ehemalige Schüler am Skigymnasium Stams werden keine Anklagen erhoben. Dabei sei es um unterschiedliche Vorfälle, wie beispielsweise das "Pastern" Ende der 1980er-Jahre oder in jüngerer Zeit kalt Abduschen gegangen. Die meisten Fälle wurden wegen Verjährung eingestellt - und soweit sie noch nicht verjährt sind, waren die damaligen Täter selbst erst 15 oder 16 Jahre alt, weshalb in Anwendung des Jugendgerichtsgesetzes von einer Anklage abgesehen wurde.

Die Aufarbeitung ins Rollen gebracht hatte die ehemalige Tiroler Skirennläuferin Nicola Werdenigg. Diese hatte im November 2017 in einem Interview mit dem "Standard" sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch im Skisport öffentlich gemacht und damit eine breite öffentliche Diskussion losgetreten.

(APA)

(Quelle: APA)

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