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Seine Krankengeschichte

Die Leiden des Niki Lauda

Niki Lauda ASSOCIATED PRESS
Niki Lauda verunfallte am Nürburgring 1976 schwer.

Das einschneidendste Erlebnis im Leben des Niki Lauda war neben dem Absturz einer Boeing 767 seiner Fluglinie im Mai 1991 der Unfall auf dem Nürburgring am 1. August 1976, den er zwar wie durch ein Wunder überlebte, der aber seinem Körper nachhaltigen Schaden zufügte. Zwei Nierentransplantationen und eine Lungentransplantation wurden notwendig. Nachfolgend eine Chronologie seiner Krankengeschichte

  • 1. August 1976: Niki Lauda verunglückt an einem regnerischen Rennnachmittag auf dem Nürburgring, am selben Tag, an dem in Wien die Reichsbrücke einstürzt. Laudas Ferrari bricht aus, rast frontal in die Leitplanken und brennt lichterloh auf der Strecke. Als der ihm folgende Brett Lunger in das Wrack prallt, verliert Lauda seinen Helm und wird ohnmächtig. Der italienische Kollege Arturo Merzario zieht den Weltmeister aus dem Auto. Lauda wird mit lebensgefährlichen Verbrennungen und Lungenverätzungen sowie Kiefer-und Rippenbrüchen ins Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist äußerst kritisch, er bekommt die letzte Ölung. Doch nur sechs Wochen nach dem Unfall kehrt er in Monza zurück in den Grand-Prix-Zirkus und wird sensationell Vierter.
  • 24. April 1997: Nachdem Lauda seit längerem an schleichenden Entzündungen seiner beiden Nieren leidet und sich die Funktion der Organe langsam verschlechtert, erhält der dreifache Formel 1-Weltmeister von seinem Bruder Florian eine Niere. Die Operation erfolgt komplikationslos im Wiener AKH. Ein Zusammenhang mit dem Unfall wird nicht hergestellt.
  • 24. Juni 2005: Seine damalige Freundin und spätere Frau Birgit spendet Lauda eine weitere Niere, da das Organ seines Bruders an Funktion eingebüßt hat. Die Operation verläuft wie schon beim ersten Mal komplikationslos.
  • 2. August 2018: Nach einer schweren Lungenkrankheit unterzieht sich Lauda im AKH einer Lungentransplantation. Auslöser war eine hämorrhagische Alveolitis, eine Entzündung der Lungenbläschen mit Einblutungen. Der schwere Eingriff verläuft den Umständen entsprechend gut. Zwölf Wochen nach der OP resümiert sein behandelnder Chirurg Walter Klepetko: "Der Motor brummt wieder, am Fahrgestell müssen wir noch ein bisschen arbeiten." Lauda begibt sich in Reha.
  • 6. Jänner 2019: Es wird bekannt, dass Lauda mit einer Grippe wieder im AKH auf der Intensivstation liegt. Viruserkrankungen sind für den früheren Rennfahrer potenziell gefährlich, da sein Immunsystem wegen der Lungentransplantation heruntergefahren und neu aufgebaut worden ist. Nach zwei Wochen kann er das Krankenhaus wieder verlassen.
  • 20. Mai 2019: Im Kreise seiner Familie schläft Lauda in der Universitätsklinik Zürich ein. "Es gibt keine Todesursache. Es war ein langer Prozess, an dessen Ende der Patient gegangen ist. Niki Lauda hat gekämpft. Er war ein toller Mann. Aber es war seit einiger Zeit klar, dass wir ihn nicht mehr auf die 'Rennstrecke' zurück bringen können", sagt Klepetko.

(APA)

(Quelle: APA)

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