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NR-Wahl

Identitärer kandidiert für FPÖ

Untersuchung in OÖ

SB: FPÖ OÖ, Oberösterreich APA/BARBARA GINDL
Zuletzt hatte die FPÖ versucht, sich von der Identitären Bewegung (IBÖ) zu distanzieren. (SYMBOLBILD)

Ein Mitglied der Identitären kandidiert bei der Nationalratswahl für die FPÖ. Der Unternehmer findet sich auf der Landesliste der oberösterreichischen Freiheitlichen auf einem der hintersten Plätze. Er erscheint auf einer Aufstellung der Justiz, die der APA vorliegt, als Mitglied der rechtsextremen Vereinigung. Die FPÖ kündigt eine Untersuchung an, sieht aber noch keinen Anlass für Konsequenzen.

Insgesamt 528 Mitglieder der Identitären sind auf der Liste der Ermittlungsbehörde erfasst. Dem FPÖ-Kandidaten in Oberösterreich ist darauf auch eine Mitgliedsnummer zugewiesen. Der Mann schreibt auch für das als rechtsextrem geltende Online-Magazin "Wochenblick" und wird in mehreren einschlägigen Foren zitiert.

Landesparteichef Manfred Haimbuchner "derzeit keinen Grund Konsequenzen zu ziehen", teilte dessen Büro am Nachmittag mit. Dennoch werde man wie in den Parteistatuten vorgesehen jemanden beauftragen, den Fall zu untersuchen. Sollte sich herausstellen, dass die Stellungnahme des betroffenen Kandidaten – er bestreitet Mitglied der Identitären zu sein – nicht stimmen, hätte dies allerdings Folgen, hieß es weiters. Aber derzeit sehe Haimbuchner keinen Anlass, an den Aussagen des Parteikollegen zu zweifeln: "Man ist sich natürlich bewusst, dass die Problemlagen der SPÖ und ÖVP im NR-Wahlkampf dazu führen, dass einem jedes Mittel zur Ablenkung recht ist. Die FPÖ wird sich an dieser Dirty-Campaigning nicht beteiligen."

FPÖ und die Identitären

Zuletzt hatte die FPÖ versucht, sich von der Identitären Bewegung (IBÖ) zu distanzieren. Parteichef Norbert Hofer betonte etwa mehrmals seine Ablehnung der Bewegung. Im April hatte er gemeint, es sei für ihn "unvorstellbar, dass jemand, der bei uns aktiv ist - egal auf welcher Ebene -, sagt: 'Ich spende etwas oder ich gehe zu einer Veranstaltung oder Demo.'."

In die Quere kam der FPÖ dabei zuletzt aber auch ein Auftritt der nicht amtsführenden Wiener Stadträtin Ursula Stenzel bei einer Kundgebung der Rechtsextremen in Wien. Stenzel rechtfertigte sich damit, dass sie nicht gewusst habe, wer die Kundgebung veranstaltet habe.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 22.09.2019 um 11:13 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/nr-wahl-identitaeren-mitglied-kandidiert-fuer-fpoe-ooe-76056727

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