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Verschärfte Maßnahmen

Keine Nachtgastro in OÖ bis 6. Dezember

Veranstaltungen ebenfalls verboten

In OÖ werden ab Montag die Corona-Schutzmaßnahmen deutlich verschärft. Per Verordnung des Bundes gilt ein Lockdown für Ungeimpfte, kündigte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) am Freitag an.

In einer eigenen Landesverordnung werden bis 6. Dezember alle Veranstaltungen untersagt - mit Ausnahme der Veranstaltungen im "professionellen Kultur- und Sportbereich". Adventmärkte können stattfinden, es gelte aber FFP2-Maskenpflicht und ein Konsumationsverbot. Takeaway ist möglich.

HASLAUER_2.jpg APA/FRANZ NEUMAYR
Zusätzlich zu einem Lockdown für Ungeimpfte wird in Salzburg die FFP2-Maskenpflicht ausgedehnt, teilt Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute mit. 

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Keine Nachtgastro bis 6. Dezember

Außerdem kommt ab Montag eine generelle Maskenpflicht indoor, in der Gastronomie gilt diese bis zum Sitzplatz. Discos und Nachtlokale müssen jedoch bis 6. Dezember schließen. Danach sollen die geschlossenen Bereiche für jene mit 2-G-Nachweis wieder offen sein. Der Lockdown für Ungeimpfte sei vorerst unbefristet. Hilfsmaßnahmen für die Kulturveranstalter werde es laut Stelzer geben.

Hohe Infektionszahlen in OÖ

Die "wahnsinnig rasante Entwicklung" der Infektionszahlen mache es nötig, dass man nicht abwarten könne, ob die seit Montag gültige 2-G-Regel zu greifen beginne, begründete Stelzer die Notwendigkeit neuer Verschärfungen. Auf die Frage, ob nicht ein zu langes Beobachten der Lage zu der dramatischen Situation geführt habe, beantwortete Stelzer mit einer für alle "nicht erwartbaren Dynamik der vierten Welle". "Aber jetzt ist Schluss mit lustig", meinte er.

symb_polizeiauto symb_polizei APA/BARBARA GINDL

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Polizei wird Lockdown kontrollieren

Landespolizeidirektor Andreas Pilsl sicherte zu, dass "wir den Lockdown für Ungeimpfte zu kontrollieren haben, wir machen das aus vollster Überzeugung". Ziel sei es, nächste Woche rund 5.000 Kontrollen zu machen, "um flächendeckend überprüfen zu können 'Wie steht es mit der Moral...' und ansonsten auch entsprechend zu strafen", kündigte Pilsl an.

Krankenhausbetten müssen aufgestockt werden

"Die Zeit in den Spitälern läuft uns davon", verdeutlichte der Lungenspezialist Bernd Lamprecht die Lage. Daher sei die Kontaktreduktion die einzige Chance, die Infektionskette zu durchbrechen, begrüßte er die Verschärfung der Maßnahmen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass noch schärfere Maßnahmen ergriffen werden müssten, sollte es die Situation erfordern, meinte er weiter. Er appellierte an alle, die bereits zweimal geimpft sind, sich den dritten Stich zu holen. Er wisse nur von einem Fall mit der Booster-Impfung auf der Intensivstation. Derzeit sind von 103 für Covid-19-Patienten reservierten Betten 89 belegt. Stelzer erklärte, dass aufgestockt werden müsse. "Wir sind in einer Situation, wo man priorisieren muss", sagte Lamprecht, dringend notwendige Eingriffe könnten aber noch durchgeführt werden.

Lockdown auch als Anreiz zur Impfung

Von einem Lockdown für alle wollte Stelzer nicht sprechen, denn Ziel sei, den Geimpften, die Verantwortung für die Gesellschaft übernommen hätten, ein weitgehend unbeschränktes Leben zu bieten, und so auch den Anreiz für die noch Ungeimpften sich impfen zu lassen, zu verstärken.

Testpflicht für Geimpfte nicht ausgeschlossen

Eine PCR-Testpflicht für Geimpfte und Genesene könne nicht ausgeschlossen werden, wenn die Kapazitäten dafür vorhanden seien, so LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP), die für Gesundheit zuständig ist. Vorerst gelte die 2G-Regel, das Setzen auf Kontaktreduktion - auch Homeoffice wo möglich - und eine strenge Maskenpflicht. Für den privaten Bereich gebe es keine Vorgaben.

Schwerpunkt auf Corona-Impfungen

Stelzer betonte, dass man den Schwerpunkt auf das Impfen lege. Die Überforderung in den Impfstraßen und bei den PCR-Tests gäbe es nicht, hätten sich mehr Leute beizeiten impfen lassen. Nun könne man nicht erwarten, dass alles plötzlich gleichzeitig geschehe.

Lamprecht fand eine Impfpflicht für Neueintritte im Gesundheitswesen sinnvoll. Haberlander betonte, die Diskussion sei bundesweit zu führen, damit keine Bereiche unter Druck gerieten.

SPÖ verlangt Prognosen-Offenlegung

Die SPÖ verlangt von Stelzer und Haberlander die Offenlegung aller Prognosen seit Anfang Juli. Die beiden hätten erklärt, dass die dramatische Zuspitzung der Lage vor der Landtagswahl bzw. auch längere Zeit danach nicht prognostiziert worden sei, so der Dritte Landtagspräsident Peter Binder (SPÖ). Die täglichen Lageberichte aus dem Kepler Uniklinikum würden aber "in krassem Widerspruch" zu diesen Aussagen stehen. "Anfang September diesen Jahres meldeten Sie selbst dem Bund schriftlich eine Aufstockung der Kapazitäten an Intensivbetten. Ihnen war damit schon im September klar, dass die aktuelle Entwicklung drohe", so Binder. Am 7. September hatte die Bundesregierung ihren "Stufenplan" für Corona-Schutzmaßnahmen präsentiert, in dem die prozentuelle Belegung der Intensivbetten die maßgebliche Größe ist.

Liste MFG kritisiert Ausgaben für Impfung

Die Liste MFG vermutet, dass der Lockdown für Ungeimpfte den Weg zu 1-G aufbereiten soll. Landesobmann Joachim Aigner kritisiert die "milliardenschweren" Ausgaben für die Impfung, die "anderenorts dann fehlen, um gefährdete Gruppen, insbesondere ältere Menschen mit Grund- oder Vorerkrankungen, ausreichend zu schützen", und "Einfallslosigkeit", da nicht "nach Altersgruppen und damit zusammenhängenden gesundheitlichen Risiken differenziert wird".

(Quelle: APA)

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