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Dealen "aus Langeweile"

Drogenring in Oberösterreich ausgehoben

Mehr als hundert Anzeigen gegen Dealer und Käufer

Einen großangelegten Drogenring hat die Polizei in Oberösterreich ausgehoben. Die Beschuldigten sollen aus Langeweile mit den Drogen gehandelt haben.

Zehn junge Männer wurden festgenommen, acht weitere und 91 Drogenabnehmer angezeigt.

Fast 70 Kilo Cannabis verkauft

Insgesamt sollen von März 2020 bis in den heurigen April 68 Kilogramm Marihuana, 300 Gramm Kokain und 300 Gramm Amphetamine geschmuggelt und verkauft worden sein. Marihuana und Kokain kamen aus Tschechien, die Herkunft der Amphetamine war vorerst ungeklärt, berichtete die Landespolizeidirektion OÖ am Montag.

"Aus Langeweile" Drogen bestellt

Die Burschen hätten "zu Beginn der Coronazeit aus Langeweile" im Darknet Drogen bestellt, sagte Günther Hollin, Leiter des Kriminaldienstes im Bezirkspolizeikommando Rohrbach der APA. Nach und nach sei den Jugendlichen aus gut situierten Familien "das Unrechtsbewusstsein verloren gegangen". Die Beamten setzten bei Cannabiskonsumenten aus dem Bezirk Rohrbach an, die ihr Suchtgift in Linz erwarben. So kamen sie auf einen 20-jährigen Linzer, der das Marihuana in der Wohnung seiner Eltern an Jugendliche verkaufte. In seinem Zimmer fand die Exekutive 1,1 Kilogramm des Stoffes.

Mühlviertler Großabnehmer geschnappt

Weitere Ermittlungen führten zu einem 20-Jährigen aus dem Umkreis Gallneukirchen (Bezirk Urfahr-Umgebung), der im März 2021 in seiner Wohnung festgenommen wurde, wo auch Suchtmittel und Verkaufsutensilien sichergestellt wurden. Er gestand, von März bis Oktober 2020 insgesamt zwölf Kilogramm Marihuana gekauft zu haben, das von einer weiteren Person von Tschechien nach Österreich geschmuggelt wurde. Die Drogen habe er in 500-Gramm-Portionen weiterveräußert, unter anderem an den 20-Jährigen aus Linz. Beide wurden festgenommen, ebenso wie ein 18-jähriger Linzer. Er war der zweite Großabnehmer des Mühlviertlers. In seinem Zimmer im Elternhaus fanden die Beamten 2,4 Kilogramm Marihuana, geringe Mengen LSD, Ketamin und Psilocybin sowie 13.000 Euro Drogengeld.

Mutter spendet Drogen-Einnahmen

Bei den folgenden Ermittlungen wurden zwei 20-Jährige, vier 18-Jährige und ein 17-Jähriger aus Linz und den Bezirken Urfahr-Umgebung sowie Wels-Land festgenommen. Weitere acht Dealer wurden angezeigt. Neun sitzen noch in Untersuchungshaft, ein 18-Jähriger wurde bereits rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt. Eine Anzeige setzte es auch für 91 Drogenabnehmer aus den Bezirken Rohrbach, Urfahr-Umgebung, Linz, Wels, Wels-Land und Amstetten. Die Familien der Burschen hätten nichts bemerkt, lediglich die Mutter eines Linzer Beteiligten habe "etwas mitgekriegt" und die gefundenen Drogen in der Donau versenkt sowie das Geld einer karitativen Einrichtung gespendet, sagte Hollin.

(Quelle: APA)

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