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Odin Wiesinger sitzt im Kulturbeirat

Der Maler Odin Wiesinger
Der 1961 geborene Innviertler Maler und Bildhauer ist bei den Freiheitlichen ein gern gesehener Künstler.

Nach der Sitzung der oberösterreichischen Landesregierung Montagnachmittag in Linz ist es fix, dass der Andorfer Maler Odin Wiesinger für die FPÖ im Landeskulturbeirat sitzt. SPÖ-Landesrätin Birgit Gerstorfer und Grün-Landesrat Rudi Anschober stimmten zwar gegen dessen Ernennung, doch die Liste aller Kandidaten des neu zu bestellenden Beirates wurde mehrheitlich von ÖVP und FPÖ beschlossen.

Damit übernehme eine Person, die "in rechtsextremen Medien publiziert und immer wieder Nähe zu NS-Ideologien anklingen lässt, eine offizielle Funktion des Landes", bedauerte Gerstorfer. Sie hatte vor der Sitzung den Antrag gestellt, die Nominierung Wiesingers zurückzustellen. Auch die Grünen wollten in der Causa "nochmal einen Schritt zurückgehen". Insgesamt sitzen neun von der Politik bestimmte Personen in dem beratenden Gremium, das aus 25 Mitgliedern und 25 Ersatzmitgliedern besteht. Am 8. Juni beginnt die neue, vierjährige Funktionsperiode.

Anschober: "Wann ist Grenze erreicht?"

Auch wenn die Statuten des Landeskulturbeirats "ein eigenständiges Nominierungsrecht für alle im Landtag vertretenen Parteien" vorsehen und die ÖVP damit die Beschlussfassung begründete, hätte sich Gerstorfer im Vorfeld von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) erwartet, dass er auf den Regierungspartner FPÖ einwirke. Sprich: Stelzer hätte sich dafür einsetzen sollen, dass die FPÖ von der Ernennung Wiesingers Abstand nehme, meinte die SPÖ-Landesparteichefin. "Es ist wirklich enttäuschend, dass die VP auch diese neuerliche Provokation der FPÖ nicht stoppt und damit auch einen Schaden für das Kulturland Oberösterreich hinnimmt. Wann ist endlich die Grenze erreicht?", kritisierte auch Anschober.

Strittiger Maler Wiesinger im Kulturbeirat

Der 1961 geborene Innviertler Maler und Bildhauer ist bei den Freiheitlichen ein gern gesehener Künstler. Er ist nicht nur mit Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ), sondern auch mit dem ehemaligen dritten Nationalratspräsidenten und ebenfalls schlagenden Burschenschafter Martin Graf befreundet. So haben einige von Wiesingers Werken - die er auch für das als rechtsextrem eingestufte und inzwischen eingestellte Blatt "Aula" malte - die Tradition der Studentenverbindungen zum Thema. Als Abschiedsgeschenk bekam Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) 2017 von seinem Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) einen Gutschein für ein Gemälde von dem strittigen Künstler überreicht.

Der Maler, der eigentlich Manfred mit Vornamen heißt, hat sich seinen "Couleurnamen" Odin (eine germanische Gottheit) von seiner Burschenschaft beibehalten. 2016 hatte er von "Info-Direkt" den Auftrag erhalten, für die aktuelle Ausgabe zu dem in Linz stattfindenden Kongress "Verteidiger Europas" das Titelbild zu gestalten. Sein Werk "Junger Verteidiger Europas" sollte laut dem Magazin bei dem rechten Treffen versteigert werden. Laut Wiesinger sei der Jüngling mit einem Holzschwert die bildhafte Darstellung des Sprichwortes: "Was du liebst, musst du verteidigen; und wäre deine Waffe aus Holz."

(APA)

(Quelle: APA)

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