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Polit-Aschermittwoch

Strache mit gewohntem Rundumschlag

Schon zum 28. Mal hat die FPÖ zum Politischen Aschermittwoch nach Ried im Innkreis geladen. Protestdemos gegen diesen blauen Pflichttermin gehören längst der Vergangenheit an. So warteten die 2.000 Fans auch heuer ungestört auf Einlass in die Jahn-Turnhalle, um die Abrechnung von Bundesparteichef und Vizekanzler Heinz Christian Strache mit der Opposition präsentiert zu bekommen.

Bevor jedoch Strache auf sein erstes Jahr in Regierungsverantwortung in der ausverkauften Halle zurückblickte, stellte EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky zuerst einmal in Richtung Wahl am 26. Mai klar: "751 Mandatare sind zu viel, es tut auch die Hälfte" im europäischen Parlament, zumal ohnehin "drei Viertel von ihnen nicht bekannt sind".

Vilimsky: "Mehr Bedeutung für Rot-Weiß-Rot"

Vielmehr müsse "Rot-Weiß-Rot" wieder mehr an Bedeutung gewinnen, forderte er, dass mehr Kompetenzen zurück an die nationalen Parlamente gehen sollten. Er wolle "in Europa ein Bündnis schmieden, um als zweitstärkste Kraft zu verhindern", dass solche Personen wie Jean-Claude Juncker "mit seinen Ischiasproblemen" noch länger an der Spitze der EU stehen.

Haimbuchner vor Strache auf Bühne

Nach einer zünftigen Einlage des Musikvereins Antiesenhofen-Reichersberg war es dann soweit: Strache schritt gemeinsam mit Oberösterreichs Parteichef und LHStv. Manfred Haimbuchner auf die Tribüne. Doch für die Fans hieß es nochmals warten auf ihren HC. Denn erst malte Haimbuchner, der den Spagat zwischen Bierzeltrhetorik und staatsragenden Worten bereits zum vierten Mal hinlegte - seit Ende 2015 regiert die FPÖ in Oberösterreich mit der ÖVP - das bekannte blaue Weltbild einer patriotischen Gesinnung. Er hieß die Fans "willkommen in einem Bundesland, in dem die FPÖ mehr Stimmen hat als SPÖ und Grünen zusammen." Dann blickte er auf das Jahr 2018 im Bund zurück, "ein Wendejahr hin zu Vernunft und Hausverstand".

Aschermittwoch: Strache macht Stimmung

Wenn auch mit weniger markigen Sprüchen als vor dem blauen Regierungseintritt Ende 2017, sorgte Strache bei seinem, wie er nachgerechnet hat, 13. Auftritt in Ried doch für Stimmung im Saal. Heringsschmaus, Bier und Blasmusik taten das ihrige dazu. Die Aschermittwochsgemeinschaft bekam aufgetischt, was sie erwartete.

Da war das verbale Abwatschen der Opposition im Allgemeinen: "In den Medien reden sie ja oft von 'Vereinigter Opposition'. Aber das ist eigentlich falsch. In Wahrheit müsste man 'Vereinsamte Opposition' sagen", wetterte Strache. Den Sozialdemokraten richtete er aus, dass deren Chefin Pamela Rendi-Wagner als Ärztin für Impf-Prävention, Reisemedizin und Infektionsepidemiologie vom "falschen Fach" für die SPÖ sei. "Denn diese Partei braucht keine Schutzimpfung, sondern gehört dringend auf die Intensivstation."

Rückschau auf Regierungsarbeit

Direkte Angriffe auf den Koalitionspartner ÖVP unterließ er, vielmehr unterstrich der Vizekanzler die "Erfolge" im ersten Regierungsjahr: Entlastung der Familien, Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger, Kopftuchverbot in Kindergärten, jenes in Volksschulen in Angriff genommen, Neugestaltung der Mindestsicherung, um "die Zuwanderung in unser Sozialsystem zu stoppen", mehr Sicherheit durch aktiven Grenzschutz, listete er auf.

Natürlich durfte bei der Rückschau auch das angestammte blaue Thema Ausländer nicht fehlen. Er werde aktiv keinen radikalen Islamismus dulden, warb er für die geplante Sicherungshaft für potenziell gefährliche Asylwerber. "Wir können Herbert Kickl nur Danke sagen, er ist der effizienteste Innenminister der Zweiten Republik", rief er ins Publikum, das mit Bravorufen zustimmte. "Einen muslimischen Feiertag will ich in Österreich niemals haben", fügte er noch hinzu.

Seitenhieb gegen ORF

Den ORF vergaß Strache auch heuer bei seiner Abrechnung nicht: "Mancher ORF-Moderator schaut ja heute noch drein, als ob er auf eine saure Zitrone beißen würde, wenn er einen von uns interviewen muss", wetterte er. Ebenso zog der FPÖ-Chef über "Kampfblätter" wie "Der Falter" und "Der Standard" her.

(APA)

(APA)

Aufgerufen am 23.03.2019 um 03:30 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/oberoesterreich-politischer-aschermittwoch-der-fpoe-66830833

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