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Das sind die PISA-Ergebnisse

Die mittlerweile siebente PISA-Studie hat zu ähnlichen Resultaten wie die sechs Vorgängeruntersuchungen geführt: Österreich liegt im diesjährigen Haupttestgebiet Lesen sowie den Naturwissenschaften in etwa im OECD-Schnitt, in der Mathematik leicht darüber.

Aus Österreich nahmen rund 7.000 Schüler aus ca. 300 Schulen teil. Das sind knapp zehn Prozent des Altersjahrgangs. Haupttestgebiet war diesmal das Lesen – das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Fragen aus diesem Bereich kamen.

Pisa-Test, Ergebniss 2018, Grafik APA

Österreichs Schüler stark in Mathe

Österreich erreichte beim diesjährigen Haupttestgebiet Lesen einen Mittelwert von 484 Punkten (2015: 485) und liegt damit im OECD-Schnitt (487). Das lag allerdings nicht an einer besseren Leistung der heimischen Schüler, sondern am Absinken in anderen Staaten. In den Naturwissenschaften waren es diesmal 490 Punkte (2015: 495), was ebenfalls dem OECD-Schnitt (489) entspricht. Am stärksten schnitten die heimischen 15- bis 16-Jährigen in der Mathematik (499 Punkte; 2015: 497) ab, hier lagen sie über dem OECD-Schnitt (489).

PISA-Ergebnisse konstant

Mit der mittlerweile siebenten PISA-Studie zieht die OECD auch Bilanz über die bisherigen Erhebungen. Seit den ersten Erhebungszeitpunkten sind die Leistungen der österreichischen Schüler im Lesen und der Mathematik in etwa konstant geblieben, in den Naturwissenschaften gab es einen leichten Abfall.

Für Bildungsministerin Iris Rauskala sind die Resultate "nicht die große Jubelbotschaft, aber auch kein Grund zur großen Sorge". Sie glaube, dass die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Maßnahmen wie Deutschklassen oder die verstärkte Deutschförderung im Kindergarten richtig gewesen seien. Nach wie vor "zu hoch" ist für Rauskala die sogenannte "Risikogruppe" der bei PISA besonders schlechten Schüler. In Österreich gehört in allen drei Bereichen mehr als jeder fünfte Schüler dazu.

Pisa, Präsentation, Rauskala, Bruneforth APA/HELMUT FOHRINGER
Bildungsministerin Iris Rauskala und Michael Bruneforth vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) haben die Ergebnisse präsentiert.

Chancengleichheit: Unterschiede noch groß

"In Bezug auf Chancengerechtigkeit besteht in Österreich weiterhin Handlungsbedarf. Der soziale Status sowie der Migrationshintergrund haben wesentlichen Einfluss auf die Chancen auf den Kompetenzerwerb", heißt es im Österreich-Bericht. Kinder von Akademikereltern erreichen rund 90 Punkte mehr als Schüler, deren Eltern maximal eine Pflichtschulabschluss haben. Das entspricht einem Leistungsunterschied von zwei Lernjahren.

Etwas geringer sind die Unterschied zwischen einheimischen Kindern und Kindern von Migranten. Österreichs Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund hat sich seit der ersten PISA-Studie 2000 (elf Prozent) auf mittlerweile 23 Prozent verdoppelt. Im Lesen kommen in Österreich geborene Kinder auf einen Mittelwert von 500 Punkten, Migranten auf 437. Für das mittelmäßige Abschneiden Österreichs bei PISA sind die Migrantenleistungen aber nicht verantwortlich, so Michael Bruneforth vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), das den Test in Österreich durchführt. Rechne man die Migranten heraus, würde Österreich nach wie vor im Mittelfeld landen.

Drittgrößte Differenz zwischen Geschlechtern

Etwas Bewegung hat es bei den Geschlechterunterschieden in Österreich gegeben: Im Lesen stieg der Leistungsvorsprung der Mädchen (499 Punkte) gegenüber den Burschen (471) von 20 Punkten im Jahr 2015 auf nunmehr 28 Punkte an. In der Mathematik fallen die Geschlechtsunterschiede zugunsten der Burschen aus, sind aber geringer als im Lesen. In der OECD ist Österreich damit hinter Kolumbien und Italien das Land mit der drittgrößten Geschlechterdifferenz zugunsten der Burschen.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 09.12.2019 um 03:12 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/oesterreich-praesentation-der-pisa-ergebnisse-80128654

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