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Engpässe befürchtet

Vier von fünf Menschen sorgen sich um Energieversorgung

Anti-Teuerungs-Paket reicht vielen nicht

Die Energieversorgung Österreichs ist nicht nur für die Regierung ein Thema. In einer Umfrage des Gallup-Instituts gaben über 80 Prozent an, dass sie Engpässe bei der Energieversorgung befürchten. Noch mehr sorgen sich um die Preissteigerungen.

83 Prozent der Bevölkerung befürchten Engpässe in der Energieversorgung als Folge des Ukraine-Krieges. Sorgen bereitet den Menschen in Österreich auch die Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie (rund 90 Prozent) sowie globale wirtschaftliche Folgen des Krieges (79 Prozent), zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Befragung des Gallup-Instituts.

Anti-Teuerungs-Paket für viele nicht genug

Lediglich elf Prozent der Bevölkerung erachten das Anti-Teuerungs-Paket der Bundesregierung als ausreichend, um die steigende Inflation abzufedern. Auch in Sachen Energieversorgung kommt die Regierung nicht gut weg. Nur 17 Prozent sind der Ansicht, dass die Regierung genug unternimmt, um die Versorgung mit Strom und Gas sicherzustellen.

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Die Sorge vor Energieknappheit brachte eine Akzeptanz für bisher ökologisch umstrittene Energiequellen. Haben sich noch im April 27 Prozent der Österreicher für Energie aus Kohlekraftwerken ausgesprochen, sind inzwischen 39 Prozent dafür. Die Mehrheit (61 Prozent) ist damit einverstanden, das Kohlekraftwerk Mellach zu reaktivieren. 72 Prozent sind für eine stärkere Förderung von heimischem Öl und Gas. Atomkraftwerke werden nach wie vor vom Großteil der Bevölkerung (76 Prozent) abgelehnt, die erneuerbaren Energiequellen finden mit 92 Prozent ungebrochen hohe Zustimmung. Fragt man danach, inwieweit die Energieunabhängigkeit auf Kosten des Klimaschutzes gehen darf, zeigt sich die Bevölkerung gespalten. 43 Prozent geben zurzeit der Energieunabhängigkeit, 45 Prozent dem Klimaschutz den Vorrang.

Energiepreise explodieren

Die Preisexplosion bei Energie bewirkt eine Hinterfragung der wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Russland. Die Zustimmung der Bevölkerung zu den internationalen Sanktionen reduzierte sich von 71 Prozent zu Beginn des Krieges auf aktuell 60 Prozent. Während Ende Februar 56 Prozent meinten, dass Österreich diese mittragen soll, auch wenn als Folge die Energiepreise steigen, können sich im Moment nur noch 43 Prozent damit anfreunden.

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"Angst vor einem kalten Winter"

"Zur Inflation gesellt sich nun auch die Angst vor einem kalten Winter. Die Versorgung mit Wärme ist für viele Menschen wichtiger als die Frage, woher diese kommt. Beim Thema Klima wird im Moment gezwungenermaßen ein Auge zugedrückt. Außerdem geht man davon aus, dass die umweltschädlichen Energiealternativen nur vorübergehend, zur Überbrückung der Notlage, genutzt werden. Etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung nimmt an, dass der Krieg den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen beschleunigen wird", kommentiert die Leiterin des Österreichischen Gallup-Instituts, Andrea-Fronaschütz, dieses Ergebnis.

Die Befragung wurde zwischen 21. und 24. Juni 2022 mit einer Stichprobe von 1.000 Personen, repräsentativ für die webaktive Bevölkerung, durchgeführt.

(Quelle: APA)

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