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"Nicht die Zeit zu feiern"

Das sind die Corona-Regeln für Weihnachten und danach

Keine Silvester-Partys, Einschränkungen bei Events

Angesichts der bevorstehenden Omikron-Welle schärft Österreich bei den Corona-Regeln neuerlich nach. Nach den Weihnachtsfeiertagen, also ab 27. Dezember, wird die Sperrstunde in der Gastronomie auf 22 Uhr vorverlegt. Damit wird es auch kein Anstoßen zu Silvester in Gaststätten geben.

Die bevorstehende Omikron-Variante macht - nach den erst kürzlich verkündeten Lockerungen - auch in Österreich schon wieder Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen notwendig. Im Folgenden die Details für die Zeit rund um Weihnachten und Neujahr:

Weihnachten und Silvester

Nach wie vor aufrecht bleibt - bis auf weiteres - der Lockdown für Ungeimpfte. Ausnahmen für diese Personengruppe hatte die Regierung bereits zuvor für die Weihnachtsfeiertage und für den Jahreswechsel verkündet, diese bleiben bestehen. Am 24., 25. und 26. Dezember sowie zum Jahreswechsel, also am 31. Dezember, ist auch den Nicht-Immunisierten das Feiern im kleinen Kreis gestattet. Der Besuch von Zusammenkünften mit maximal zehn Personen gilt an diesen Tagen als Ausnahmegrund, das Haus zu verlassen. Dafür benötigt man keinen gültigen 2-G-Nachweis.

Sperrstunde vorverlegt

Neu ist, dass ab dem 27. Dezember die (Corona-bedingt) derzeit auf 23 Uhr festgelegte Sperrstunde in ganz Österreich auf 22 Uhr vorverlegt wird. Dies gilt auch zu Silvester - und zwar nicht nur in der Gastronomie, sondern auch in allen Tourismusbetrieben. Ein Ausweichen auf Hotel-Bars oder -Restaurants wird somit ausgeschlossen. Auch rät das neue Gremium der gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination (Gecko) von Silvester-Feiern grundsätzlich ab. Man solle sich möglichst nur in kleinem Kreis treffen - und das mit vorherigem Test.

Regelungen für Veranstaltungen

Verschärfungen gibt es bei Veranstaltungen. Zusammentreffen ohne zugewiesene Sitzplätze sollen ab dem 27. Dezember nur noch mit maximal 25 Personen möglich sein - und zwar drinnen wie draußen, dabei gilt weiterhin die 2-G-Regel. Werden die Plätze zugewiesen, so können maximal 500 Personen zusammenkommen. Höchstens 1.000 Teilnehmer sind gestattet, sofern zusätzlich zur 2-G-Regel auch ein PCR-Test verlangt wird. Bis zu 2.000 Personen dürfen an einem Event teilnehmen, wenn diese dreifach geimpft sind und zusätzlich ein PCR-Test vorgelegt wird.

Einreise: Mehrere Länder Virusvarianten-Gebiet

Die Länder Großbritannien, Norwegen, Dänemark und die Niederlande werden mit Wirkung 25. Dezember zu Virusvarianten-Gebieten erklärt, womit grundsätzlich zwingend eine Quarantäne von zehn Tagen notwendig wird. Ausgenommen davon sind jedoch dreifach Geimpfte mit gültigem PCR-Test.

Gecko-Spitze verkündet Verschärfung der Maßnahmen

Verkündet wurden diese Maßnahmen erstmals nicht mehr von der Regierung, die gemeinsam mit den Landeshauptleuten tagte, sondern von der Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, die an der Spitze des neuen Beratungsgremiums Gecko steht. Wie sie bei einem Pressestatement betonte, seien die Vorschläge der Gruppe von Bund und Ländern einhellig angenommen worden.

Maßnahmen für Haslauer nachvollziehbar

Für Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) sind die heute beschlossenen Maßnahmen des Bundes "von virologischer Seite begründet und nachvollziehbar. Jeder Tag, den wir nun als Atempause nützen können, bringt einen Erfahrungsgewinn über die neue Mutante und andererseits hunderte zusätzliche Auffrischungsimpfungen, die sehr wirksam gegen Omikron schützen", so Haslauer in einer Aussendung am Mittwoch.

Salzburg bereitet sich auf Omikron vor

"Salzburg bereitet sich gewissenhaft auf die Herausforderungen der nächsten Wochen vor und baut besonders jetzt, angesichts der Omikron-Variante, noch einmal verstärkt auf die vier Säulen der Pandemiebekämpfung: Corona-Impfung, Tests, verschärftes Contact Tracing zur Unterbrechung der Infektionsketten und Hygienemaßnahmen. Die zusätzlichen Maßnahmen des Bundes verschaffen uns nun noch etwas mehr Zeit zur Vorbereitung", so der Salzburger Landeshauptmann.

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Maske und 2-G bei Zusammenkünften

Zusammenkünfte sollen laut diesen Empfehlungen für maximal 25 Personen (bei Maskenpflicht und in -2G-Settings) gestattet sein. Bei Veranstaltungen will Gecko demnach eine Teilnehmer-Reduktion, auch soll es keine Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze mehr geben. Darüber hinaus schlägt das neue Gremium laut APA-Informationen eine laufende Bewertung der dynamischen Entwicklung der neuen Virus-Variante Omikron Anfang kommender Woche vor.

Schwierige Entscheidungen stehen an

Die Ausgangslage vor den Beratungen ist jedenfalls schwierig. Zwar wirkt der Lockdown mit sinkenden Zahlen in praktisch allen Kategorien weiter nach, die höchst ansteckende Omikron-Variante steht aber unmittelbar vor der Türe. Die Politik muss daher entscheiden, wie sie auf die erwartete massive Infektionswelle zu reagieren gedenkt.

Regierung tagt seit 11 Uhr

Die Regierungsspitze tagt gemeinsam mit dem Gecko-Gremium im Kanzleramt seit 11 Uhr Vormittag, die Landeshauptleute sind online dazugeschaltet. Im Anschluss ist für 13.30 Uhr einer Pressekonferenz angesetzt. Ob dieser Termin hält, war im Vorfeld aufgrund der schwierigen Ausgangslage aber offen. Neben Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sind auch Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (beide Grüne) sowie Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (beide ÖVP) bei dem Gipfel dabei. Seitens der Corona-Krisenkoordination Gecko nimmt deren Doppelspitze mit Chief Medical Officer Katharina Reich und dem stellvertretenden Generalstabschef, Generalmajor Rudolf Striedinger, teil.

Einreiseverschärfungen stehen zur Diskussion

Im Vorfeld gaben sich die Entscheidungsträger bedeckt. Zumindest in Diskussion waren Einreiseverschärfungen. Staaten mit einer bereits jetzt starken Omikron-Verbreitung könnten ab dem 24. Dezember als Virusvarianten-Gebiete definiert werden. Erwogen wird dies offenbar für Großbritannien, die Niederlande, Dänemark und Norwegen. "Das ist eine Möglichkeit, die wir besprechen", sagte Mückstein am Dienstagnachmittag. Scharfe Kritik daran kam seitens der Tourismus-Wirtschaft, vor allem vom Seilbahn-Obmann und ÖVP-Abgeordneten Franz Hörl, der bereits von einem "Schlag ins Gesicht für die heimischen Tourismusbetriebe" sprach.

Auch der Molekularbiologe Ulrich Elling von der Akademie der Wissenschaften zog derartige Maßnahmen in Zweifel. "Es war sinnvoll ganz am Anfang Einreisebeschränkungen zu verhängen, um ein paar Tage zu gewinnen. Aber jetzt, wo sich Omikron in unserem Land ausbreitet, wird das nichts mehr signifikant reduzieren", sagte er am Dienstagabend in der "ZiB2". Die Einstufung als Virusvariantengebiet kommt einem Einreiseverbot gleich, was insbesondere Winterurlaubsdestinationen treffen könnte. Österreichische Staatsbürger und EU-Bürger sind zur Einreise berechtigt, müssen aber besonders strenge Quarantäneregelungen (zehntägige Quarantäne, PCR-Test bei der Einreise, Registrierung) einhalten.

Gecko setzt auch Öffnungszeiten von Test- und Impfstraßen auf Agenda

Schon bereits vor Beginn des Gipfels war dem Vernehmen nach die Rücknahme von in Aussicht gestellten Lockerungen im Gespräch, etwa die Aufhebung der Gastronomie-Sperrstunde zu Silvester. Für den 31. Dezember war ursprünglich ein längeres Offenhalten der Gastronomie über die aktuell Corona-bedingte Sperrstunde von 23 Uhr vorgesehen gewesen. Laut Medienberichten wollte das Gecko-Gremium auch die Frage der Öffnungszeiten der Corona-Testzentren thematisieren - einige Bundesländer haben ja deren Schließung zu den Feiertagen vorgesehen. Auch bei den Impfstraßen will das Expertengremium laut den Berichten die Öffnungszeiten während der Feiertage besprechen.

Wie wird sich fünfte Welle auswirken?

Klar ist auch, dass wohl in allen Bereichen der kritischen Infrastruktur für Personalausfälle vorgesorgt werden muss, da wesentliche höhere Infektionszahlen als in den bisherigen Wellen zu erwarten sind.

Diskutiert wurde im Vorfeld auch, ob man der kommenden fünften Welle überhaupt so streng begegnen will wie den vorangegangenen. Komplexitätsforscher Peter Klimek, der auch im Gecko-Gremium sitzt, sprach am Dienstag im ORF-Radio nicht von einer Welle, sondern von einer "Wand", vor der man stehe. Dieser könne man aber auch etwas Positives abgewinnen: "Je höher die Welle ist, je schärfer die Welle nach oben steigt, desto kürzer dauert sie normalerweise, auch." Für ihn könnte es unter Umständen vernünftiger sein, schnell durchzutauchen, als durch ein Abflachen der Kurve die Infrastruktur zu gefährden (nämlich dadurch, dass man zu viele dort tätige Personen in Quarantäne schickt). Argumentiert wird dieser Zugang damit, dass es mittlerweile viel mehr Immunisierte gibt und daher die Hospitalisierungen möglicherweise weniger stark ansteigen könnten als in den Wellen davor.

Elling sagte zu diesen Überlegungen am Vortag des Gipfels, "das wäre eine komplette Strategieänderung". Es sei auch nicht ganz klar, ob das eine freiwillige Strategieänderung wäre "oder ob Omikron uns die aufzwingt". Denn bei einer gewissen Infektionsgeschwindigkeiten könnte auch ein Lockdown dem Geschehen mehr genug entgegensetzen. Aber: "Es hätte auch etwas Positives", denn irgendwann müsse man in die Endemie kommen, "wo jeder sich oder jede sich mehrmals angesteckt hat und irgendwann muss dieser Punkt erreicht sein".

(Quelle: APA/SALZBURG24)

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