Jetzt Live
Startseite Österreich
Neue Krise droht

Kommission erwartet erhebliche Omikron-Auswirkungen

Systemrisiko "sehr hoch"

coronavirus-5367891_1920.jpg Pixabay
Das Systemrisiko durch Omikron wird als "sehr hoch" eingeschätzt. (SYMBOLBILD)

Vor einer neuen Krise durch die Omikron-Variante warnt die Corona-Kommission nach ihrer Sitzung am Donnerstag. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde diese zu einer Infektionswelle führen, "die erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Beeinträchtigungen mit sich bringen kann", hieß es in einer Aussendung des Gremiums.

Vorerst ist die Situation ein wenig entspannt. Das Burgenland und Wien haben sogar den Höchstrisiko-Bereich verlassen.

Omikron: Systemrisiko "sehr hoch"

Das Durchatmen dürfte aber nur ein kurzes sein. Das Systemrisiko durch Omikron wird als "sehr hoch" eingeschätzt. Die Kommission verweist darauf, dass die Belagsstände auf Intensiv- und Normalstationen aufgrund der vierten Epidemie-Welle nach wie vor eine hohe Belastung aufweisen, die sich voraussichtlich zu langsam reduziert, um neuerliche starke Zugänge ohne Versorgungseinschränkungen bewältigen zu können.

20200323_PD3826.HR.jpg APA/BARBARA GINDL/Archiv
Der Salzburger Infektiologe Richard Greil empfiehlt angesichts der Omikron-Variante an Lockdown, Maskenpflicht und Impfkampagne weiter festzuhalten. 

So schätzt Virus-Experte Greil Omikron ein

Die Omikron-Variante des Coronavirus bereitet weltweit Sorgen. In Österreich wurde bereits ein Fall nachgewiesen, weitere Verdachtsfälle – auch in Salzburg – werden derzeit überprüft. Doch sind die …

Überlastung des Gesundheitssystems droht

Selbst bei möglicherweise reduzierter Krankheitslast der Omikron-Variante stellten alleine aufgrund der erwarteten hohen Anzahl an gleichzeitig infizierten Personen Überlastungen des Gesundheitssystems eine realistische Gefahr dar. Als "essenzielle" Gegenmaßnahmen empfohlen werden unter anderem eine FFP2-Pflicht in allen Settings, Testen auch von Geimpften vor Zusammenkünften zur Weihnachtszeit, Home Office und die Vermeidung von Menschenansammlungen.

20211117_PD2673.HR.jpg APA/Barbara Gindl/Archiv
Schon im Jänner steht in Österreich mit der Omikron-Variante eine weitere Corona-Welle bevor. (SYMBOLBILD)

So bereitet sich Salzburg auf Omikron vor

Die Omikron-Variante des Coronavirus bereitet weltweit große Sorgen. Da die Mutation hochansteckend ist, wird auch mit weitaus höheren Infektionszahlen gerechnet. Wir haben nachgefragt, wie sich das …

Aufruf zur Booster-Impfung

Dazu kommt die dringende Empfehlung weiter zu impfen, sei dies doch nach jetzigem Stand das effektivste Mittel. Derzeit sind in Österreich gerade einmal 33 Prozent geboostert. Dabei gingen Wissenschafter zuletzt davon aus, dass nur der dritte Stich eine relativ gute Wirkung gegen Omikron haben wird. Auch erst knapp 69 Prozent haben wenigstens zwei Impfungen erhalten.

Weniger Patienten auf Intensivstationen

Vor dem breitflächigen Eintreffen von Omikron sieht die Lage noch ganz gut aus, überall wird aktuell noch ein Rückgang auf den Intensivstationen angenommen. Mit dem Burgenland und Wien haben es diese Woche zwei Bundesländer raus aus der Höchstrisiko-Stufe geschafft. Beide wurden auf orange geschalten, was "nur" noch hohes Risiko anzeigt.

Bemessen wird die aktuelle Lage jeweils an der Risikozahl, die neben den Fällen auch Impfstatus und Alter der Patienten einbezieht. Über 100 befindet man sich in der roten Zone, die sehr hohes Risiko anzeigt, darunter beginnt orange. Grundsätzlich gingen die Zahlen in der vergangenen Woche laut dem der APA vorliegenden Arbeitsdokument der Kommission überall zurück, doch nur Wien und das Burgenland schafften es in die zweithöchste Risikostufe - die Bundeshauptstadt mit 90 relativ knapp, das Burgenland mit rund 69 deutlich. Am anderen Ende der Skala findet sich Vorarlberg mit 400.

Hohe Fallzahlen in Vorarlberg

Das "Ländle", das gemeinsam mit Tirol und dem Burgenland ab vergangenem Sonntag gleich eine komplette Öffnung durchgezogen hat, ist auch in absoluten Fallzahlen das Bundesland mit den mit Abstand schlechtesten Werten. Das Burgenland hat die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz.

Abgeklärt werden derzeit österreichweit 55 Prozent der Fälle, wobei die Länder hier durchaus ähnliche Quoten aufweisen. Einzig Vorarlberg fällt mit 37 Prozent ab. Niederösterreich hat mit 64 Prozent den besten Wert.

Bei den entdeckten asymptomatischen Infektionen ist Tirol mit gerade einmal 13 Prozent der Gesamtfälle Schlusslicht. Einsamer Spitzenreiter mit 51 Prozent ist wie üblich Wien. Das liegt wohl vor allem daran, dass in der Bundeshauptstadt gemessen an der Bevölkerungszahl mittlerweile doppelt so viele Tests abgegeben werden wie im nächst besten Bundesland, dem Burgenland. Die geringste Testfreude gibt es just im Land mit den prozentuell meisten Fällen. In Vorarlberg kommen knapp 24.000 Tests auf 100.000 Einwohner. Der Wiener Wert ist 106.000. Vorarlberg weist neben Tirol auch die schlechteste Situation an den Intensivstationen aus.

Lockdown wirkt nach

Dass der Lockdown nachwirkt und Omikron sich noch nicht durchgesetzt hat, sieht man mit einem Blick auf die Bezirksstatistik. Sämtliche Bezirke weisen einen rückgängigen 14-Tages-Trend auf. Dass mit Bludenz und Feldkirch zwei Vorarlberger Bezirke die ungünstigsten Zahlen haben, überrascht angesichts der sonstigen Daten kaum. Unter 100 hat es mit Neusiedl/See immerhin ein Bezirk bei der Sieben-Tage-Inzidenz gebracht.

Höchste Risikostufe an Schulen

An den Schulen bleibt man indes vorsichtig. Sämtliche Länder bleiben in der höchsten Risikostufe drei.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.05.2022 um 11:39 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/omikron-kommission-erwartet-erhebliche-auswirkungen-114149986

Kommentare

Mehr zum Thema