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Altenheim im Visier

Ermittlungen nach Corona-Impfungen in Eberschwang

Zusätzlicher Impfstoff für Außenstehende bestellt?

Grippe, Impfung dpa/dpa-Zentralbild/Z1018 Ralf Hirschberger
Ein Alten- und Pflegeheim in Eberschwang (OÖ) ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Es wird ermittelt, ob die Reihung bei den Impfungen eingehalten wurde. Es gebe auch Hinweise darauf, dass bereits im Vorhinein mehr Impfstoff als benötigt bestellt wurde. (SYMBOLBILD)

Das Alten- und Pflegeheim Eberschwang (OÖ) ist ins Visier der Staatsanwaltschaft Ried geraten. Es gibt Ermittlungen, die klären sollen, ob die Reihung der Corona-Impfungen verletzt und bereits im Vorhinein mehr Impfstoff als benötigt bestellt wurde. Das bestätigt Alois Ebner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried, am Samstag gegenüber der APA.

Wenn Restbestände spontan verimpft worden seien, sehe man das strafrechtlich nicht so schlimm. 

Zusätzlicher Corona-Impfstoff für Außenstehende bestellt?

Es sei aber etwas anderes, wenn von vorneherein mehr Impfstoff bestellt worden wäre, um heimfremde Personen mitzuversorgen, sagte Ebner. "Das Vordrängeln ist eher spontan. 

Altenheim in Eberschwang im Visier der Ermittlungen

Wenn man die zusätzlichen Impfungen schon mit der Bestellung geplant hat, kann das in Richtung Amtsmissbrauch gehen." Im Visier der Staatsanwaltschaft stehen die Heimleitung und allenfalls vorgesetzte Personen, die die Zusatzbestellungen in Auftrag gegeben haben oder davon wussten. In der Innviertler Gemeinde Eberschwang waren im Heim nicht nur Bewohner und Mitarbeiter, sondern auch heimfremde Personen wie der Bürgermeister geimpft worden.

Auch Hausarzt sorgt für Wirbel

Die Staatsanwaltschaft Ried untersucht nach einer Sachverhaltsdarstellung der BH Ried auch in einem anderen Fall, bestätigte Ebner. Ein Hausarzt aus dem Bezirk Ried soll in einem Pflegeheim und in seiner Ordination keine Maske getragen und Patienten bestärkt haben, es auch nicht zu tun.

Arzt soll es mit Ausnahme-Attesten nicht genau genommen haben

In diesem Zusammenhang wird ihm auch vorgeworfen, sehr großzügig Atteste für eine Masken-Befreiung ausgestellt zu haben. Es geht dabei um den Vorwurf der vorsätzlichen oder fahrlässigen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Die Ermittlungen umfassen noch einen weiteren Aspekt: Der Mediziner soll einem Patienten ohne genaue Untersuchung und trotz Gegenindikation eine Bestätigung ausgestellt haben, dass dieser seit 48 Stunden symptomfrei sei, berichtete Ebner. Man habe ein Ermittlungsverfahren gegen den Arzt eingeleitet und begonnen, Zeugen zu befragen.

(Quelle: APA)

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