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Neues System wahrscheinlich

Pfandflaschen auf dem Vormarsch

Österreich muss Plastik-Sammelquote erhöhen

Plastikflasche, Pfand, Plastik, PET, SB Pixabay/CC0
Schon bald könnte in Österreich ein Pfand auf Plastikflaschen eingeführt werden. (SYMBOLBILD)

Schon oft diskutiert, nun scheint die Umsetzung nahe: In Österreich stehen die Zeichen auf ein Pfandsystem für Plastikflaschen. Weltweit gibt es das übrigens bereits in 40 Ländern. In Europa wollen bis zu 16 weitere Staaten in den kommenden Jahren nachziehen. Ein Überblick.

In Europa gibt es derzeit in zehn Staaten ein Pfandsystem für Plastikflaschen:

  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Island
  • Kroatien
  • Litauen
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Schweden

Fix geplant ist es in den kommenden Jahren in:

  • Großbritannien (2023/24)
  • Lettland (2022)
  • Portugal (2022)
  • Rumänien (2022)
  • Schottland (2021)
  • Slowakei (2022)
  • Türkei (2023)

1,6 Milliarden Plastikflaschen jährlich in Österreich

In weiteren neun europäischen Staaten wird gerade darüber diskutiert, darunter auch Österreich. Hintergrund ist eine EU-Vorgabe, die es zu erfüllen gilt. Diese Richtlinie zu Single-Use-Plastic sieht vor, dass Getränkeflaschen aus Kunststoff, bis zum Jahr 2025 zu zumindest 77 Prozent getrennt gesammelt und auch recycelt werden müssen. Bis 2029 soll diese Quote auf 90 Prozent erhöht werden. Aktuell liegt sie in Österreich bei 70 Prozent. Ein Pfandsystem würde die Lücke am effizientesten schließen, ergab eine Anfang 2020 publizierte Studie, die vom Klimaministerium in Auftrag gegeben wurde. Im Juni fand unter dem Vorsitz von Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) ein runder Tisch zum Thema statt. Österreich wird den im März dieses Jahres ins Leben gerufenen "European Plastics Pact" (Europäischer Plastik Pakt) unterzeichnen, wie Gewessler danach jedenfalls ankündigte. Konkrete Details zur Umsetzung liegen allerdings noch nicht vor.

 

Große Zustimmung zu Plastikpfand

In der Bevölkerung scheint die Zustimmung zu einem Plastikpfand groß zu sein, wie eine im Frühjahr veröffentlichte Umfrage des britischen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov für die Changing Markets Foundation und die Umweltschutz-NGO Global 2000 nahelegt. Demnach sprachen sich 83 Prozent der befragten Österreicher für ein Einweg-Pfandsystem aus.

 

Zwischen neun und 36 Cent Pfand

Derzeit gibt es in Österreich vor allem auf Glasflaschen – beispielsweise Mineral oder Bier – ein Pfand. In den letzten Jahren kamen zudem auch Joghurt oder Milch im Pfandglas bzw. Mineral in Mehrwegplastik-Flaschen auf den Markt.

Für Mehrweg-Bierflaschen werden neun Cent, für die speziellen Bügelflaschen 36 Cent Pfand erhoben. Für Kisten fallen drei Euro Pfand an. Für Mehrwegflaschen aus PET werden 29 Cent Pfand berechnet, ebenso für 1-Liter-Glasflaschen für Mineralwasser.

Schweden mit ältestem Pfandsystem der Welt

Das älteste Pfandsystem weltweit gibt es übrigens in Schweden. Dort wurde bereits im Jahr 1885 ein Pfandsystem für die standardisierte 33-cl-Glasflasche eingeführt. 1984 kam ein Dosenpfand und in den 1990er Jahren ein Pfand auf übrige Glas- sowie PET-Einwegflaschen hinzu.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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