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Maßnahmen gegen Mangel

Pflegekräfte bereits in der Ausbildung bezahlen?

Corona-Krise zeigt Wichtigkeit der Branche

alt, Senior, älter werden, pflege, sb Pixabay/CC0
Bis 2030 werden Schätzungen zufolge 76.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. (SYMBOLBILD)

Das Berufsfeld Pflege und Personenbetreuung muss attraktiver gemacht werden, dazu muss man bei der Ausbildung ansetzen. So lautet eine der Forderungen von Berufsvertretern und Sozialpartnern am Internationalen Tag der Pflegenden. "Die aktuelle Krise hat uns eindringlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, ausreichend Pflegekräfte zu haben", konstatierte Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl.

Laut AK muss man jetzt Vorsorge für die Zukunft treffen, um mögliche Engpässe im Pflegebereich zu verhindern. Bis 2030 würden laut Prognosen rund 76.000 Pflegekräfte zusätzlich benötigt werden. Entscheidend dafür, dass sich mehr Personen für den Berufszweig interessieren, seien kostenlose Ausbildungen. "Eine Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich darf nichts kosten, im Gegenteil: Sie muss was bringen", hieß es in einer Aussendung.

 

Image der Pflege verbessern?

Noch klarer ist die Position des Österreichischen Gesundheits-und Krankenpflegeverbands (ÖGKV): Um dem Mangel an Arbeitskräften entgegenzuwirken, sei sogar "eine Bezahlung während der Ausbildungen notwendig". Insgesamt müsse das Image der Pflegeberufe in der Bevölkerung verbessert werden - wie auch die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen, die derzeit nicht auf Augenhöhe stattfinde.

Die Gewerkschaft vida will angesichts der Covid-19-Pandemie einen besseren Schutz vor ansteckbaren Krankheiten im Sektor Pflegeberufe verwirklicht sehen. Eine zentrale Forderung sind flächendeckende Corona-Testungen. Punkto Schutzausrüstung fühlen sich laut einer von der Gewerkschaft unter Beschäftigten der Branche durchgeführte Umfrage nur 46 Prozent gut geschützt.

Aufwertung des Berufs durch Corona-Krise

Dass Pflegeberufe durch die Corona-Krise bereits eine Aufwertung erfahren haben, glaubt Johannes Wallner, der Vorsitzende der Zertifizierungseinrichtung für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung. Wie Wallner am Dienstag mitteilte, haben in diesem Jahr zehn weitere Vermittlungsagenturen die Anforderungen von Sozialministerium und Wirtschaftskammer für das Qualitätszertifikat (ÖQZ) in der 24-Stunden-Betreuung erfüllt. Die ersten 16 Vermittlungsagenturen waren 2019 überprüft worden.

(Quelle: APA)

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