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Gute Wirtschaftslage

Weniger Pfusch in Österreich 2020

Schwarzarbeit geht kontinuierlich zurück

Die meiste Schwarzarbeit gibt es nach wie vor im Baugewerbe
Das Volumen für Pfusch nimmt in Österreich weiter ab. (SYMBOLBILD)

Das Schwarzarbeits-Volumen in Österreich dürfte heuer weiter sinken. Der Linzer Ökonom Friedrich Schneider rechnet mit einem Rückgang von 24 auf 22,9 Mrd. Euro, womit der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 6,1 auf 5,8 Prozent schrumpfen könnte. Zu verdanken ist das laut Schneider der nicht allzu hohen Arbeitslosigkeit und wirtschaftspolitischen Maßnahmen wie dem Familienbonus.

Schon seit Mitte vergangenen Jahrzehnts nimmt der Pfusch kontinuierlich ab – der Höhepunkt war 2004 mit 31,8 Mrd. Euro bzw. elf Prozent des BIP erreicht. In den vergangenen Jahren, seit 2017, hat das Volumen jeweils zwischen sechs und fünf Prozent absolut abgenommen. Und dass der Wert nun wieder unter 6 Prozent des BIP liegt, ist erstmals seit den 1990er-Jahren der Fall.

Kalte Progression beeinflusst Rückgang

Ohne Abschaffung der "Kalten Progression" – die die neue Regierung mit Verweis auf geplante Steuertarif-Senkungen vorerst nicht vorhat – geht das Schattenwirtschafts-Volumen in Österreich dem Ökonomen zufolge heuer um 1,14 Mrd. Euro zurück, mit einem "Aus" für die "Kalte Progression" seit 1.1.2020 würde die Reduktion 1,62 Mrd. Euro ausmachen können. Von einem Prozent Lohnsteigerung werden ungefähr 30 Prozent durch die Steuermehrbelastung im zeitlichen Verlauf wegbesteuert, der Effekt auf den Pfusch sei somit hoch, so Schneider zur APA.

Bau und Handwerk mit größtem Pfusch-Anteil

Mit 39 Prozent den größten Anteil an der Schattenwirtschaft hat der Sektor Baugewerbe und Handwerksbetriebe (samt Reparaturen), hier würden heuer gut 8,9 Mrd. Euro an Steuern und Sozialabgaben vorbei umgesetzt. Es folgen die sonstigen Gewerbebetriebe und haushaltsnahen Dienstleistungen mit 17 Prozent bzw. 3,9 Mrd. Euro. Danach kommen die Sektoren "Andere Gewerbe und Industriebetriebe" und "Dienstleistungsbetriebe" mit je 3,7 Mrd. Euro Umsatz.

Staat ist größter Pfusch-Verlierer

Größter Verlierer des Pfusch ist der Staat, dem hauptsächlich Sozialversicherungsbeiträge entgehen, nämlich 2,0 bis 3,5 Mrd. Euro an Steuer- und SV-Ausfällen im Jahr. "Die Steuerverluste halten sich in Grenzen", sagt der Ökonom, "da das schwarz verdiente Geld sofort wieder in der offiziellen Wirtschaft ausgegeben wird." Ein weiterer Verlierer seien die Krankenversicherungen, die die erhöhten Kosten der zusätzlichen Unfälle bzw. Arbeitsunfähigkeit der Pfuscher tragen. Von Schwarzarbeit profitiere die Wirtschaft und jeder, der pfuschen lässt oder selbst pfuscht: "Viele Häuser und Eigenheime gäbe es ohne Pfusch nicht."

Reduziert werden könnte der Pfusch laut Schneider durch diverse wirtschaftspolitische Maßnahmen, etwa eine befristete Mehrwertsteuerrückvergütung für arbeitsintensive Dienstleistungen, die schon genannte Abschaffung der "Kalten Progression", eine Wiedereinführung des Handwerkerbonus – für die Schneider bereits seit Jahren plädiert – sowie durch eine Senkung der Lohnnebenkosten.

(Quelle: APA)

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