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Tag der Pressefreiheit

"FPÖ-Politiker untergraben Pressefreiheit"

Medien-Expertin Martina Thiele

Pressefreiheit APA/AFP/TED ALJIBE/Archivbild
Die Pressefreiheit sieht so mancher in Österreich gefährdet (Symbolbild).

Anlässlich des Tages der Pressefreiheit am 3. Mai warnt Medien-Expertin Martina Thiele vom Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg, nach "den besorgniserregenden Verschlechterungen“ in Österreich und nimmt die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ in die Pflicht.

In der internationalen Rangliste ist Österreich in punkto Pressefreiheit um fünf Plätze nach unten gerutscht und liegt damit nun auf Rang 16 von 180. Österreich ist dadurch in einen Bereich abgesackt, in dem die Situation nur noch als "ausreichend" beurteilt wird.

Pressefreiheit: "Situation in Österreich ist schlecht"

SALZBURG24: Warum ist die Pressefreiheit so wichtig?

MARTINA THIELE: Die Pressefreiheit ist ein hohes demokratisches Gut und muss unter allen Umständen geschützt werden. Speziell an so einem Tag, an dem darauf hingewiesen wird, sollten wir alle die Pressefreiheit als gesellschaftlichen Grundkonsens schätzen und stärken.

Im Ranking ist Österreich abgefallen. Wie können Sie sich das erklären?

Verschiedene Institutionen wie Reporter ohne Grenzen haben den Ist-Stand analysiert und eindeutige Daten festgehalten. Gründe dafür gibt es viele. Zum einem sind die massiven Angriffe unserer Regierungskoalition ÖVP und FPÖ dafür verantwortlich. Interviews wie jenes von ORF-Moderator Armin Wolf und Harald Vilimsky (FPÖ) spielen da eine wesentliche Rolle. Politiker, vor allem von der FPÖ, untergraben die Pressefreiheit bewusst.

Was genau meinen Sie mit untergraben?

Wir an der Universität haben Analysen durchgeführt und sind zum Schluss gekommen, dass die FPÖ nach öffentlichen Pressekonferenzen bewusst die Pressefreiheit untergräbt. Sie strahlen mit ihren eigenen News-Rooms vor allem über die sozialen Kanäle Inhalte aus, wo keine kritischen Fragen von Journalisten erwünscht sind. Das ist neben der Kommerzialisierung ein riesiges Problem und der Hauptgrund, warum wir nun im Ranking schlechter abgeschnitten haben..

Wo gibt es Ihrer Meinung nach Nachholbedarf?

Es gibt keine extreme Medienkonkurrenz mehr und nur wenige Big player in Österreich wie auch in Salzburg. Da wäre in der Medienlandschaft eine Angebotsvielfalt einiger nicht kommerzieller Anbieter wünschenswert. Man muss sich vorstellen, dass Inhalte wie in Filter-Bubbles gestreut werden, gefiltert und abgestimmt – und das speziell über Facebook. Dabei handelt es sich auch um gezielt gestreute um Fake-News von FPÖ und Co.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 27.05.2019 um 08:57 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/pressefreiheit-salzburger-medien-expertin-thiele-schiesst-gegen-fpoe-69699820

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