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Virologin über neue Strategie

Corona-Tests nur einen Tag lang aussagekräftig

Bei Impfstart "geht es auch um Tage und Menschenleben"

symb_corona-schnelltest; symb_coronatest APA/DPA/KAY NIETFELD
Von der international diskutierten Grenze für Öffnungen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 sei Österreich aus aktueller Sicht "weit entfernt" (SYMBOLBILD)

Für die Virologin und "Wissenschafterin des Jahres 2020" – Elisabeth Puchhammer-Stöckl – ist bei negativen Ergebnissen von Corona-Tests davon auszugehen, dass von diesen Personen in etwa einen Tag lang weitgehend keine Ansteckungsgefahr ausgeht. "Es sind sicher nicht Tage", so die Forscherin zu den Eintrittstests am Samstag im "Ö1-Mittagsjournal".

Bezüglich der geplanten "Eintrittstestungen", etwa zu Konzerten oder anderen Veranstaltungen, und deren Aussagekraft, sei "ein Tag eine Relation, mit der man leben kann", sagte die Virologin. "Bei zwei, drei Tagen sind wir schon weit darüber, was das aussagen kann. Weil man immer gerade im Anstieg der Virusvermehrung sein kann."

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Eine Einschätzung zum etwaigen Ende des Lockdowns traue sie sich zur Zeit nicht zu, so Puchhammer-Stöckl, die am Donnerstag vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten als "Wissenschafterin des Jahres 2020" präsentiert wurde. Weitere Schritte müsse man immer an der sachlichen Entwicklung der Epidemie messen.

Sieben-Tage-Inzidenz im Fokus

Von der international diskutierten Grenze für Öffnungen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 sei Österreich aus aktueller Sicht jedenfalls "weit entfernt". Wäre dieser Schwellenwert erreicht, könne die Kontaktnachverfolgung wirklich greifen - die Epidemie ginge also "nicht gleich wieder los". Sollte Österreich am Ende des Lockdowns bei rund 1.000 Neuinfektionen pro Tag zum Liegen kommen, sei das "sicher sehr viel", so die Wissenschafterin von der Medizinischen Universität Wien.

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Nicht lange mit Corona-Impfungen warten

Bezüglich der Diskussion um den verzögerten Impfstart ist Puchhammer-Stöckl der Meinung, dass man "nicht warten" solle, "weil es geht schon auch um Tage und Menschenleben". Nicht zuletzt bedeute eine erfolgte Impfung für eine ältere Person auch einen erheblichen Zuwachs an Freiheit und Lebensqualität.

(Quelle: APA)

Anschobers ambitionierter Impf-Plan

Bis Sommer sollen alle Impfwilligen ihre Spritzen erhalten
(FILES) In this file photo taken on December 14, 2020, Diana Carolina, a medic at Memorial Healthcare System, receives a Pfizer-BioNtech Covid-19 vaccine from Monica Puga in Miramar, Florida. - US President-elect Joe Biden's administration will release every available dose of Covid-19 vaccine produced in the country, rather than holding back half the supply to make sure people receive their booster shots on time, a report said on January 8, 2021. (Photo by CHANDAN KHANNA / AFP)

Das Ausrollen der Corona-Schutzimpfung sei wie geplant voll in Umsetzung, meldete sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Samstag zur Wort: Bis Sonntagabend würden etwa 30.000 Impfungen durchgeführt, am Montag 34.535 Dosen zur raschen Impfung ausgeliefert sein.

Insgesamt lägen bereits Bestellungen für die Auslieferung von 106.680 Dosen an Alters- und Pflegeheime ab Montag vor – und stündlich werden es mehr. Anschober: "Die größte Impfkampagne Österreichs braucht gute Vorbereitung und eine professionelle Umsetzung. Daher hat sich die Pilotphase bewährt und gezeigt, dass das logistische System funktioniert, die Vorbereitungen in den Alten- und Pflegeheimen eingespielt sind und der Impfstoff gut verträglich ist. Daher konnte für die zweite Wochenhälfte eine zweite Impftranche vorgezogen werden. Und jetzt laufen das Bestellsystem via e-Shop und das Verteilungssystem auf vollen Touren."

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Anschober appelliert zur Corona-Impfung

Spürbar sei, dass sich die Stimmung in der Bevölkerung pro Impfung zu drehen beginnt, meint Anschober. "Wir wollen die große Mehrheit erreichen, die sich noch nicht definitiv für oder gegen die Impfung entschieden hat. Und hier beginnt sich deutlich etwas in die richtige Richtung zu bewegen", so der Ressortchef.

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Der Zusatzvertrag der EU mit Biontech/Pfizer bedeutet eine deutliche Aufstockung der zur Verfügung stehenden Impfstoffe. Österreich werden damit für das erste Halbjahr insgesamt 5,8 Mio. Dosen der Corona-Schutzimpfung von Biontech/Pfizer zur Verfügung stehen, womit 2,9 Mio. Menschen geimpft werden können. "Dazu kommen die Impfstoffe von Moderna und nach einer für Februar angestrebten Genehmigung jene von AstraZeneca."

Aber auch weitere Impfstoffe, für die die EU-Verträge hat, würden große Fortschritte am Weg zur Zulassung machen. "Mein Ziel ist, dass wir bis Ende des Sommers in Österreich alle geimpft haben, die dies wollen", sagte Anschober.

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