Jetzt Live
Startseite Österreich
Österreich

Radar-Einsatz gegen Telefonieren am Steuer geplant

Telefonieren am Steuer kann gefährlich werden Salzburg24
Telefonieren am Steuer kann gefährlich werden

Innenministerin Mikl-Leitner (ÖVP) plant eine Ausweitung des Bildbeweises von Frontradar, der Section Control und den Abstandmessgeräten auf andere Verkehrsvergehen, wie beispielsweise Handytelefonieren am Steuer.

Einen entsprechenden Bericht des "Kurier" bestätigte ein Sprecher am Montag. Gefordert wird dies schon seit langem vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).

Radar erfasst Telefonierer

"Es gibt Gespräche, sie sind noch im Laufen", sagte eine Sprecherin von Verkehrsministerin Bures (SPÖ). Bereits jetzt ist es so, dass technische Einrichtungen wie Abstandsmessgeräte oder Radar auch andere Übertretungen festhalten. Geahndet werden darf laut Straßenverkehrsordnung (StVO) jedoch nur die jeweilige Übertretung, für die das Gerät installiert wurde. Für die Bestrafung von anderen Vergehen wie dem Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung müsste die StVO geändert werden.

Innerhalb der kommenden drei Wochen soll es laut Informationen aus dem Innenministerium einen Termin geben, wo die beiden Ministerinen ein gemeinsames Maßnahmenpaket schnüren wollen. Dieses könnte unter anderem auch eine Gesetzesänderung beinhalten, um eben weitere Vergehen mittels Video- oder Fotobeweis zu ahnden. Man müsse "ohne Scheuklappen alles diskutieren", hieß es aus dem Verkehrsministerium.

421 Unfälle in Salzburg

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) begrüßte die geplante Ausweitung des Bildbeweises am Montag und forderte erneut die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem. Laut VCÖ ist dies bereits in zwölf EU-Staaten der Fall.

In Salzburg etwa passierten im 1. Halbjahr des Vorjahres 421 Verkehrsunfälle mit Personenschaden wegen Ablenkung, zwei Drittel davon im Ortsgebiet. Der VCÖ weist darauf hin, dass in bereits zwölf EU-Staaten Handy am Steuer ein Delikt im Vormerksystem bzw. im Punkteführerschein ist.

Derzeit gibt es auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen sieben Section-Control-Anlagen und einige Frontradaranlagen. Zudem gibt es elf Abstand-Messgeräte. "Wenn derzeit ein Kfz-Lenker durch ein Frontradar beim Handy-Telefonieren fotografiert wird, wird dieser nicht bestraft. Handy am Steuer kann derzeit von der Exekutive nur geahndet werden, wenn der Lenkende vor Ort aufgehalten wird. Das erschwert die Verkehrssicherheitsarbeit der Exekutive", stellt VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek fest.

Lenkende, die mit dem Handy telefonieren, reagieren so langsam und schlecht wie Alko-Lenker mit 0,8 Promille, macht der VCÖ aufmerksam. Die Reaktionszeit ist um etwa eine halbe Sekunde verzögert. Bei Tempo 130 werden in einer halben Sekunde immerhin 18 Meter zurückgelegt. Wer eine SMS oder E-Mail schreibt, ist immer wieder bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs. 130 km/h legt ein Auto in zwei Sekunden 72 Meter zurück, bei 100 km/h fast 56 Meter.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 03.03.2021 um 07:30 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/radar-einsatz-gegen-telefonieren-am-steuer-geplant-45099613

Kommentare

Mehr zum Thema