Jetzt Live
Startseite Österreich
In Kärnten

Rechtsradikaler Rapper "Mr. Bond" festgenommen

Musiker verherrlicht Nationalsozialismus

Verhaftung mit Bezug zu Attentat in Halle
Verhaftung im Bezug zum Attentat von Halle.

Verfassungsschutz und Polizei haben den rechtsradikalen Rapper "Mr. Bond" ausgeforscht und in Kärnten festgenommen. Seine den Nationalsozialismus verherrlichenden, antisemitischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Songs sind in der rechtsextremen Szene äußerst beliebt. So hörte der Attentäter von Halle bei seinem Anschlag eine Nummer von "Mr. Bond".

Der Kärntner aus Paternion soll auch das Hasspamphlet des Attentäters von Christchurch übersetzt und veröffentlicht haben.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) und das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung" (LVT) Kärnten haben den Rapper ausgeforscht, der seine Neonazi-Songs jahrelang unerkannt verbreitet hat. Gefunden wurde er in der Gemeinde Paternion im Bezirk Villach-Land.

"Mr. Bond" hortet NS-Devotionalien

Dort führten am 20. Jänner BVT, LVT und Landeskriminalamt zusammen mit der Polizei eine Hausdurchsuchung durch, veranlasst von der Staatsanwaltschaft Wien. Entdeckt wurden Datenträger, Waffen, eine Reichskriegsfahne, NS-Devotionalien, Liedtexte oder ein kleines Mischpult. "Mr. Bond" wurde festgenommen und in die Justizanstalt Klagenfurt überstellt.

Beileidsbekundungen vor der Hauptsynagoge in München
10.10.2019, Bayern, München: Blumen liegen vor dem Eingangsportal der Münchner Hauptsynagoge Ohel Jakob. Bei Angriffen mitten in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt waren am 09.10.2019 zwei Menschen erschossen worden. Foto: Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Halle-Attentäter gesteht Tat

Nach dem Terroranschlag von Halle hat der 27-jährige Stephan B. die Bluttat gestanden und ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv bestätigt. Der Mann habe mehrere Stunden beim …

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen ihn nach dem Verbotsgesetz (Herstellung und Verbreitung von NS-Gedankengut) und Verhetzung. Sie wirft ihm vor, unter seinem Pseudonym zumindest seit 2016 Lieder im Internet und auf CDs veröffentlicht haben. Für seine Songs verwendete der Kärntner Musiktitel anderer Interpreten. Deshalb drohen ihm laut Innenministerium auch Konsequenzen wegen Urheberrechtsverletzungen.

Musik spielt in Neonazi-Szene zentrale Rolle

Musik und Konzerte spielen heute eine zentrale Rolle in der Neonazi-Szene, auch bei der Rekrutierung Jugendlicher. "Einschlägige Musik kann (...) oftmals auch als Einstieg in das Milieu dienen. Darüber hinaus sind Konzertveranstaltungen geeignet, zur Finanzierung der Szene erheblich beizutragen", steht im Verfassungsschutzbericht 2019. Musik, Kampfsport und Neonazi-Ideologie würden bei großen Veranstaltungen zur "Erlebniswelt Rechtsextremismus" kombiniert, in der sich die sonst ziemlich heterogenen Szene sammelt. Das allerdings auf internationaler Ebene, in Österreich würden solche Großkonzerte konsequent verboten.

"Rechtsextremismus hat viele Gesichter und Formen angenommen - umso wichtiger ist es, die Auseinandersetzung mit den Gräueltaten des Nationalsozialismus aktiv zu fördern", meinte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) anlässlich der Festnahme von "Mr. Bond". Der Kampf gegen Rechtsextremismus - egal in welcher Form er sich zeigt - sei Teil unserer historischen Verantwortung.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.06.2021 um 01:06 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/rechtsradikaler-rapper-mr-bond-festgenommen-99249841

Kommentare

Mehr zum Thema