Jetzt Live
Startseite Österreich
Arbeitsmarkt

Rot-Weiß-Rot-Card: Zugang wird erleichtert

Im Ministerrat wird am Mittwoch eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Card beschlossen. Gemeinsam mit der Mangelberufsliste soll damit sichergestellt werden, dass Schlüsselfachkräfte nach Österreich kommen, erklärte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) vor der Regierungssitzung. Auch die Gehaltsgrenzen werden angepasst, da sie bisher nicht realitätsnahe gewesen seien.

Die Neuerungen umfassen unter anderem den Entfall der ortsüblichen Unterkunft bei Antragstellung, diese Bestimmung sei schlichtweg absurd gewesen, so Schramböck. Weiters kommt es zu einer Digitalisierung der Rot-Weiß-Rot-Card, kündigte die Ministerin an.

Jährlich rund 2.000 Rot-Weiß-Rot-Karten

Die Rot-Weiß-Rot-Karte wurde ab Mitte 2011 als Steuerungsinstrument für den Zuzug von Nicht-EU-Bürgern nach Österreich etabliert. Ziel war es, mittels eines Punktesystems vor allem qualifizierte Beschäftigte für den Arbeitsmarkt zu finden. Ursprünglich war erwartet worden, dass etwa 8.000 Personen jährlich eine Rot-Weiß-Rot-Karte erhalten. Dieser Wert wurde bisher klar verfehlt. Laut Wirtschaftsministerium wurden im Schnitt rund 2.000 Rot-Weiß-Rot-Karten vergeben.

Ein Entwurf soll demnächst in Begutachtung geschickt werden, das Paket noch vor dem Sommer im Parlament beschlossen werden. Sowohl der Wegfall des Unterkunft-Nachweises als auch die Gehaltsgrenzen-Senkung sollen gleich danach in Kraft treten, hieß es aus dem Wirtschaftsressort zur APA. Zu diesen beiden Punkte soll es "nach ein paar Jahren" eine Evaluierung geben.

Zugang soll beschleunigt werden

Ziel der Reform ist es auch, den Zugang zur Rot-Weiß-Rot-Karte zu entbürokratisieren und somit zu beschleunigen. So soll statt des bisherigen Weges über die Post die Karte künftig digital beantragt werden können. Bisher wurden Anträge von den Auslandsbehörden entweder an das Außenministerium oder das Kanzleramt oder an die Ämter der Landesregierung übermittelt. Die Ämter der Landesregierung gaben diese Anträge ebenfalls postalisch an die zuständigen Niederlassungsbehörden in den Ländern weiter. Das soll künftig entfallen. Damit wird ein Antrag, der beispielsweise bei einer österreichischen Botschaft eingebracht wird, "auf Knopfdruck" an die entsprechende Inlandsbehörde übermittelt werden können. Ein Probebetrieb ist noch für heuer geplant, die endgültige Inbetriebnahme soll Anfang 2020 starten.

Wer bislang berechtigt war

Derzeit können sechs Gruppen über die Rot-Weiß-Rot-Karte einwandern: besonders Hochqualifizierte, Fachkräfte in Mangelberufen, sonstige Schlüsselkräfte, Studienabsolventen einer österreichischen Hochschule, selbstständige Schlüsselkräfte und Start-up-Gründer. Schlüsselkräfte und Fachkräfte in Mangelberufen benötigen bestimmte Qualifikationen und eine fixe Jobzusage. Höchstqualifizierte, die entsprechend hohe Kenntnisse in ihrem Bereich vorweisen müssen, benötigen keine fixe Jobzusage. Sie erhalten sechs Monate Zeit, sich mit einem Visum um einen adäquaten Job in Österreich zu kümmern.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.09.2019 um 03:42 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/reform-zu-rot-weiss-rot-card-passiert-ministerrat-66422017

Kommentare

Mehr zum Thema