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"Winter wie kein anderer"

Reichen euch 19 Grad Raumtemperatur?

Jede:r empfindet Wärme und Kälte anders

Müssen wir uns in den kommenden Monaten sprichwörtlich wärmer anziehen? Immer mehr Stimmen werden laut, die Raumtemperatur mit wenigen Ausnahmen auf bis zu 19 Grad abzusenken. Allerdings ist das Wärmeempfinden subjektiv und kann deutlich variieren.

Im Zuge der massiv steigenden Energiekosten sollen drastische Maßnahmen ergriffen werden, die den bislang gewohnten Komfort der Bürger:innen und Arbeitskräfte reduzieren dürfte.

Temperatur in Innenräumen reduzieren

Diskutiert wird etwa die Regulierung des Raumklimas in öffentlichen Gebäuden auf 19 Grad – davon ausgenommen sind Schulen, Kindergärten und Spitäler. Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) kündigte eine entsprechende Bundesverordnung für verpflichtende Maßnahmen an – bislang wurde jedoch auf die Freiwilligkeit jedes Einzelnen zum Energiesparen gesetzt. Konkrete Vorschläge wurden noch nicht verkündet.

ENERGIESPARKAMPAGNE APA/ROLAND SCHLAGER
Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP)  im Rahmen der Präsentation der Energiesparkampagne der Bundesregierung am Montag, 12. September 2022, in Wien. 

Regierung gibt Tipps zum Energiesparen

Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat heute gemeinsam mit Wirtschaftsminister Martin Kocher und Vertretern von Energieunternehmen eine Energiesparkampagne präsentiert. Bisher handelt es …

Zu den am Montag vorgestellten Tipps und Empfehlungen gehören etwa weniger Heizen, langsameres Autofahren und den Deckel beim Kochen auf den Topf zu geben. Damit soll österreichweit elf Prozent Energie eingespart werden.

 

Empfinden für Wärme und Kälte

Hierzulande verbringen die allermeisten von uns fast den ganzen Tag in geschlossenen Räumen – sei es am Arbeitsplatz, in der Schule, Uni bzw. Fachhochschule oder Zuhause. Damit hat die Innenraumluft entscheidende Bedeutung für unsere Gesundheit und das gesamte Wohlbefinden.

Dabei ist das subjektive Wärmeempfinden bei jedem Menschen anders und kann durchaus variieren. Während eine Person rasch fröstelt, empfindet es jemand anderes die gleichen Temperaturen bereits als angenehm warm. ORF-Meteorologe Marcus Wadsak fragte seine Twitter-Follower am gestrigen Sonntag, auf wie viel Grad die Raumtemperatur bisher im Winter eingestellt wurde: Bei mehr als bislang 600 Antworten zeichnet sich eine durchschnittliche Raumtemperatur von etwas mehr als 20 Grad ab.

Forschende fanden zudem heraus, dass helles Tageslicht unser subjektives Wärmeempfinden positiv beeinflusst. Dazu kommt die gefühlte Temperatur, die durch das Wärmeempfinden unserer Haut entsteht. Sie kann von der tatsächlichen Temperatur beträchtlich abweichen und wird besonders durch den Wind und die Luftfeuchtigkeit, dem die unbedeckten Hautpartien ausgesetzt sind, bestimmt.

 

Richtwerte für unterschiedliche Räume

In der europäischen ISO-Norm 7730 spielen Richtwerte für die Zugluft sowie die Strahlungs- und Fußbodentemperatur und der vertikale Temperaturunterschied eine Rolle. Demnach werden bestimmte Temperaturen als Richtwerte für unterschiedliche Räume empfohlen:

  • Im Wohnzimmer genügen etwa 20 Grad
  • Weil man sich weniger bewegt, wird für das Arbeitszimmer 22 Grad empfohlen
  • Das Badezimmer kann zwischenzeitlich um 22 Grad warm sein
  • In der Küche sind in der Regel 20 Grad ausreichend
  • Kühle Temperaturen sorgen für bessere Schlafqualität, weshalb im Schlafzimmer 17 Grad ausreichend sind
  • Kellerräume bzw. -abteile brauchen nicht mehr als sechs Grad

Fachleute empfehlen, die Raumtemperatur mit einem Thermometer regelmäßig zu überprüfen. Denn wenn ständig nachgeregelt werden muss, wird nicht effizient geheizt. Es geht also Energie verloren.

 

Kleine Dinge mit großem Effekt

"Kleine Dinge können in Summe einen großen Effekt bringen", zeigte sich Energieministerin Gewessler überzeugt. Wie etwa Berechnungen unserer deutschen Nachbarn zeigen, entfällt fast 80 Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten auf das Heizen und die Warmwassererzeugung. Das Umweltbundesamt hat folgende Empfehlungen für den Sofortgebrauch in den eigenen vier Wänden auf den Weg gebracht:

  • Räume nach Bedarf heizen: Bei Abwesenheit die Temperatur senken
  • So viel heizen, wie für das individuelle Wohlbefinden nötig ist, denn jedes Grad spart Heizenergie
  • Nachts Rollläden und Gardinen schließen
  • Heizung von Fachleuten prüfen lassen

Richtiges Lüften und Heizen im Winter

Die Anwesenheit anderer Menschen beeinträchtigt zudem die Luftqualität in Innenräumen. Das liegt am Sauerstoffverbrauch und Kohlendioxidausstoß. Arbeitskräfte in Großraumbüros, Studierende in Seminarräumen oder Schulklassen kennen das nur allzu gut: Denn wenn der Kohlendioxid-Gehalt der Raumluft über ein gewisses Maß steigt, können neben Müdigkeit und Konzentrationsmangel auch Kopfschmerzen auftreten. Deshalb darf für ein frisches Raumklima das Belüften nicht vergessen werden.

  • Zwei Mal am Tag für zehn Minuten mit weit geöffneten Fenstern Stoßlüften
  • Beim Lüften die Heizung ausstellen, um nicht „für draußen zu heizen“
  • Fenster nicht dauerhaft gekippt lassen: Andernfalls kühlen die Wände zu stark aus und Schimmelbildung wird zudem gefördert
 

Wenn Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist

Wenn die Luft zu trocken ist, kann sich das negativ auf die menschlichen Schleimhäute auswirken. Das macht sich etwa im Winter bemerkbar, wenn man beim Anfassen einer Türklinke einen Stromschlag bekommt. Die empfohlene Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 30 und 65 Prozent.

Um es nach dem Lüften wieder behaglich in der Wohnung zu haben, gibt es sieben Tipps zum energiesparenden Heizen:

  • Zimmertüren schließen
  • Zugluft an Türen verhindern
  • Fenster abdichten bzw. isolieren (Energieersparnis von bis 30 Prozent möglich)
  • Teppiche steigern das objektive und subjektive Wärmeempfinden um bis zu 2 Grad
  • Heizkörper von Vorhängen oder Möbel freihalten, um die Wärme- und Luftzirkulation nicht zu beeinflussen
  • Heizung nachts um drei Grad reduzieren
  • Auch bei Abwesenheit genügt eine leichte Reduktion der Heiztemperatur auf ca. 15 Grad

Angesichts der Energiekrise dürfte es bei vielen Menschen heuer ein Umdenken beim Heizen und Co geben. "Dieser Winter ist wie kein anderer", betonte Gewessler. Mit kleinen Handgriffen kann aber jede:r von uns versuchen, das eigene Geldbörserl zumindest ein wenig zu schonen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 03.10.2022 um 11:10 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/reichen-euch-19-grad-raumtemperatur-126923521

Kommentare

Peter

Ich heize mit Strom. Werde aber sicher nicht die Temperatur herunterdrehen um zu frieren, damit meine Nachbarn genug Strom für ihre 3 Elektroautos zum aufladen haben. Warum hört man eigentlich zu diesem Thema nicht. Keiner wagt es anscheinend, das Thema E-Autos, E-Scooter und E-Bikes anzusprechen. Find ich als Schwachsinn, einerseits Stromsparen, (Deckel auf den Top), andererseits nur mehr E-Auto´s kaufen, die alle über Nacht aufgeladen werden. Da hat wieder mal wer voll mitgedacht. ARMES ÖSTERREICH!

Mandi1

Es währe besser sie würde sich mehr für Ersatz Lieferungen einsetzen und weniger Hausfrauentips geben die sowieso jeder kennt solche Tips kann sie in der Schule unterrichten bei den Kids die noch wenig Ahnung vom Leben haben . Wenn ihr nichts besseres einfällt sollte sie das Amt einem fähiger überlassen.

FKR

also wir wissen jetzt dass sie um halb sechs morgens aufstehen licht und strom im bad verbrauchen elektrische zshnbürsten verwenden und ihre kinder die htl besuchen und handys und laptop haben und was wollen sie uns damit wirklich sagen ???

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