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Rückreisewelle läuft an

So reagieren die Kroatien-Urlauber

Österreich verhängt Reisewarnung ab Montag

Österreichische Urlauber, die sich in kroatischen Touristenzentren aufhalten, würden sich kaum über die Entwicklung wundern, die nun zur ab Montag gültigen Reisewarnung des österreichischen Außenministeriums geführt hat. Von Menschenmassen in Porecs Innenstadt berichtete etwa der Urlauber Paul K., "alle ohne Maske", am Freitag.

Ähnlich Melanie B. aus Zadar: "In der Innenstadt ist schon sehr viel los. Von Hygienemaßnahmen ist da nicht viel zu spüren, außer in Geschäften und die Kellner in den Lokalen." Sonst sei alles wie immer. Paul K. war am Dienstag nach Porec gereist, weil ein geplanter Barcelona-Trip der Coronavirus-Entwicklung in Katalonien zum Opfer fiel. "Keine Woche zu früh", meinte er.  

ÖAMTC rechnet mit Stau-Lawine 

Vor allem deutsche und österreichische Touristen bevölkern die Innenstadt, am Abend merke man nicht, dass weniger los wäre. Auch die Kellner in Lokalen nehmen es mit den Masken nicht so genau. Sie trage sie zwar, aber "nicht über der Nase oder gleich nur als Kinnwärmer". Paul K. konstatierte: "Wenn wir nach der Rückkehr aus Porec kein Corona haben, bekommen wir es auch nicht mehr." 

Wer kann, wird versuchen, vor Montag aus Kroatien zurückzukehren. Das erwartete auch der ÖAMTC. "Wir rechnen mit erheblichen Staus an den Grenzen", hieß es am Freitag auf Anfrage der APA. Der Autofahrerklub empfahl, möglichst azyklisch in der Nacht zu fahren, damit man spätestens zeitig in der Früh an der Grenze ist. Spätestens ab den Vormittagsstunden sei mit langen Wartezeiten vor den Übergängen zu rechnen. Wer sie kennt, sollte außerdem Schleichwege nutzen. 

Heimreise wegen Reisewarnung 

Das hat auch der Urlauber Martin M. vor, der ursprünglich bis Montag oder Dienstag bleiben wollte, nun aber bereits am Sonntag die Heimreise antreten wird. "Ich fürchte aber, dass Google Maps auch einige andere Urlauber auf die Schleichwege lotsen wird. Aber ein, zwei Stunden mehr Fahrzeit nimmt man in Kauf."

Martin M. wollte als Eigentümer eines eigenen Appartements auf der Insel Ciovo immer azyklisch - sprich: nicht am Wochenende - reisen. Das lässt sich nun aber nicht vermeiden. Er hoffe, dass es in der Nacht auf Montag dann nicht um fünf Minuten gehe an der Grenze. "Wir fahren jedenfalls so spät wie möglich", sagte Martin M. 

Touristen bevölkern Kroatien 

Ebenfalls azyklisch will Thomas K. fahren, der etwas nördlich von Zadar für ungefähr eine Woche urlaubte. Abseits des Trubels der Touristenzentren merkte man auch nichts vom Anstieg der Covid-19-Fälle in Kroatien. Aber es gebe in Kozino auch keine Partys und keine Veranstaltungen. "Das ist es auch, was unsere Vermieterin gesagt hat: 'Es gibt keine Veranstaltungen. Dieser Sommer ist nicht wie ein normaler Sommer'." 

(Quelle: APA)

Österreich spricht Reisewarnung für Kroatien aus

Kroatien, Grenze, Coronavirus, SB ASSOCIATED PRESS
(SYMBOLBILD)

Die österreichische Regierung hat über das Urlaubsland Kroatien eine Reisewarnung verhängt. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen von Reiserückkehrern aus Kroatien bzw. einem Anstieg in dem Land selbst warnt Österreich erneut vor Reisen nach Kroatien. Die Reisewarnung tritt in der Nacht von Sonntag auf Montag in Kraft.

Sie gilt dann ab Mitternacht, wie das Außenministerium der APA am Freitag mitteilte. Urlauber, die sich derzeit in Kroatien befinden, werden dringend aufgerufen heimzukehren. Weitere Details würden derzeit mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt, hieß es aus dem Außenamt.

Kroatien mit Rekordzahl an Neuansteckungen

Kroatien hatte am gestrigen Donnerstag eine Rekordzahl an Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. 180 Menschen infizierten sich innerhalb von 24 Stunden mit dem SARS-CoV-2-Virus. In Kärnten wiesen 16 der insgesamt 22 Personen, die am Donnerstag positiv auf getestet worden waren, einen direkten Kroatien-Bezug auf. Auch in Tirol wurden in den vergangenen Tagen zumindest 20 positive Coronavirus-Testungen verzeichnet, die in direktem oder indirektem Zusammenhang mit einem Kroatien-Aufenthalt stehen, wie das Land mitteilte.

Laut Johns Hopkins Universität wurden in Kroatien bisher 6.050 positive Corona-Fälle gezählt, 161 Personen sind demnach mit oder an dem Virus verstorben.

Rückkehrer brauchen negativen PCR-Test

Nach der Einstufung von Kroatien als Risikoland, muss bei der Einreise nach Österreich ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorgelegt werden. Das erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag per Aussendung. "Dieses Gesundheitszeugnis muss einen negativen PCR-Test bestätigen, der nicht länger als 72 Stunden zurückliegen darf", hieß es darin.

Wenn ein solcher Nachweis nicht erbracht werden kann, müssten die Reiserückkehrer innerhalb von 48 Stunden einen Test veranlassen, teilte Anschober weiters mit. Bis das Testergebnis vorliege, müssten sie in Quarantäne bleiben. "Damit ist Kroatien gleich eingestuft wie andere Länder des Balkans - Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien."

Kontrollen an Brennergrenze

Aufgrund der steigenden Zahlen in den Balkanländern werden seit Donnerstag auch an der Brennergrenze gesundheitspolizeiliche Kontrollen durchgeführt. Balkan-Rückkehrer könnten großräumig über den Brenner ausweichen, um Kontrollen an den Grenzübergängen in der Steiermark, Kärnten oder dem Burgenland zu umgehen, so die Begründung der Kontrollen.

Reisewarnungen für 31 weitere Länder

Weltweit gilt weiterhin zumindest der Reisehinweis der Stufe 4 ("Hohes Sicherheitsrisiko"), generell wird also von nicht unbedingt notwendigen Reisen abgeraten. Reisewarnungen gibt es seitens des österreichischen Außenministeriums derzeit (ohne Kroatien) für 31 Länder, darunter Bulgarien, Rumänien, Portugal und Schweden sowie die chinesische Provinz Hubei und seit einer Woche für das spanische Festland.

Warnung vor Reisen außerhalb Europas

Außerhalb Europas warnt das Außenministerium wegen der Pandemie weiterhin vor Reisen nach Ägypten, Bangladesch, Brasilien, Chile, Ecuador, Indien, Indonesien, in den Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Peru, Philippinen, Senegal, Südafrika und in die USA sowie in die chinesische Provinz Hubei. Abgesehen von der Pandemie warnt das Außenamt außerdem vor Reisen nach Afghanistan, in den Irak, in den Jemen, nach Libyen, nach Niger, Mali, Somalia, in den Südsudan, nach Syrien und in die Zentralafrikanische Republik

Kostenloses Storno bei Reisewarnung

Grundsätzlich rät das Außenministerium aufgrund der Corona-Krise "dringend von allen nicht notwendigen" Auslandsreisen ab. Eine Reisewarnung berechtigt zu einem kostenlosen Storno einer gebuchten Reise. Eine Reisewarnung ist aber kein Reiseverbot. Sollte allerdings eine Rückholaktion aus einer Region oder einem Land durchgeführt werden, wo es eine ausdrückliche Reisewarnung gibt, können die Reisenden an den Konsularkosten beteiligt werden.

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