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Noch vor Reisewarnung

Tausende Österreicher verlassen Kroatien

Auch Slowenien will Regelungen verschärfen

20200816_PD1372.HR.jpg APA/EXPA
Die Reisewarnung veranlasst zahlreiche Österreicher zur Ausreise. (ARCHIVBILD)

Bevor die Reisewarnung für Kroatien in Kraft getreten ist, verließen tausende Österreicher am vergangenen Wochenende das Adrialand. Am Montag hielten sich 30.000 österreichische Staatsbürger in Kroatien auf, noch am Freitag waren es noch rund 40.000, berichtete das Nachrichtenportal Index mit Bezug auf das Registrierungssystem für Touristen, eVisitor.

"Vom 14. bis 16. August sind 9.670 österreichische Bürger nach Kroatien eingereist, 7.291 sind aus dem Land ausgereist", teilte unterdessen das kroatische Innenministerium auf APA-Anfrage mit. Noch eine Woche zuvor reisten laut Statistik der Grenzpolizei deutlich mehr Österreicher nach Kroatien ein als aus. Im Zeitraum von 7. bis 9. August kamen 14.600 österreichische Bürger nach Kroatien, 4.884 verließen in dieser Periode das Land.

Der Chef des kroatischen Tourismusverbands (HUT), Veljko Ostojic, sagte gegenüber Index, dass die Hälfte der Österreicher, die am Wochenende aus dem Adrialand ausreiste, das wegen der Reisewarnung getan habe, für die andere Hälfte sei wahrscheinlich der Urlaub zu Ende gegangen.

Österreichische Gäste reisen aus Dalmatien aus

Die bei den Österreichern beliebtesten kroatischen Urlaubsorte sind laut dem nationalen Fremdenverkehrsbüro (HTZ) die Halbinsel Istrien, die Gespanschaft Primorje-Gorski Kotar mit den Inseln Krk, Cres, Rab und Losinj sowie die Gespanschaft Zadar in Norddalmatien. In Zadar spürt man bereits die Auswirkungen der Reisewarnung. Österreichische Gäste, die bisher einen Anteil von 30 Prozent ausmachten, verlassen nun massenhaft die Küste, sagte Daniel Radeta, Vorsitzende der dortigen Vereinigung von Privatvermietern, zu Index. Österreicher seien wegen der Reisewarnung zurück in ihre Heimat geeilt, gleichzeitig würden weitere Buchungen aus Österreich gekündigt, so Radeta.

Über eine Million Nächtigungen im Juli

Die Entscheidung der österreichischen Behörden, die Reisewarnung für Kroatien einzuführen, werde nach Einschätzung der HTZ "sicherlich zu Reduzierung des Touristenverkehrs aus dem österreichischen Markt beitragen", hieß es gegenüber Index. Im August waren österreichische Urlauber bisher für mehr als 650.000 Übernachtungen verantwortlich, was etwa 60 Prozent des Ergebnisses aus dem gleichen Zeitraum im Vorjahr entspricht. Im Juli realisierten Österreicher nach Daten der HTZ über eine Million Nächtigungen (55 Prozent des Ergebnisses aus Juli 2019).

Hoffnung auf Meinungsänderung

Obwohl Österreich der Bitte Kroatiens, anstatt der Reisewarnung für das ganze Land nur eine partielle auszusprechen, eine Absage erteilt hat, hofft man in dem Adrialand, dass sich Wien dies noch anders überlegen könnte. "Angesichts der neuen Maßnahmen des Krisenstabs erwarten wir, dass Österreich die Meinung bezüglich Kroatien ändern könnte", sagte Tourismusministerin Nikolina Brnjac am Dienstagabend im kroatischen Fernsehen HTV.

Auch Slowenien will Regeln für Kroatien verschärfen

Kroatische Behörden weisen darauf hin, dass nicht alle Regionen im Land im gleichen Maß von Corona-Infektionen betroffen sind und appellieren an andere Länder, dies bei ihren Maßnahmen zu berücksichtigen. Ähnlich wie Österreich bereitet auch Slowenien Verschärfungen der Einreiseregel für Kroatien vor. Nach Ankündigungen des slowenischen Regierungssprechers Jelko Kacin könnte bereits Ende dieser Woche für Kroatien-Rückkehrer eine 14-tägige Heimquarantäne eingeführt werden. Etwa 160.000 Slowenen dürften sich derzeit noch in Kroatien befinden. Die Regierung in Ljubljana wird am Donnerstag entsprechende Maßnahmen beschließen.

Keine regionalen Maßnahmen

Nach Daten des slowenischen Instituts für öffentliche Gesundheit (NIJZ) gibt es in ganz Kroatien 33,4 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner, weshalb es laut Kacin nicht ausgeschlossen ist, dass dort bereits eine dritte Coronavirus-Welle begonnen habe. Slowenische Daten bestätigen unterschiedliche Betroffenheit der einzelnen Regionen, dennoch setzen sich slowenische Epidemiologen für einheitliche Maßnahmen für das ganze Land ein.

Wie die NIJZ-Statistik zeigt, liege unter den Urlaubsregionen nur Istrien mit aktuell 7,66 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner im grünen Bereich. In Dalmatien sind diese Zahlen deutlich höher: in der Gespanschaft Split-Dalmatien gibt es 64,5 und in der Gespanschaft Sibenik-Knin 60,9 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. In der Region Primorje-Gorski Kotar liegt die Infektionszahl bei knapp elf und in Zadar bei 28,55 auf 100.000 Einwohner.

(Quelle: APA)

Zusätzliche Drive-In-Station für Corona-Tests

Covid-Station im Nonntal FMT-Pictures/TA
Die temporäre Covid-Teststation im Nonntal wurde am Dienstag aufgebaut.

Rückkehrer aus Kroatien können sich in Salzburg gratis auf das Coronavirus testen lassen. 1.000 Urlauber haben sich bis Montagabend bereits bei der Gesundheitshotline 1450 gemeldet. Aufgrund des Andrangs wurde jetzt eine zweite Drive-In-Teststation in der Landeshauptstadt eingerichtet.

Das Rote Kreuz ist mit dem heutigen Tag mit einer zusätzlichen und temporären Drive-In-Station beim Busparkplatz Salzburg-Nonntal vor Ort. Weitere Drive-In-Stationen befinden sich wie gewohnt beim Stadion Kleßheim, beim Tauerklinikum Zell am See und in St. Johann im Pongau. Die Zuweisung zum Test erfolgt ausschließlich über die Hotline 1450. 

Unbemerkte Infektionen entdecken

„Uns ist es jetzt wichtig, jene, die schon vorher zurückgekehrt sind, die Möglichkeit eines Gratis-Tests zu geben. Damit wollen wir mögliche, unbemerkte Infektionen entdecken, bevor weitere Personen angesteckt werden“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl bereits am Montag. Die Sonderregelung und damit die Möglichkeit, sich gratis testen zu lassen, gilt für Montag, 17. August, bis Freitag, 21. August.

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