Jetzt Live
Startseite Österreich
Jänner-Zahlen

Salzburger Arbeitsmarkt schwer getroffen

AMS setzt auf Fortbildungen für Tourismus und Gastronomie

Gastronomie, Coronavirus, SB APA/GEORG HOCHMUTH
Gastronomie und Tourismus sind besonder schwer betroffen. (SYMBOLBILD)

Im Vergleich zum Jänner 2020 stieg die Arbeitslosigkeit in Österreich um 27 Prozent. In Salzburg waren im Jänner insgesamt 26.144 Menschen arbeitslos oder in AMS-Schulungen.

Der andauernde Corona-Lockdown und der fehlende Wintersaisonstart im Tourismus belasten weiterhin den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer lag Ende Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27 Prozent höher. 535.470 Personen waren arbeitslos gemeldet oder in AMS-Schulung, das sind um 114.769 mehr als im Jänner 2020. Zum Vergleich: Ende Dezember waren 520.919 Menschen ohne Job.

Salzburg schwer getroffen

Ende Jänner ist die Arbeitslosigkeit im Bundesland Salzburg um 79,7 Prozent gestiegen. Einen stärkeren Anstieg musste nur Tirol (+132,2%) verzeichnen. Bundesweit lag der Zuwachs bei plus 31,8 Prozent. In absoluten Zahlen gibt es in Salzburg 11.592 Arbeitslose mehr als noch vor einem Jahr. Zu zwei Drittel handelt es sich dabei um Arbeitslose aus dem Hotel- und Gastgewerbe. Insgesamt waren 26.144 Personen arbeitslos vorgemerkt.

Schulungen federn viel ab

Dass der Negativrekord vom vergangenen April nicht überboten wurde, ist laut Jacqueline Beyer, Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Salzburg, „auf die intensive Inanspruchnahme der Kurzarbeit zurückzuführen. Aktuell gibt es 6.910 Phase III Kurzarbeitsprojekte, die 41.183 Menschen den Arbeitsplatz sichern.“

Rechnet man die Schulungsteilnahmen ein, so waren 28.662 Menschen (+71,1%) in Salzburg ohne Beschäftigung. „Diese Zahl birgt aber auch eine gute Nachricht“, relativiert Jacqueline Beyer, Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Salzburg, „denn sie zeigt, dass unsere Aktivitäten der Corona-Joboffensive schon greifen und bereits den ersten durch die Corona-Krise in Arbeitslosigkeit Geratenen neue Perspektiven geben.“ Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Personen in Schulungsaktivitäten in Salzburg um 14,5 Prozent (+319 Personen) auf 2.518 Personen gestiegen, das ist weit mehr, als in jedem anderen Bundesland. Im österreichweiten Schnitt haben die Schulungen um plus 2,7 Prozent zugenommen.

Fast 600.000 Arbeitslose im April

Der coronabedingte Höchststand wurde Mitte April 2020 mit 588.000 Arbeitslosen erreicht. Die Arbeitslosenquote lag Ende Jänner in Österreich mit 11,4 Prozent um 2,8 Prozentpunkte höher als im Jänner 2020. Vor zwei Jahren betrug die Arbeitslosenquote im Jänner 9 Prozent.

"Die Jännerbilanz zeigt, dass wir uns, bedingt durch die Pandemie, nach wie vor in einer sehr schwierigen Situation am Arbeitsmarkt befinden", kommentierte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) die aktuellen Arbeitslosenzahlen am Montag in einer Aussendung. "Vor allem der aufgrund der epidemiologischen Lage notwendige Lockdown macht sich bemerkbar." Trotz aller Herausforderungen sei positiv, dass die Arbeitslosigkeit über den gesamten Jänner auf "relativ konstantem Niveau" geblieben sei und ein Anstieg der Schulungsteilnehmer zu verzeichnen sei, so Kocher. Laut dem Arbeitsminister ist das Plus bei den Schulungsteilnehmern vor allem auf die Corona-Joboffensive mit ihrem Qualifizierungsangebot zurückzuführen.

Weniger verfügbare Arbeitsplätze

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ging im Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat laut vorläufiger Prognose um 3,3 Prozent auf 3,636 Millionen zurück. Die Anzahl der sofort verfügbaren Stellen schrumpfte um 18,5 Prozent auf rund 58.347.

Startschuss zur Tourismus-Joboffensive

„Mit der Ende vergangenen Jahres gestarteten Corona-Joboffensive wollen wir die Krise mit Weiterbildung überbrücken und die Arbeitskräfte fit für den Arbeitsmarkt und den Aufschwung machen“, gibt AMS-Chefin Jacqueline Beyer das oberste Ziel vor und kann sich darüber freuen, „dass die damit verbundenen Chancen im Bundesland sehr gut angenommen werden. Das bestätigt ein Zuwachs von bereits sechshundert Personen gegenüber dem Vormonat, die an Schulungsaktivitäten teilnehmen.“

Das ursprüngliche Potenzial für die vorgeschaltete Orientierungsphase konnte seitens des AMS Salzburg nun nochmals um 1.700 Personen aufgestockt werden, so dass insgesamt 14.700 Personen davon Gebrauch machen können.

Tourismusbranche soll Weiterbildung nutzen

Den Befürchtungen, dass durch Umschulungen dem Tourismus Arbeitskräfte abhanden kommen, tritt man beim AMS Salzburg mit der eigens geschaffenen Tourismus-Joboffensive entgegen, „für die am heutigem Tag der Startschuss fällt“, verkündet Jacqueline Beyer. „Unser Ziel ist es, den über fünftausend Arbeitslosen ohne Einstellzusage aus der Tourismusbranche die Möglichkeit zu geben, sich weiterzubilden und so auf die Sommersaison noch besser vorbereitet zu sein.  Dazu haben wir in nur zwei Wochen alle Kräfte darauf konzentriert, diese Initiative auf die Beine zu stellen und in enger Zusammenarbeit mit der Salzburger Wirtschaftskammer und der Österreichischen Hoteliervereinigung rasch ein zuverlässiges Bild vom Weiterbildungsbedarf im Tourismus zu erheben. Die Saisongeschäftsstellen des Salzburger AMS haben zu diesem Zweck mit rund 150 Betrieben Kontakt aufgenommen.“  

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 21.06.2021 um 01:48 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/salzburger-arbeitsmarkt-schwer-getroffen-99193195

Kommentare

Mehr zum Thema