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Starke Schneefälle

Ortschaften in Vorarlberg abgeschnitten

Immer wieder Unfälle auf den schneebedeckten Straßen

SCHNEEFÄLLE - SITUATION IN DALAAS APA/LPD VORARLBERG
In Dalaas (Vorarlberg) ist die Lage nach starken Schneefällen angespannt. 

Vorarlberg leidet unter den Folgen der starken Schneefälle. Auf den Schneefahrbahnen passieren Unfälle, Lkw bleiben hängen und sorgen für Staus. In Klösterle (Arlberg) ist eine Lawine auf ein Haus gestürzt.

Im Arlberggebiet mussten heute Straßen gesperrt werden, Ortschaften waren abgeschnitten. Der Pfändertunnel auf der Rheintalautobahn (A14) war zeitweise wegen des Rückstaus auf deutscher Seite gesperrt. In Klösterle (Arlberg) traf eine Lawine ein Haus. In Dalaas (Bezirk Bludenz) verunfallte ein Schneeräumfahrzeug, eine Person wurde verletzt.

Schneefälle sorgen in Vorarlberg für Lawinengefahr

Aufgrund der Schneefälle und teils starken Windes herrschte große Lawinengefahr der Stufe vier. In Klösterle traf eine Lawine gegen 3.50 Uhr ein Wohnhaus, in dem sich sechs Personen aufhielten. Die Schneemassen drangen durch ein Fenster in den Hausgang, verletzt wurde niemand. 

Klostertalerstraße gesperrt 

Der Abgang der "Wildentobel-Lawine" verlegte die Klostertalerstraße (L 97) auf einer Länge von rund 200 Metern, die Straße blieb bis auf weiteres gesperrt. 

Schneefahrzeug rutscht Graben hinunter

In Dalaas rutschte ein Schneefahrzeug beim Zurücksetzen zehn Meter einen Abhang hinunter. Das Fahrzeug kam auf dem Dach liegend an einer Gartenmauer zum Stillstand. Ein 36-jähriger Beifahrer war kurzzeitig mit den Beinen darunter eingeklemmt, er und der 28-jährige Lenker wurden leicht verletzt ins Landeskrankenhaus Feldkirch eingeliefert.

Ortschaften am Arlberg abgeschnitten

Die Straßenverhältnisse gestalteten sich generell schwierig, vor allem in höheren Lagen. Die Arlberg-Schnellstraße (S16) war zeitweise wegen hängen gebliebener Fahrzeuge gesperrt, wegen Lawinengefahr nicht befahrbar war laut ÖAMTC auch die Arlbergstraße (L197) zwischen Langen am Arlberg und St. Anton. Damit waren die Vorarlberger Arlberg-Orte zunächst nicht mehr auf dem Straßenweg erreichbar. Ebenfalls wegen Lawinengefahr gesperrt war der hinterste Abschnitt der Bregenzerwaldstraße (L200), womit auch Warth von der Umwelt abgeschnitten war.

Schule und Kindergarten geschlossen

Ebenfalls nicht erreichbar war Gargellen im Montafon. Geschlossen werden musste zudem die Verbindung von Schruns nach Bartholomäberg (Montafon). In der Berggemeinde blieben viele Straßen sowie Volksschule und Kindergarten am Donnerstag geschlossen. 

Stau wegen hängengebliebenen Lkw

Besonders viel Geduld war rund um Bregenz vonnöten. Weil in Deutschland viele Lkw auf schneebedeckter Fahrbahn liegen geblieben waren, kam es zu einem Rückstau, der eine Sperre des Pfändertunnels nötig machte. In der Folge kam es aufgrund des großen Verkehrsaufkommens auf den Ausweichmöglichkeiten zu Staus, der Citytunnel wurde immer wieder kurzzeitig gesperrt.

 Auch Zugstrecke gesperrt 

Betroffen war auch der Zugverkehr. Die ÖBB sperrten wegen der Schneemengen und der Lawinengefahr die Arlbergbahnstrecke. Ein Schienenersatzverkehr sei eingerichtet, so Pressesprecher Christoph Gasser-Mair. Allerdings sollten Reisende ausreichend Zeitreserven einplanen und sich vor Reiseantritt über den aktuellen Stand informieren, denn aufgrund der Straßensituation könne es zu Verzögerungen kommen. Die Sperre der Arlbergbahnstrecke galt vorerst bis 16.00 Uhr. Dann erfolge nach Beurteilung durch die Lawinenkommission der ÖBB eine Entscheidung über das weitere Vorgehen.

Bundesheer soll helfen

Aufgrund der Lage bat das Land Vorarlberg das Bundesheer um Mithilfe, informierte am Nachmittag der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP). Im Rahmen eines Assistenzeinsatzes wurde ein Hubschrauber für Transport- und Erkundungsflüge angefordert, zudem soll der Lawineneinsatz-Zug zur Unterstützung der lokalen Einsatzkräfte und der Gemeinden in Bereitschaft versetzt werden. Es sei mit einer weiteren Verschärfung der Lawinensituation zu rechnen.

"Es ist noch nicht vorbei"

Laut Angaben der ZAMG in Innsbruck schneite es den ganzen Tag über im ganzen Land, dabei kamen auch in den Niederungen zwischen 50 und 60 Zentimeter Neuschnee hinzu. Diese Werte waren etwa in Laterns, Langen am Arlberg oder Warth im Bregenzerwald bereits gegen Mittag erreicht - in höheren Lagen, vor allem im Arlberg- und Silvrettagebiet, kam bis zum Abend über ein Meter Neuschnee hinzu. "Es ist aber noch nicht vorbei", warnte man seitens des ZAMG Wetterdienstes. Nach einer kurzen Beruhigung am Nachmittag waren für die Nacht auf Freitag weitere Schneefälle prognostiziert. Es gelte bis Freitag, 9 Uhr, eine Schneewarnung; erst dann sollen die Schneefälle abklingen.

(Quelle: APA)

Schnee-Chaos im Westen Österreichs

Vor allem in Tirol haben Autofahrer und Co. mit den Folgen des starken Schneefalls zu kämpfen. Auch die Lawinengefahr ist erhöht.

Die Schneefälle in Tirol haben am Donnerstag auf den Straßen für Verkehrsprobleme gesorgt. Vor allem auf der Brennerautobahn (A13) blieben Lkw ohne Ketten hängen, hieß es von der Polizei zur APA. Auf der Inntalautobahn (A12) kam es in den Morgenstunden zu Staus. Ein Unfall, bei dem ein Kleintransporter auf einen Lkw aufgefahren war, führte zudem zu Verzögerungen.

Schnee-Chaos in Westösterreich

Wegen drohender Lawinengefahr mussten zahlreiche Straßen in einigen Tälern gesperrt werden. Dies betraf etwa im Außerfern die Lechtalstraße. Auf vielen Straßen herrschte außerdem Schneekettenpflicht.

Bis zu ein halber Meter Neuschnee

Am meisten Schnee blieb bis Donnerstagfrüh in Landeck liegen, hier schneite es bis zu einem halben Meter. Im Raum Innsbruck fielen 30 Zentimeter Schnee, im Laufe des Tages könnten es in der Landeshauptstadt sogar 40 Zentimeter werden, hieß es von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zur APA. Insgesamt zeigte sich in Tirol aber ein sehr differenziertes Bild - so verzeichnete man in Kufstein nur sieben Zentimeter Schnee.

Lage im Inntal vor Beruhigung 

Im Inntal sollte es über Mittag noch kräftig schneien, am Nachmittag war aber bereits eine Beruhigung in Sicht. In der Arlbergregion sollte es dagegen bis Freitag so weitergehen. Dann wird es laut Prognosen auch hier aufhören und sogar überwiegend sonnig werden. Erst am Sonntag werden die nächsten Niederschläge erwartet, die aber schwächer ausfallen sollen.

Erhöhte Lawinengefahr

Die winterlichen Verhältnisse haben indes die Lawinengefahr stark erhöht. So galt in weiten Teilen Tirols von Schwaz in Richtung Westen Lawinenwarnstufe "4", also große Gefahr. Aufgrund von Neuschnee und Sturm werden Lawinen erwartet, vor allem über und im Bereich der Waldgrenze, berichtete der Lawinenwarndienst am Donnerstag.

Aufgerufen am 28.02.2021 um 05:06 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/schneefaelle-ortschaften-in-vorarlberg-abgeschnitten-98353870

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