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Ehrentag

Seit wann wir Muttertag feiern

Salzburger:innen geben im Schnitt 117 Euro für Mama aus

Der Muttertag hat eine lange Geschichte: Bereits im 17. Jahrhundert wird in England erstmals ein "Mothering Day" erwähnt, an dem alle Kinder und Enkelkinder sich bei den Eltern versammelten und feierten. In Österreich liegen die Anfänge im Jahr 1924.

Der Muttertag wird alljährlich am zweiten Sonntag im Mai begangen – heuer ist das der 8. Mai – und ist ein von der Wirtschaft stark beworbenes und in der Bevölkerung ebenso beliebtes wie umstrittenes Datum. Heuer geben die Österreicher:innen insgesamt rund 240 Millionen Euro für Geschenke zum Muttertag aus. Damit ist der Muttertag insbesondere für den Lebensmittel- und Blumenhandel, aber auch für die Drogerien, Parfümerien und Schmuckhändler ein wichtiger Umsatztreiber, der gerade jetzt in der Krise wie ein Bissen Brot gebraucht wird. Für den Blumenhandel ist der Muttertag neben dem Valentinstag sogar der umsatzstärkste Tag des Jahres", sagte Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

 

Salzburger:innen sind spendabelste Muttertags-Schenker

Im Schnitt werden die Österreicher:innen dafür 73 Euro für Geschenke ausgeben, wie eine gemeinsame Erhebung des Handelsverbandes und des Marktforschungsinstitutes Mindtake Research zeigen. Das sind um elf Euro mehr als im Vorjahr. Besorgt werden allen voran die Klassiker: Blumen/Pflanzen (33 Prozent) und Schokolade/Pralinen/Süßigkeiten (15 Prozent).

Hoch im Kurs stehen aber auch Nicht-materielle Geschenke/Ausflüge (zwölf Prozent), Restaurantbesuche (neun Prozent) und Gutscheine (acht Prozent), hieß es in einer Aussendung.

Im Bundesländer-Vergleich gibt es Unterschied in punkto Spendabelkeit: Während sich die geplanten Pro-Kopf-Ausgaben in Oberösterreich und Salzburg auf 117 Euro belaufen, finden sich in Niederösterreich und dem Burgenland mit 50 Euro die sparsamsten Schenker. Dazwischen liegen die Bundesländer Steiermark und Kärnten mit 57 Euro, Wien mit 58 Euro sowie Tirol und Vorarlberg mit 81 Euro.

Muttertag entstand aus "Mothering Day"

Die Grundlage des Muttertags ist aber alles andere als kommerziell. Erste Erwähnungen eines "Mothering Days" sind aus dem Jahr 1644 in England überliefert. An diesem Tag kamen alle Kinder und Enkel bei den Großeltern zusammen und feierten. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde er dort bereits im großen Rahmen begangen, bis er dann um 1900 in Amerika eingeführt wurde.

Die US-Frauenrechtlerin Ann Jarvis rief anlässlich des Todestags ihrer Mutter 1908 einen "General Memorial Day of all Mothers" – einen "Allgemeinen Gedenktag an alle Mütter" aus – und startete dafür eine groß angelegte Werbekampagne. Ein Jahr später wurde er in 45 amerikanischen Bundesstaaten offiziell begangen und 1914 zum beflaggten Staatsfeiertag erklärt.

Wer brachte Muttertag nach Österreich?

In Europa setzte sich der Muttertag jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg durch. In Deutschland war er 1923, in Österreich 1924 zum ersten Mal offiziell gefeiert worden.

Hierzulande engagierte sich Marianne Hainisch (1839–1936) mit Unterstützung der Pfadfinder für die Einführung, wie das Salzburger Institut für Volkskunde zu berichten weiß. Hainisch war die Gründerin der österreichischen bürgerlichen Frauenbewegung, Friedensaktivistin und Mutter des ersten Bundespräsidenten der Republik Österreich, Michael Hainisch. 1933 wurde der Muttertag von den Nationalsozialisten zum Feiertag erklärt und während der Nazi-Diktatur für eigene Blut- und Boden-Propaganda missbraucht.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

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