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Auch Österreich betroffen

Italienische Regierung für Skiurlaubs-Verbot

Skipisten sollen erst im Jänner öffnen

SB, Skifahren, Skiurlaub, Ski, Gondel SALZBURG24/Wurzer
Erst im Jänner sollen Europas Skipisten geöffnet werden, so der Wunsch der italienischen Regierung. 

Italien will mit seinen Nachbarländern, darunter auch Österreich, über eine Schließung der Skipisten während der Weihnachtszeit sprechen und ein europaweites Skiurlaubs-Verbot einführen. So sollen die Corona-Zahlen eingedämmt werden, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Montag.

Laut der italienischen Regierung sollten die Skipisten erst Ende Jänner geöffnet werden, wenn die Infektionszahlen sinken und die EU-Länder mit Impfkampagnen beginnen können. Angesichts der noch hohen Zahl von Neuinfektionen und Todesopfern in Italien dürfe es über die Weihnachtszeit zu keiner Lockerung der Anti-Covid-Maßnahmen kommen. Die Gefahr sei ansonsten, dass Italien nach den Feiertagen im Jänner mit einer dritten Coronavirus-Infektionswelle konfrontiert sei.

Die Regierung von Premier Giuseppe Conte prüft diese Woche die Anti-Covid-Maßnahmen, die für die Weihnachtszeit gelten sollen. Einen Beschluss muss die Regierung bis zum 3. Dezember ergreifen. An diesem Tag läuft die Verordnung aus, mit der in Italien das sogenannte Ampel-System aus gelben, orangen und roten Regionen eingeführt worden ist.

Skiurlaub: Norditalien mit Appell an Regierung

Die Pläne der Regierung hat in Italien zu heftigen Reaktionen geführt. Sechs norditalienische Regionen, darunter Österreichs Nachbarregionen Trentino Südtirol und Friaul Julisch Venetien, appellierten an die Regierung in Rom zum Verzicht auf ihre Pläne. Die Gefahr sei, dass die Wirtschaft in den Berggebieten in eine noch tieferen Krise stürze.

"Berggemeinden zum Tode verurteilt"

"Die Skipisten über die Weihnachtsfeiertage zu schließen, bedeutet, die Berggemeinden zum Tode zu verurteilen. Während man in Österreich, in der Schweiz und in Frankreich Ski fahren wird, will die Regierung in Italien alles schließen. Dabei haben die norditalienischen Regionen Anti-Covid-Vorkehrungen für die Skianlagen entworfen, dank denen man in voller Sicherheit Ski fahren kann", betonte Massimo Sertori, Beauftragter für die Berggemeinden der Region Lombardei, am Montag.

Südtiroler Landeshauptmann will Treffen mit Regierung

Der Südtiroler Landeshauptmann, Arno Kompatscher, forderte ein Treffen mit der Regierung, um die Problematik der Skisaison zu diskutieren. Der Präsident der norditalienischen Region Venetien, Luca Zaia, urgierte eine europaweite Einigung in Sachen Wintersport. "Es wäre absurd, wenn die Skipisten bei uns geschlossen bleiben, während man in Saint Moritz ganz normal Ski fahren darf", sagte Zaia.

Die italienische Ski-Weltcupsiegerin Federica Brignone warnte vor katastrophalen Schäden, sollten die Skianlagen über die Weihnachtszeit geschlossen bleiben. "Zu Weihnachten muss man ein positives Signal senden und die Skipisten öffnen", forderte Brignone.

"Coronavirus nimmt keine Rücksicht auf Weihnachtszeit"

Anders sieht die Lage der italienische Vize-Gesundheitsminister Pier Paolo Sileri. "Das Coronavirus nimmt keine Rücksicht auf die Weihnachtszeit. Wir dürfen keine übereilten Schritte machen und zu früh alles wieder öffnen", warnte Sileri. Man dürfe nicht denselben Fehler wie im August machen, als sich viele Italiener in den Ferien angesteckt haben.

(Quelle: APA)

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