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Leine oder Gehege?

So könnt ihr Katzen-Freigang sicher gestalten

Streifzüge auf eigene Faust gefährlich

Straßenverkehr, giftige Pflanzen und Beutetiere, Tierquälerei: Für Katzen kann ungesicherter Freigang nicht nur ein Erlebnis, sondern auch eine Gefahr darstellen. Tierschützerin Michelle Missbauer fordert deshalb strengere Gesetze, wenn man seine Samtpfoten nach draußen lassen will. Uns hat sie erklärt, was gesicherter Freigang ist und wie man seine Katze auch ohne Risiko frische Luft schnappen lassen kann.

Bei der Frage, wie man seiner Katze ein möglichst artgerechtes, schönes Leben bieten kann, scheiden sich die Geister. Für viele Katzenhalter ist Freigang ein Muss, immerhin kann der geliebte Stubentiger so ganz in Freiheit die Natur erkunden und seinen Jagdtrieb ausleben.

 

Ungesicherter Auslauf kann Katzen gefährlich werden

„Türe auf und Tschüss“ sei zwar für Halter sicherlich bequem, für die Tiere würden die Streifzüge allerdings auch Risiken bergen, betont Michelle Missbauer im Gespräch mit SALZBURG24. Nicht nur der Straßenverkehr stelle eine Gefahr dar, sondern auch vergiftete Beutetiere. „Wird die Vergiftung nicht schnell behandelt, sterben viele Katzen“, so die Tierschützerin. Auch vor Tierquälern oder Diebstahl seien Katzen im ungesicherten Freigang nicht geschützt. Gerade zutraulichen Samtpfoten und besonderen Rassen könne das zum Verhängnis werden. Missbauer empfiehlt deshalb, Katzen nur in gesicherten Freigang zu lassen.

Katze Bilderbox

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Wie kann Freigang sicher gestaltet werden?

Als Katzenhalter mit Garten sei eine Möglichkeit, die eigene Grünfläche einzuzäunen oder für die Tiere ein Gehege zu bauen. Auch ein mit einem Netz oder Gitter geschützter Balkon könne für Katzen einen spannenden Ausgleich zur Wohnung schaffen, so Missbauer. Wer weder Balkon noch Garten hat, habe immer noch die Option, seine Samtpfote an Brustgeschirr und Leine zu gewöhnen. Dabei sei natürlich Geduld und Training, beispielsweise mithilfe eines „Clickers“, gefragt. „Das kann die Bindung zwischen Katze und Besitzer stark verbessern." Wichtig sei jedenfalls, für ausreichend Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu sorgen, damit den Stubentigern auch ohne unbegrenzten Auslauf nicht langweilig wird.

 
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Ein Clicker, der zum Trainieren von Katzen benutzt werden kann.

Chip-Registrierung nicht vergessen

Entscheiden sich Halter dennoch für eine Haltung mit ungesichertem Freigang, müssen die Tiere in jedem Fall kastriert werden. Das schreibt das Tierschutzgesetz vor, ausgenommen davon sind ausschließlich Zuchtkatzen. Missbauer empfiehlt darüber hinaus auch, die Tiere chippen zu lassen. „Dabei darf auf gar keinen Fall vergessen werden, dass dieser auch registriert werden muss. Ansonsten kann das Tier nicht seinem Halter zugeordnet werden, sollte es einmal vermisst werden.“

Halsbänder bergen Verletzungsrisiko

Von Halsbändern – auch solchen mit Sicherheitsverschluss – rät die Tierschützerin ab. Das Verletzungsrisiko sei zu hoch. „Die Katzen bleiben hängen und können sich im schlimmsten Fall strangulieren“, warnt sie. „Sicherheitsverschlüsse sollten sich dann zwar von selbst lösen, das funktioniert aber nicht immer.“

Tierschützerin fordert strengere Gesetze

Abgesehen von den Gefahren für Freigänger-Katzen selbst sieht die Tierschützerin auch ein erhöhtes Risiko für Autofahrer, wenn die Tiere auf die Straße laufen und so Unfälle verursachen. Für sie sei nicht nachvollziehbar, wieso Katzen im Freigang gesetzlich so viel mehr Freiheiten zufallen als anderen Haustieren. „Die wenigsten fänden es normal, einen Hund einfach ohne Aufsicht herumlaufen zu lassen. Warum soll das bei Katzen anders sein?“, wundert sich Missbauer über die Gesetzeslage.

Sie fordert strengere Regelungen, wie sie etwa in der australischen Stadt Knox gelten. Dort dürfen sich Katzen nur noch am Grundstück des Halters herumtreiben. „Das schützt Katzen, Verkehrsteilnehmer und letztlich auch die dort heimischen Beutetier-Arten, die zuvor stark bejagt wurden“, ist die Tierschützerin sicher.

(Quelle: SALZBURG24)

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