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Knapp am "Stockerl" vorbei

Sommer 2022 am viertheißesten seit Messbeginn

Nur Bundesland Salzburg im August unter 35-Grad-Marke

symb_hitze symb_sommer symb_badesee APA/REINHARD HÖRMANDINGER
Der Sommer 2022 war außergewöhnlich heiß. (ARCHIVBILD)

Ordentlich geschwitzt haben die Österreicher:innen im heurigen Sommer – er war der viertwärmste seit Messbeginn. Dabei war es im Bundesland Salzburg im August vergleichsweise noch am „kühlsten“: Hier ist die 35-Grad-Marke nämlich nicht geknackt worden.

Dass der Sommer 2022 wohl einer der heißesten der Messgeschichte wird, hat sich schon abgezeichnet. Jetzt steht fest: Es war der viertwärmste seit Messbeginn im Jahr 1767. Das teilt die Österreichische Unwetterzentrale (www.uwz.at) am Dienstag in einer Aussendung mit.

August 1,5 Grad heißer als gewöhnlich

Im August war es landesweit etwa 1,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Auch geregnet hat es im August weniger als sonst. Lediglich kurz nach Monatsmitte hat ein Höhentief für regional große Regenmengen gesorgt. „Die größten Abweichungen um +2 Grad wurden in Vorarlberg und im äußersten Südosten beobachtet“, analysiert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der UWZ.

 

Temperaturen im Pongau nur knapp über Mittel

Zum Teil nur knapp über dem Durchschnitt lagen die Temperaturen dagegen im zentralen Bergland von den Tauern über den Pongau bis ins Mostviertel.

Deutlich mehr Sommertage

Österreichweit sind aber deutlich mehr Sommertage als üblich verzeichnet worden. In Bad Radkersburg waren es 27 bei einem Mittel von 20. Nur knapp dahinter liegen bereits Wien, Innsbruck und Eisenstadt mit 26 Sommertagen. Die meisten Hitzetage gab es in Seibersdorf, an 17 Tagen wurde hier die 30-Grad-Marke erreicht, gefolgt von Gänserndorf mit 14. Üblich wären hier neun Hitzetage.

Salzburg als Ausnahme

Auch das gesamte Bundesland Salzburg bildet neben dem Pongau eine Ausnahme. Denn im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern ist hier die 35-Grad-Marke nicht erreicht worden. Der heißeste Tag des Jahres war der 5. August, als in Seibersdorf sogar 38,7 Grad gemessen wurden.

Heftige Unwetter in Steiermark und Kärnten

Wie schon der Juli brachte auch der August im Flächenmittel zwar weniger Niederschlag als üblich. Regional kam es kurz nach der Monatsmitte allerdings zu teils großen Regenmengen, als ein Höhentief vom westlichen Mittelmeer über Norditalien zum Balkan zog. Zunächst kam es am 18. zu einer folgenschweren Gewitterlinie, deren Böen in Unterkärnten und in der Steiermark zahlreiche neue Stationsrekorde brachten. In Neumarkt wurde sogar Orkanböen von 139 km/h bzw. in Mooslandl von 124 km/h gemessen.

Extremer Regen in Vorarlberg

Nur einen Tag später fielen am Nordrand des Höhentiefs in Vorarlberg extreme Regenmengen, von Bregenz bis Feldkirch wurden neue Tagesrekorde gebrochen. Im Rheintal kam in kürzester Zeit sogar der gesamte mittlere Monatsniederschlag zusammen: „In Bregenz wurden 205 mm Regen innerhalb von nur 12 Stunden gemessen, der bisherige Rekord lag bei 99 mm“, so Spatzierer.

Große Unterschiede bei Niederschlagsmengen

Rund um den 22. gab es dann auch vom Salzkammergut bis ins Weinviertel größere Niederschlagsmengen, somit brachte der August etwa im westlichen Mostviertel und im Weinviertel meist ein Niederschlagsplus von 10 bis 30 %. In Nordtirol sowie von Unterkärnten bis ins Wiener Becken war es dagegen mit einem Minus von teils mehr als 50 % verbreitet zu trocken. Im landesweiten Flächenmittel fehlen damit etwa 20 % auf eine ausgeglichene Bilanz.

Auch weniger Blitzentladungen

Auch Gewitter blieben in weiten Teilen des Landes Mangelware: „In Summe wurden knapp 150.000 Blitzentladungen erfasst, also nicht einmal halb so viele wie in einem durchschnittlichen August“, analysiert der Experte. Nur im August 2015 wurden in der jüngeren Vergangenheit noch weniger Entladungen detektiert.

Sommer 2022 außergewöhnlich warm

Der August war bereits der siebte zu warme Monat in diesem Jahr und der vierte in Folge. Damit war der Sommer 2022 nahezu durchgehend zu warm, höchstens kurzzeitig lagen die Temperaturen knapp unterhalb der langjährigen Mittelwerte. Dadurch liegt die Anzahl an Sommer-Hitzetagen deutlich über dem Mittel, in Bregenz wurde die 30-Grad-Marke mit 16 Hitzetagen sogar doppelt so oft wie üblich erreicht. Damit reiht sich der Sommer mit einer Abweichung von +1,6 Grad knapp auf Platz vier in der langjährigen Messreihe ein, auf dem Podest bleiben 2003, 2019 und 2015. Besonders hohe Abweichungen von teils über 2 Grad wurden in den Alpen von Vorarlberg bis Kärnten verzeichnet. Der Sommer hat auch wieder verdeutlicht, dass Höchstwerte über 35 Grad mittlerweile keine Seltenheit mehr sind, so wurde diese Schwelle in fast allen Bundesländern – mit der Ausnahme von Salzburg und der Steiermark – in allen drei Sommermonaten erreicht.

Extremwerte August 2022 (Stand: Montag, 30.08.2022, 12 Uhr)

Höchste Temperaturen

  • 38,7 Grad Seibersdorf (NÖ, 5.)
  • 37,4 Grad Wolkersdorf (NÖ, 5.)
  • 37,2 Grad St. Andrä im Lavanttal (K, 5.)

Hitzetage (Höchstwert >30 Grad)

  • 17 Seibersdorf (NÖ)
  • 14 Gänserndorf (NÖ)
  • 13 Wolkersdorf (NÖ)

Nasseste Orte

  • 314 Liter pro Quadratmeter Bregenz (V)
  • 313 Liter pro Quadratmeter Dornbirn (V)
  • 264 Liter pro Quadratmeter Fraxern (V)

Sonnigste Stationen

  • 288 Sonnenstunden Rohrspitz (V)
  • 282 Sonnenstunden Sulzberg (V)
  • 268 Sonnenstunden Feldkirch (V)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 139 km/h Neumarkt (ST, 18.)
  • 124 km/h Mooslandl/Hieflau (ST, 18.)
  • 117 km/h Leoben (ST, 18.)
  • 112 km/h Kapfenberg, Köflach (ST, 18.)
  • 111 km/h Deutschlandsberg (ST, 18.)
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 29.11.2022 um 02:53 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/sommer-2022-am-viertwaermsten-in-messgeschichte-126350689

Kommentare

365Tage

Ja wir haben dieses Jahr wirklich einen sehr schönen Sommer sehr angenehm.

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