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Anschlag in Kärnten

Soldaten sollen Bombe gebastelt haben

Bei den beiden Männern, die für einen Bombenanschlag in Guttaring (Bezirk St. Veit an der Glan) auf eine Kärntnerin vor zwei Tagen verantwortlich sein sollen, handelt es sich um einen Soldaten und einen ehemaligen Soldaten. Das bestätigte Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums, am Donnerstag auf APA-Anfrage.

Der 29-jährige Zeitsoldat, der das Paket vor dem Haus des Opfers platziert haben soll, wird nun des Dienstes enthoben, sagte Bauer. Für den Mann bedeutet das ein Betretungsverbot von Kasernen - angesichts seiner Festnahme wohl hinfällig - sowie eine Gehaltskürzung um ein Drittel. "Weitere Maßnahmen kann man jetzt noch nicht sagen." Ebenso offen ließ er, wie lange der 28-jährige Ex-Mann des Opfers schon nicht mehr beim Bundesheer ist und auf welche Einsätze die Männer dort spezialisiert waren.

27-Jährige lebensgefährlich verletzt

Der Bombenanschlag in Kärnten vom Dienstag, bei dem eine 27-jährige Frau lebensgefährlich verletzt worden ist, ist geklärt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden sowohl der 28-jährige Ex-Mann des Opfers als auch sein 29-jähriger Komplize verhaftet. Die beiden sind geständig, die Sprengfalle vor der Haustür des Opfers platziert und gezündet zu haben. 

Laut Polizei hatte der 29-Jährige die Bombe vor der Tür eines Mehrparteienhauses abgelegt und bei der 27-Jährigen geläutet. Als diese die Tür öffnete, zündete der 28-Jährige den Sprengsatz. Daraufhin flüchteten beide, die Frau wurde mit schwersten Brandverletzungen ins Landeskrankenhaus Graz geflogen. Sie ist am Donnerstag zum zweiten Mal operiert worden. 40 Prozent ihrer Haut waren verbrannt, daher wurden auch Hauttransplantationen durchgeführt. Der Zustand der Frau sei stabil, hieß es am Donnerstag, sie ist aber in Tiefschlaf und muss noch weiter intensivmedizinisch betreut werden.

Längere Planung für Sprengstoff-Angriff in Kärnten

Die beiden Männer dürften die Tat schon länger geplant haben. Wie Ermittlungen der Polizei ergaben, hatten sie sich im Internet über den Bau von Sprengfallen informiert. Das Material zum Bau der Paketbombe bestellten sie im Internet, daraus bauten sie eine "Probe-Bombe". Diese zündeten sie bereits im Sommer 2019 in einem Wald.

Nach der Tat am Dienstag flüchteten die beiden zu Fuß zu einem vorher vereinbarten Treffpunkt - einem geparkten Auto - und fuhren in Richtung Klagenfurt. Der 28-jährige Ex-Mann des Opfers wurde noch am selben Vormittag, rund drei Stunden nach der Tat, von Beamten des Landeskriminalamtes Kärnten festgenommen. Am Donnerstag klickten auch für den 29-Jährigen die Handschellen. Beide Männer sind geständig, sie wurden in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen versuchten Mordes aufgenommen. der 28-Jährige sitzt bereits in Klagenfurt in Untersuchungshaft. Das bestätigte Christian Liebhauser-Karl, Sprecher des Landesgerichts Klagenfurt, am Nachmittag. Ob auch der 29 Jahre alte Komplize in U-Haft genommen wird, soll am Freitag entschieden werden

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.10.2019 um 11:39 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/sprengstoff-angriff-in-kaernten-soldaten-sollen-bombe-gebastelt-haben-77144158

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