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Eingangssteuersatz-Senkung

Fragen und Antworten rund um die Steuerreform

Was bringen die Änderungen konkret?

Steuerreform APA/HELMUT FOHRINGER
Die Steuerreform tritt mit 1. September in Kraft. (SYMBOLBILD)

Mit 1. September tritt die vorgezogene Steuerreform in Kraft. Rückwirkend mit Jahresanfang wird der unterste Steuersatz für alle Lohn- und Einkommenssteuerzahler um fünf Prozent reduziert. Was das für den Einzelnen konkret bedeutet und welche Konsequenzen die Reform noch mit sich bringt – wir haben für euch Fragen und Antworten.

Die Regierung erhofft sich von der – im Parlament einstimmig beschlossenen – Steuerreform eine Belebung der Wirtschaft. In Summe fließen dafür (inklusive der bereits ausgezahlten Einmalzahlung für Arbeitslose) 2,7 Mrd. Euro.

Gemeinsam mit Gerald Hofer von der Salzburger Wirtschaftstreuhand-Steuerberatung „Hofer-Papistock“ wolllen wir euch einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Änderungen der Steuerreform 2020 bereitstellen.

Wie wirkt sich die Steuerreform künftig auf mein Nettogehalt aus?

Die Steuerreform wirkt sich durch eine verpflichtende Aufrollung bereits beim laufenden Gehalt aus. Die Dienstnehmer erhalten maximal bis zu 29,17 Euro pro Monat zusätzlich aufgrund der vorgezogenen Senkung des Einstiegsteuersatzes von 25 Prozent auf 20 Prozent.

Was ist eine Negativsteuer?

Die Negativsteuer bezeichnet eine Steuergutschrift im Wege einer Arbeitnehmerveranlagung. Sie steht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu, wenn diese durch ihr Jahreseinkommen keine Lohnsteuer bezahlen müssen, aber trotzdem Sozialversicherungsbeiträge geleistet haben. Die Negativsteuer umfasst eine Rückerstattung von 50 Prozent der abgezogenen Sozialversicherungsbeiträge der Dienstnehmer.

Wer profitiert von der Steuerreform?

Es profitieren alle steuerzahlenden Steuerpflichtigen gemessen an ihrer Leistungsfähigkeit.

Wer profitiert nicht von der Steuerreform?

Es profitieren jene Einkommensteuerpflichtigen weniger von der Steuerreform, die gar keine Einkommensteuer zahlen, somit Bezieher von Bruttogehältern oder -löhnen unter 1.295 Euro pro Monat. Diese erhalten jedoch eine erhöhte Negativsteuer von bis zu 700 Euro.

Was ändert sich bei privat genutzten Firmenwagen?

Hier hat sich mit 2020 das Messverfahren bei der Sachbezugswerteverordnung geändert. Konnte jedoch eine Zulassung eines Firmen-KFZ nicht vor dem 1.4.2020 aufgrund von Covid-19 erfolgen, darf bis zum 30.5.2020 das alte Messverfahren herangezogen werden.

Hat die Steuerreform Auswirkungen auf die Arbeitnehmerveranlagung?

Die Steuerreform wirkt sich aufgrund der erhöhten Absetzbeträge auf die Arbeitnehmerveranlagung aus. Weiters bleibt die Pendlerpauschale trotz Covid-19-Kurzarbeit, Homeoffice oder Dienstverhinderung bis 2020 aufrecht.

Wie ändern sich die Absetzbeträge für Arbeitnehmer?

  • Die Negativsteuer ohne Pendlerpauschale erhöht sich von 400 auf 800 Euro.
  • Die Negativsteuer mit Pendlerpauschale und Verkehrsabsetzbetrag erhöht sich von 500 auf 900 Euro.
  • Der Verkehrsabsetzbetrag erhöht sich von 400 auf 800 Euro.

Gibt es Änderungen bei den bislang berücksichtigten Sonderausgaben?

Die sogenannten Topfsonderausgaben (Personenversicherungen, Wohnraumschaffung, Wohnraumsanierung) gelten nur mehr für das Kalenderjahr 2020. Der Nachkauf von Versicherungszeiten für die Pensionsversicherung, sofern dieser rentabel ist, bleibt aufrecht, genauso wie Kirchenbeiträge bis zu 400 Euro und Steuerberatungskosten, sowie begünstigte Spenden.

Ist mit einer neuerlichen Steuerreform bzw. Nachjustierungen in absehbarer Zeit zu rechnen?

Nachdem die Steuerreform ja von vornherein in Schritten geplant war, kommt es wahrscheinlich zusätzlich noch darauf an, wie lange die derzeitige corona-bedingte Rezession anhält.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 12.05.2021 um 04:17 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/steuerreform-fragen-und-antworten-92003335

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