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Millennial Survey

Stress und Zukunftssorgen beschäftigen Junge

Sorgen um Umwelt, Familie und Sicherheit

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Soziale und ökologische Themen liegen den Jahrgängen 1983 bis 1994 besonders am Herzen. (SYMBOLBILD)

Viel Stress und das Bedürfnis nach Sicherheit: So fasst der aktuelle Millennial Survey des Beratungsunternehmens Deloitte die Einstellung einer ganzen Generation gegenüber der Zukunft zusammen. Demnach sorgen sich die österreichischen Millennials (Geburtsjahr zwischen 1983 und 1994) vor allem um die Umwelt, das Wohlergehen ihrer Familie und die eigene finanzielle Sicherheit.

Zwischen November 2019 und Jänner 2020 wurden 18.400 junge Menschen aus 43 Ländern zu ihrer aktuellen Stimmungslage befragt, darunter waren auch 300 Österreicher. Zwischen April und Mai wurde zusätzlich die Auswirkung der Coronavirus-Pandemie abgefragt - allerdings nicht in allen Ländern, Österreich war nicht dabei. Heraus kam, dass die junge Generation sorgenvoll in die Zukunft blickt, in der Coronakrise sehen viele aber auch eine Chance zum Neustart, berichtete Deloitte.

Österreichs Junge neigen zu Pessimismus

Österreichische Millennials neigen im internationalen Vergleich besonders zu Pessimismus. Laut Umfrage sind rund die Hälfte der jungen Österreicher der Ansicht, dass sie im Vergleich zur vorherigen Generation tendenziell unglücklicher sind. Ein Grund dafür ist der zunehmend hektische Alltag: Rund jeder zweite gab an, sehr oft unter Stress zu leiden. Das Wohlergehen der Familie sowie die zukünftige finanzielle Sicherheit sind die häufigsten Auslöser für Stress. Dennoch hat sich mit 16 Prozent nur ein kleiner Teil der österreichischen Millennials in den vergangenen zwölf Monaten Urlaub genommen. Zum Vergleich: Im globalen Schnitt haben sich immerhin 29 Prozent eine bewusste Auszeit gegönnt.

 

Stress bringt Bedürfnis nach Sicherheit

Mit dem steigenden Stresslevel wächst das Bedürfnis nach Sicherheit in allen Lebensbereichen - auch am Arbeitsplatz. Laut der Umfrage fühlten sich drei Viertel der jungen Österreicher Anfang des Jahres noch relativ bis sehr sicher im Job. Mit 41 Prozent wollte außerdem der Großteil der Millennials die nächsten fünf Jahre beim aktuellen Arbeitgeber bleiben. Die Corona-Pandemie hat diese Jobsicherheit nun stark erschüttert.

Coronakrise verstärkt Sicherheitsbedürfnis

"Das Sicherheitsbedürfnis hat sich durch Covid-19 definitiv verstärkt. Schließlich hatte die Pandemie drastische Auswirkungen auf die Karrieren vieler junger Arbeitnehmer. Laut Umfrage hat über die Hälfte der erwerbstätigen Befragten weltweit durch die Pandemie den Arbeitsplatz verloren oder vorübergehend unbezahlten Urlaub genommen. Auch hierzulande müssen viele bis heute um ihren Job bangen", sagte Elisa Aichinger, Director bei Deloitte Österreich.

Digitalisierung fordert neue Kompetenzen

Die Arbeitswelt wird zunehmend digitalisiert - nunmehr verstärkt durch die Coronakrise. In Österreich sind aber 46 Prozent der berufstätigen Befragten der Ansicht, dass sie nur teilweise über die benötigten Kompetenzen für die Digitalisierung verfügen. Lediglich 22 Prozent sind davon überzeugt, alle passenden Qualifikationen für die digitalisierte Arbeitswelt mitzubringen. "Die österreichischen Millennials scheinen die Auswirkungen der Digitalisierung trotz allem noch zu unterschätzen: Ganze 43 Prozent gehen nicht davon aus, dass die fortschreitende Digitalisierung sich auf ihre Jobs auswirken wird. Dabei hat gerade die aktuelle Ausnahmesituation gezeigt: Digitale Skills werden für die Zukunft immer wichtiger", betonte Anna Nowshad, Director bei Deloitte Österreich. Im globalen Durchschnitt glauben hingegen nur 28 Prozent, dass die Industry 4.0 spurlos an ihnen vorübergehen wird.

Soziale und ökologische Themen im Mittelpunkt

Soziale und ökologische Themen liegen den Jahrgängen 1983 bis 1994 besonders am Herzen. In Österreich etwa bereitet der Klimawandel 44 Prozent der Befragten große Sorgen. Fast zwei Drittel befürchten sogar, dass die bestehenden Umweltschäden bereits irreparabel sind. Generell sind die Österreicher besonders pessimistisch: Nur 15 Prozent glauben, dass die Anstrengungen im Bereich Umweltschutz zielführend sein werden. Zum Vergleich: Im globalen Schnitt sind immerhin 40 Prozent zuversichtlich.

(Quelle: APA)

So tickt die Generation Z

Jugendliche, Selfie, SB Pixabay/CC0
(SYMBOLBILD)

969.767 Menschen gehören in Österreich zu den sogenannten Post-Millenials, der Selfie-Generation oder der Generation Z. Smartphone, Tablet, Internet haben sie von klein auf begleitet. Sich die Welt von Google und Youtubern erklären zu lassen, ist für sie normal. Doch wie ticken die Jugendlichen? Wir geben euch einen Überblick.

Sie sind zwischen 15 und 24 Jahre alt und die ersten richtigen Digital Natives. Smartphone-Zombies, arbeitsfaul, ichbezogen und verwöhnt sind nur einige Vorurteile, die sich die Z-ler anhören müssen. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass die Jugendlichen durchaus ehrgeizig und ihnen traditionelle Werte wichtig sind.

 

Die Generationen im Überblick

Babyboomer

Die Babyboomer sind die ersten, deren Jahrgang auch einen eigenen Begriff bekam. Zu ihnen gehören die Nachkriegskinder, die zwischen 1950 und 1965 geboren wurden. Der Name kommt von den rasant steigenden Geburtenraten.

Generation X

Von 1965 bis 1979 Geborene werden als Generation X bezeichnet. Für sie ist charakteristisch, dass sie in Friedenszeiten aufgewachsen sind, aber weniger Wohlstand und wirtschaftliche Sicherheit haben, als ihre Eltern.

Generation Y

Sie sind noch vor den 2000ern geboren, von 1980 bis etwa 1996. Sie werden auch Millenials genannt. Die Generation Y sind jene, die sich alle Möglichkeiten offen halten und ein Leben in Unsicherheit ist für sie völlig normal. Sie gelten als gut ausgebildet, wollen eine gute Work-Life-Balance.

Generation Z

Die Z-ler sind zwischen 1997 und 2021 auf die Welt gekommen. Mit Technik gehen sie intuitiv um, sie sind die ersten richtigen Digital Natives. Eine gute Ausbildung ist wichtig, die Welt zu verbessern aber auch. Arbeits- und Privatleben werden strikt getrennt.

Werte und Vorbilder für Generation Z

Im Oktober präsentierte das „Institut für Jugendkulturforschung“ in Wien seine Jugendwertestudie 2019. Demnach erlebt die Familie eine Renaissance. Sie ist für 76 Prozent der Jungen der wichtigste Lebensbereich. Dazu gehört auch ein besonders enges Verhältnis zu den eigenen Eltern. Erst danach kommen Freunde und Bekannte (71 Prozent). Weiterhin an Relevanz verlieren in diesem Bereich jedoch Religion mit 13 und Politik mit 13,5 Prozent.

Politik, Aktivismus und Ängste

Das Interesse für Politik ist bei den Jungen trotzdem durchaus vorhanden. 2017 sagten 60 Prozent der Jugendlichen in einer Studie der Universität Wien, dass sie sich „sehr/ziemlich“ für Politik interessieren. Allerdings fühlen sie sich bei den Parteien nicht gut aufgehoben. Die politischen Parteien sind Schlusslicht im Vertrauensranking mit drei Prozent. Spitzenreiter sind Polizei, Gerichte und Bundesheer. Der Aussage „Die meisten Politiker haben keine Ahnung, wie es den Menschen geht“ stimmen sogar 80 Prozent der Befragten zu.

Die Jungen nehmen Probleme lieber selbst in die Hand. Laut Jugendforscher Simon Schnetzer wächst mit den Z-lern eine neue Protestgeneration heran. Stichwort: „Fridays for Future“. Schnetzer sieht eine Repolitisierung, weil die Jugendlichen auch in Zukunft noch gut leben wollen. Das sei durch den Klimawandel in Gefahr, erklärt er im Interview mit dem „Kurier“. Dazu passt, dass die größten Ängste der jungen Menschen laut Studie des Unternehmens Deloitte der Klimaschutz, Terrorismus und Arbeitslosigkeit sind.

Neue Anforderungen an Arbeitswelt

Um letzteres zu verhindern, ist die Generation Z auch bereit, einiges zu leisten. So sind 64 Prozent bemüht ihre Leistungen in Schule und Ausbildung zu verbessern. In unsicheren und sich schnell wandelnden Zeiten wird Bildung als beste Vorbereitung für die Zukunft gesehen. 40 Prozent eines Jahrgangs machen bereits jetzt in Österreich die Matura, bis 2035 sollen es laut Statistik Austria 51 Prozent sein. Auch die Zahl der Studierenden wird auf 423.000 steigen.

Von ihrem Beruf erwarten sich die jungen Menschen Selbstverwirklichung und Sinn. Interessante Aufgaben sind weniger wichtig, dafür wollen die Jungen zeigen, was sie können. Aufmerksamkeit, Anerkennung und Applaus sind die größte Motivation. Familie und Kinder sowie die eigene Freizeit dürfen neben der Arbeit aber nicht zu kurz kommen.

Hauptsache Freizeit

Und was tun die Z-ler in der Freizeit? Acht von zehn Jugendlichen in Österreich unternehmen am liebsten etwas mit Freunden, dahinter folgt chillen – einfach mal nichts tun. Yoga, Shoppen, insta-tauglich kochen oder Party machen stehen wider Erwarten nicht hoch im Kurs. Auch überraschend: Die Mediennutzung steht nicht im Vordergrund. Naturverbundenheit und Sport sind Trend: 44 Prozent nutzen die freie Zeit für Sport und Fitness, am liebsten draußen.

Auffällig ist hier, dass die Sportbegeisterung im Westen Österreichs überdurchschnittlich hoch ist, während im Osten eher die typischen Couch-Potatoes zuhause sind.

Soziale Medien

In der Freizeit haben Smartphone und Co nur ins Mittelfeld geschafft. Unbestreitbar ist die Online-Welt jedoch ein großer Teil des Lebens der Generation Z. Die Digital Natives haben aber andere Präferenzen, als ihre Vorgänger, zeigt der Jugend-Internet-Monitor von saferinternet.at.

  1. Whatsapp (83 Prozent)
  2. Youtube (78 Prozent)
  3. Instagram (71 Prozent)
  4. Snapchat (52 Prozent)
  5. Facebook (44 Prozent)
  6. Facebook-Messenger (26 Prozent)
  7. TikTok (19 Prozent)

Bis auf Instagram haben die großen Plattformen in den letzten Jahren verloren. Wichtiger werden Plattformen für Spieler wie Twitch (15 Prozent), auch TikTok wächst stetig, heuer um zwei Prozent.

Grafik Social Media, Jugendmonitor Saferinternet.at

Schon in jungen Jahren um die Welt

Eine Welt ohne Grenzen ist für die Generation Z selbstverständlich. Das und der gesellschaftliche Wohlstand machen es möglich, dass sie schon in jungen Jahren mehr von der Welt gesehen haben, als ihre Großeltern wohl in ihrem ganzen Leben. Laut Studie des Onlinereiseportals „eDreams“ haben sie mit 18 bereits sechs Länder bereist. Gebucht wird online, kulinarische Erlebnisse und Festivals werden eher als Luxus gesehen als Erste Klasse-Tickets. Authentische Erfahrungen stehen an erster Stelle, man will Reiseziele nicht als Tourist, sondern wie die Einheimischen erleben, berichtet die World Youth Student and Educational (WYSE) Travel Confederation.

Optimistisch in die Zukunft?

Beim Blick in die Zukunft zeigen sich Unterschiede auf. In Österreich befürchten 67 Prozent der Jugendlichen, dass der Wohlstand zurückgehen und es ihnen einmal schlechter gehen wird als ihren Eltern. In Deutschland blicken 58 Prozent der Jugendlichen positiv in die Zukunft, nur fünf Prozent eher düster. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht allerdings die künftige Gesellschaft positiv – trotz Klimawandels.

Aufgerufen am 17.04.2021 um 12:10 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/stress-und-zukunftssorgen-beschaeftigen-junge-oesterreicher-89340280

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